Tagesarchiv für 13. Juli 2010

RTZapper

Bauer sucht Frau: Die Traumhochzeit von Josef und Narumol

Dienstag, den 13. Juli 2010
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MO 12.07.2010 | 20.15 Uhr | RTL

Narumol war schon wieder “fick und fertig”, dabei stand doch ihr großer Tag an, vielleicht sogar ihr größter, ihr bester ihres ganzen Lebens. Sie musste, äh, durfte Josef heiraten.

Vergesst die schwedische Traumhochzeit! RTL bastelte sich eine eigene. Bauer heiratet Frau. Warum hat RTL das Spektakel nicht acht Stunden lang live übertragen? Frauke Ludowig, Katja Burkard und Inka Bause, die jeden Pfurz des Paares kommentieren. Aber das hat sich RTL wohl dann doch nicht getraut und dann doch lieber nur am Montagabend (aber zur Primetime) eine 50-Minuten-Version gesendet.

Josef ist Bauer. Und weil er keine Frau fand, meldete er sich bei der RTL-Kuppelshow “Bauer sucht Frau”. Dort tut Moderatorin Inka Bause jedesmal so, als ob sie mit ihren Bauern mitfühlt. Und Josef hat dann tatsächlich jemanden gefunden: die Thailänderin Narumol. Sie spricht gebrochen Deutsch und er auch. Beide aus unterschiedlichen Gründen. “Kannst du dich vorstellen, ein Kind mit mir zu kriegen?”, fragte er sie. Und sie antwortete ganz romantisch: “Wenn du das schaffst?!” Hach ja, da schmilzt das RTL-Volk dahin.

“Bauer sucht Frau” gehört zu den perfidesten RTL-Formaten. Einerseits total gefühlsduselig, andererseits zum Totlachen. Man könnte es auch Schadenfreude nennen, wenn tumbe Bauern irgendeinen Scheiß erzählen und Inka Bause das alles toll, toll, toll findet. Aber RTL führt ja seine Protagonisten nicht vor, niemals!

Ganz viele Gäste waren zur Hochzeit gekommen. Freunde hat das Paar wahrscheinlich nicht, weshalb viele weitere “Bauer sucht Frau”-Kandidaten kommen mussten. Sie brachten Geschenke mit – zum Beispiel eine Ziege, die sie sinnigerweise Narumol nannten.
Auch viele Schaulustige und erschütternd viele Fotografen schauten sich das Trauerspiel an. Und mehr als sechs Millionen zu Hause. Unglaublich, dass sich so viele Leute für so einen belanglosen Müll interessieren.

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RTZapper

ZAPPER VOR ORT: zibb-Sommergarten

Dienstag, den 13. Juli 2010
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MO 12.07.2010 | Potsdam, rbb-Gelände

Es ist einfach zu heiß fürs Fernsehen. Die Zuschauer der rbb-Sendung “zibb-Sommergarten” stehen unter den Bäumen des rbb-Geländes in Potsdam-Babelsberg. In 25 Minuten beginnt die Live-Sendung unter freiem Himmel. Und alle schwitzen. Gäste, Team und Technik. Der Technik macht die Hitze besonders zu schaffen.

Für die Premiere des „zibb-Sommergartens“ am Montagabend hat sich das rbb-Team einen heißen Tag ausgesucht. Bei der Ankündigung des Magazins hält Moderator Uwe Madel ein großes Thermometer in die Kamera: 34 Grad. Er nennt das schon angenehm kühl. Er findet das lustig, aber wahrscheinlich ist das eher so etwas wie Galgenhumor. Was soll er auch machen? In den Urlaub fahren kann er gerade nicht.

Seit Montag sendet der rbb sein Feierabendmagazin „zibb“ live aus dem Sommergarten des Sendezentrums. Zur Premiere und ansonsten immer freitags ist auch Publikum eingeladen, dabei zu sein. Alle kostenlosen Eintrittskarten sind jedoch schon seit Monaten vergeben.
Inzwischen sitzen die knapp 80 Leute auf den Stühlen. Die Sonne ist schon längst hinter dem Haus verschwunden. Aber heiß ist es immer noch.
Aber das Publikum harrt immer aus – bei Hitze, Wind und Wetter. „Es ist hart im Nehmen“, erzählt Jens Riehle, “zibb”-Redaktionsleiter. „Selbst bei Regen bleibt es sitzen, obwohl wir dann anbieten, die Sendung vom Foyer aus zu verfolgen.“ Er bewundert das. Dabei ist das wahrscheinlich ganz normal – wenn die Leute schon mal live Fernsehen gucken können, dann bleiben sie auch bis das letzte Licht ausgeht.

Gestern aber war es extrem. Die Leute im Publikum bekamen Wasser eingeschenkt. Erst in der letzten halben Stunde vor Beginn des Magazins wurde die Technik aufgestellt. „Die ist das Hauptproblem bei dem Wetter“, so Riehle. „Wir hatten auch schon erste Ausfälle.“ Bei den Proben am Freitag streikte eine Kamera.
Einige der Leute aus dem Team haben riesige Schweißflächen auf dem Hemd oder T-Shirt. Überall liegen Wasserflaschen herum.

18.30 Uhr geht es los. Kurz vor Beginn begrüßten Uwe Madel und Madeleine Wehle die Zuschauer vor Ort. Auf den Monitoren waren dann die letzten Berichte der Fußball-WM zu sehen. Sie folgten einem gespräch über Bio-Eis und einer neuen serie über die Havel in Brandenburg.
Und ohne den Fächer ging gar nichts. Publikum, Team und Moderatoren fächerten sich frische Luft zu, ohne dass es frische Luft gab. Als die Band Venusbrass aus Berlin spielte, gelang es den Regie-Assistentinnen nur mit Mühe, das Publikum zum Mitklatschen zu animieren.

Manchmal kann Fernsehen auch ganz schön anstrengend sein…

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RTelenovela

39 Grad: Hitzekoller

Dienstag, den 13. Juli 2010
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An der Ostsee, in Binz, war die Hitze ja noch auszuhalten. Da lagen wir am Strand, hatten wenigstens ansatzweise noch frische Luft und konnten bei Bedarf in die noch einigermaßen kühle Ostsee steigen.
Zu Hause ist das anders. In Oranienburg herrschten am Sonntag 39 Grad. Quasi nicht auszuhalten. Aber Seen gibt es glücklicherweise auch bei uns vor der Tür.

Der Parkplatz am Veltener Bernsteinsee war nicht nur hoffnungslos überfüllt, sondern der Asphalt begann auch, langsam aufzuweichen. Wer mit Sandalen über den Platz lief, hatte klebrigen Teer an den Sohlen. Und so richtig erfrischend ist der See nicht mehr. Brauchten wir in Binz einige Minuten und diverse Countdowns, um endlich ins Kalte runterzutauchen, war es in Velten ein lockerer Spaziergang.

Und auch die eigentlichen Straßen leiden. Die A114 zwischen Pasewalker Straße und dem Dreieck Pankow brach am Sonntag gleich an mehreren Stellen auf. Das dürfte bei der andauernden Hitze wohl noch öfter passieren.

Montag. Urlaub vorbei. Irgendwie blöd, wenn es draußen so unfassbar heiß ist. Erstaunlicherweise war es im Büro noch relativ kühl, was vielleicht daran liegt, dass wir unsere Räume im Erdgeschoss haben. Bei den Kollegen im 1.OG sah das alles schon ganz anders aus. Und so schlimm ist das auch nicht – so lange man nicht raus muss. Am späten Nachmittag war das aber nicht zu verhindern. Der rbb sendete aus dem “zibb-Sommergarten”, und es herrschten in Potsdam-Babelsberg immer noch 34 Grad. Heiß, heißer, zu heiß.

Am Abend dann noch eine Abkühlung im See in Wandlitz. Obwohl… von einer Abkühlung kann man auch dort nicht mehr sprechen, auch wenn der Veltener Tümpel noch wärmer ist als der in Wandlitz.
In der Ferne zuckten unterdessen fette, rote Blitze am Himmel. Dazu leichtes Grollen. Wir brachen wieder auf.
Auf dem Weg nach Oranienburg zuckten imer wieder riesige Blitze auf. Als ob Berlin in Schutt und Asche gelegt werden würde. In Sachsenhausen gingen wenig später ein paar Tropfen runter, aber nicht der Rede wert. Schon im Oranienburger Zentrum war alles wieder trocken. In Bahnhofsnähe soll es widerum auch leicht getröpfelt haben. Kühler wurde es jedenfalls nicht.

In meiner Wohnung registrierte ich dann noch einen Hitzerekord: 33,5 Grad. Dass ich das noch erleben darf…

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