Tagesarchiv für 29. Juli 2010

RTZapper

Leute heute: Lothar vs. Liliana

Donnerstag, den 29. Juli 2010
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MI 28.07.2010 | 17.45 Uhr | ZDF

Hier erfährt Lothar von den Liebesfotos seiner Liliana! Die “Bild” hatte es groß auf Seite 1. Einen bedröppelt dreinguckenden Lothar Matthäus mit Fotos in der Hand. Seine Liliana in Begleitung eines jungen Mannes. Leicht bekleidet. Der Skandal war perfekt. Lothar vs. Liliana.

Hat Lothar Matthäus eigentlich einen PR-Berater? Wenn nein, braucht der Ex-Fußballer vielleicht mal dringend einen. Wenn ja, macht der entweder einen miesen Job oder will Loddar absichtlich durch den Dreck ziehen.

Es sieht wohl so aus, als ob sich Loddamaddäus mal wieder scheiden lässt. Zum vierten Mal. Und wieder müssen seine zukünftige Ex und er das im Fernsehen besprechen. Ach was, besprechen ist eindeutig das falsche Wort. Sie heult sich aus, er… nun ja, er versteht das alles irgendwie gar nicht.
Die Klatschpresse jubelt. Liliana gibt Sat.1 ein Exclusivinterview, heult schon nach Frage 1. Das ZDF zieht in “Leute heute” nach, und die Zeitungen sowieso.

Und die beiden lassen keine Peinlichkeit aus. Und wollen es nicht anders. Lothar, der sich von der “Bild” fotografieren lässt. Liliana (22), die heulend sagt, sie habe doch dem Lothar ihre Jungfräulichkeit geschenkt. Und Lothar (49) der davon “nix gemerkt” haben will.
Was sind das für seltsame Menschen, die ihre beknackten Probleme in der Öffentlichkeit austragen? Oder steckt da vielleicht Methode dahinter? Braucht Lothar Geld? Will Liliana Ruhm und eine eigene TV-Show bei RTL II oder 9live? Letzteres ist jedenfalls nicht abwegig. Laut der Münchner Abendzeitung hat die junge Frau tatsächlich einen PR-Berater. Und der arbeitet gaaaanz zufällig auch für genau den Mann, mit dem Liliana auf besagten Fotos zu sehen ist. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Und demnächst bei RTL: LSDS – Lothar sucht die Superfrau. Die fünfte Staffel.

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RTelenovela

Volojahre (58): Offen und freizügig

Donnerstag, den 29. Juli 2010
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(57) -> 28.7.2010

Computermonitore auf dem Tisch? Das könnte bald völlig out sein. Zumindest an unserer Akademie in München saßen wir heute in einem Seminarraum, in dem sich die Monitore unter dem Tisch befinden. Man sitzt ganz normal am Tisch, die Tastatur liegt vor mir, nur der Monitor (oder: die Fernseher, wie meine Informatiklehrerin gern sagte) fehlte. Im Tisch ist eine Scheibe und darunter eben jener Monitor. Man sieht also nicht vor sich oder leicht erhöht, sondern nach unten. Und das ist… sagen wir mal gewöhnungsbedürftig. Ich stehe nicht so drauf, aber das Ganze hat wohl den Grund, dass der Seminarleiter seine Schäfchen immer in die Augen sehen kann und keine PCs vor sich sieht.

Momentan arbeiten wir an unserer Großrecherche: der Münchner Wohnungsmarkt. Die Mieten sollen immer teurer werden, der Wohnraum ist knapp. Jedenfalls der Bezahlbare. Unsere Gruppe bemüht sich darum, Leute zu finden, die gerade dabei sind, eine Wohung zu finden oder gerade eine gefunden haben. Bislang ist das nicht so einfach, aber Ideen haben wir immerhin schon.

Während meiner Netzrecherche fand ich jedenfalls eine interessante Anzeige. Ein Mann bietet für eine junge Studentin in München kostenfreies Wohnen an. Er hat eine 75 Quadratmeter-Wohnung, sie würde zusammen mit ihm leben. Das WG-Zimmer hat 18 Quadratmeter, Stuck, ist möbliert. Sie kann die ganze Wohnung inclusive Balkon benutzen, er ist maximal zwei Nächte in der Woche da. Die Interessentin mit dem offensten und freizügigsten Angebot bekommt den Zuschlag.
Oder sagen wir es mal anders: Zweimal in der Woche bittet er um Eintritt. Na, dann mal ran, Mädels.

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RT im Kino

Renn, wenn du kannst

Donnerstag, den 29. Juli 2010

Christian ist anders. Das merkt Benjamin sofort. Benjamin (Robert Gwisdek) sitzt seit sieben Jahren im Rollstuhl. Und er ist schwierig. Seine Mutter kommt nicht mehr an ihn ran, er schmeißt sie schließlich raus und nimmt ihr den Hausschlüssel ab. Und seine Zivis haben es unter ihm auch nicht gerade einfach. Benjamin hat einen Ton an sich, mit dem die wenigsten klarkommen. Außer Christian (Jacob Matschenz). Der gibt ihm Kontra. Mit Widerworten. Mit Witzen. Mit guter Laune. Das beeindruckt Benjamin, er vertraut sich seinem neuen Zivi an. Als aber Annika (Anna Brüggemann) ins Leben der beiden jungen Männer tritt, wird alles anders. Christian verliebt sich in sie, und Benjamin auch. Annika steht zwischen den Stühlen und muss auch noch mit ihren eigenen Problemen kämpfen.

“Renn, wenn du kannst” erzählt eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte. Regisseur und Drehbuchautor Dietrich Brüggemann beschäftigt sich mit der Seele eines Behinderten. Was ihn umtreibt, was ihn beschäftigt. Nur langsam öffnet sich Benjamin seinem Zivi, dafür verliebt er sich umso schneller in Annika. Schauspieler Robert Gwisdek, der den behinderten Benjamin spielt, macht das atemberaubend gut. Der Sohn von Michael Gwisdek und Corinna Harfouch scheint die Schauspieleri in den Genen zu haben, so überzeugend, wie er den Benjamin dargestellt – seine Ängste und Träume, seine Wut, seinen Ärger und seine Freude.
Der Film, immerhin fast zwei Stunden lang, hat seine Längen, andererseits aber auch schöne, faszinierende Momente. Extrem unglaubwürdig sind jedoch die Szenen, die auf einem vereisten See spielen. Keine andere Filmszene hat einen winterlichen Touch, oft regnet es sogar, und die Protagonisten sind auch nicht angezogen, als herrschten tiefste Minusgrade. Auch wenn diese dramaturgische Schlamperei kaum verzeihbar ist und fast das Filmende ruiniert – “Renn, wenn du kannst” ist ein sehenswerter, junger deutscher Film.

7/10

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