Monatsarchiv für Juni 2010

RTZapper

Peter Hahne: Margot Käßmann

Montag, den 28. Juni 2010
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SO 27.06.2010 | 13.03 Uhr | ZDF

Peter Hahne hat nun auch eine Talkshow. Und weil die ganz viel mit Peter Hahne zu tun hat, heißt sie auch “Peter Hahne”. Man hätte sich aber auch mal etwas anderes einfallen lassen können. Jeden Sonntagmittag spricht jener Peter Hahne nun mit Menschen, die irgendwas Spannendes zu sagen haben. Oder auch Unspannendes, aber die Sendezeit muss ja schließlich mit Irgendwas gefüllt werden.

In der Premierensendung von “Peter Hahne” begrüßte Peter Hahne die Bischöfin Margot Käßmann. Sie fuhr einst bei rot über die Ampel, hatte dabei aber mehr als 1,5 Promille Alkohol intus. Sie trat als EKD-Vorsitzende zurück.
Und Peter Hahne hatte da mal ein paar Fragen. Wie sie denn mit 1,5 Promille noch hatte fahren können? Konnte Frau Käßmann nicht so richtig beantworten, außer, dass sie kein Alkoholproblem hat, was man denken könnte bei diesem Wert. Denn wer kann da noch Autofahren? Hahne wollte auch wissen, warum sie sich nicht zu ihrem Beifahrer äußern wolle. Käßmann: Es gehe doch niemanden etwas an, mit wem sie im Kino war. Das stimmt, allerdings stellt sich die Frage, was das für ein beschissener Film gewesen sein muss, dass man danach mit 1,5 Promille nach Hause fährt. Und wie viel hatte bloß dieser ominöse Beifahrer, dass er leider nicht ans Steuer konnte. Wie bedröhnt muss der gewesen sein, dass er Käßmanns Fahruntüchtigkeit nicht erkannte. Klar, dass die Bischöfin nicht rausrückt, wer es war – die Person müsste sich harte Fragen stellen lassen.

Nein, Margot Käßmann machte an den brisanten Stellen keinen guten Eindruck. Erst als die Themen wechelten – Afghanistan und so – war sie wieder in ihrem Element.
Irgendwer meinte, Frau Käßmann hätte doch vielleicht Bundespräsidentin werden können.
Ach, nein, lieber nicht…

PS: Ach, und Herr Hahne, Schmusetalks haben wir genug – bitte etwas härter werden, auch wenn’s Sonntag ist.

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (36): Zwölf!

Sonntag, den 27. Juni 2010
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(35) -> 13.5.2010

Mittwoch, 27. Juni 1990.
Meinen 32. Geburtstag verbringe ich mit dem Fußball-WM-Spiel zwischen Deutschland und England, verbunden mit einer kleinen Feier.
1990, also vor 20 Jahren, feierte ich meinen 12. Geburtstag. Auch damals habe ich gefeiert.

Aber zunächst habe ich mit meinen Freunden einen Ausflug nach Lehnitz gemacht. Mit unseren Fahrrädern sausten wir zum Lehnitzsee. Die Fahrt dorthin war wie eine reise in den Urlaub. Die Friedrich-Wolf-Straße mit seinen Bäumen machten den Eindruck eines Urlaubsortes.
In Lehnitz gab es den Weißen Strand, wir suchten uns jedoch eine der kleinen Buchten dahinter.
Es war ein schöner Sommertag, so ähnlich wie der im Jahr 2010. Mehr als zwei Stunden verbrachten wir am See. Wie sauber der damals war – oder unsauber – keine Ahnung. Wir machten uns damals darum keine Gedanken.

Am Abend fuhren wir dann zu mir nach Hause, dort gab es ein Abendbrot, und die Feier klang dann recht schnell aus. Mit zwölf ist man da noch nicht so ausdauernd…

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RTelenovela

Unser Privat-CSD

Sonntag, den 27. Juni 2010
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Eine große Hochzeitsparty in einer traumhaften Location. Wir feierten am Sonnabend unseren privaten CSD, denn eine Braut gab es an diesem Abend am Boddensee in Birkenwerder nicht. Eine Premiere: unsere erste schwule Hochzeit, ein befreundetes Paar wagte den Schritt in den Ehehafen.
Die Eltern der Bräutigame hielten schöne Reden, wir waren an diversen Aktionen beteiligt, ließen Luftballons steigen und tanzten den Stuhlganz – und nach Lady Gaga und Madonna und – so weiter.
Ein schöner, ausgelassener Abend, und gut zehn Jahre nach Einführung der Homoehe auch schon ein Stück Normalität.

Wir feierten auf einer Seeterrasse mit Blick raus auf den Boddensee. Wer dort noch nicht war, sollte sich unbedingt dort mal umsehen. Zwischendurch ließen wir uns auf einem Tretboot über den See und dem Sonnenuntergang entgegenschippern.

Schon heute geht die Party weiter. Erst machen wir die englischen Fußballer platt, und dann gibt es ja noch diesen zweiten Anlass…

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aRTikel

Lieber eine Gitarre als 1000 Streicher

Samstag, den 26. Juni 2010
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Dieter Schleip komponiert Filmmusik und hat dafür bereits viele Preise gewonnen. Meike Jänike und Robert Tiesler trafen den 48-Jährigen in München.

MAZ – Die Märkische, 26.6.2010

MAZ: Draußen scheint die Sonne und es ist sehr heiß. Herr Schleip, wie würden Sie den heutigen Tag vertonen?
Dieter Schleip: Heiter und auch langsam. Langsam und entspannt.

Sie haben die Musik für etliche Filme geschrieben und sind vielfach ausgezeichnet worden. Aber selbst Filmfreaks kennen Ihren Namen oft nicht. Ist Ihnen das bewusst?
Schleip: Ja, das ist mir sehr bewusst. Die Leute achten erst auf die Musik, wenn sie mich kennen. Verwandte, Freunde, da fängt es an, dass sie ein Ohr dafür entwickeln. Viele denken, Filmmusik machen heißt, eine CD zu suchen und die dann einfach abzuspielen.

Und wie funktioniert es wirklich? Gibt es zuerst den Film oder die Filmmusik?
Schleip: Wenn der Film fertig geschnitten ist, bekomme ich die Version ohne Musik nach Hause. Es gibt aber auch Regisseure, die zunächst Layoutmusik benutzen.

Layoutmusik?
Schleip: Ja, sie nehmen irgendwas von der CD und legen Musik auf die Szene. Damit die Redakteure, wenn sie sich den Film angucken, keinen Schreck bekommen und sagen, dass die Szene langweilig ist.

Das heißt also, in der Rohfassung sind oft ganz andere Titel zu hören?
Schleip: Ja, völlig andere. Von John Williams („Jurassic Park“) zum Beispiel oder Jerry Goldsmith („Poltergeist“, „Star Trek“). Das ist dann die Messlatte. Und sie sagen, so was möchten wir auch.

Lassen Sie sich davon beeinflussen?
Schleip: Ich sage immer: Ihr nagelt euch fest. Wenn ein Regisseur Orchestermusik will und hat gar kein Budget dafür, dann kann das nur in die Hose gehen. Mein Motto ist: Lasst mich, dann gucken wir mal.

Wie wichtig ist es für Sie, sich in die Stimmung der Szene hineinzuversetzen, die Sie vertonen wollen?
Schleip: Das ist das Ein und Alles. Es ist genau diese Transformation: von den Bildern in die Emotion, die da ist – oder vielleicht auch nicht da ist. Dann muss ich sie herstellen können mit der Musik. Das ist genau der Punkt, das ist mein Beruf.

Entsteht die Musik immer zu Hause oder komponieren Sie auch mal direkt bei den Dreharbeiten am Set?
Schleip: Nee, also am Set habe ich nicht wirklich was verloren. Es ist für mich als Komponist immer komisch, zu einem Drehort zu gehen, weil mich dort keiner kennt und jeder denkt: „Wer is’ dat denn?“ Aber der Regisseur kommt und umarmt mich. Deshalb gehe ich gar nicht so gern dorthin und bleibe lieber im Hintergrund. Erst wenn der Film geschnitten ist, gucke ich ihn mir an und fange an zu arbeiten.

Wie gehen Sie dabei vor? Szene für Szene?
Schleip: Das hängt davon ab, wie viel Zeit ich habe. In der Regel gucke ich mir den Film einmal an. Jeder Film hat eine Schlüsselszene. Der Kern, darum geht es. Wenn ich eine Idee habe, wie ich den knacken kann, dann habe ich einen Ansatz. Dann schnackelt’s. Wenn’s nicht schnackelt, ist es schlecht.

Kommt es auch vor, dass Ihre Filmmusik abgelehnt wird?
Schleip: Ja, und das ist das Allerschlimmste. Sonst wäre das ein Traumberuf. Dass einzelne Stücke abgelehnt werden, kommt eigentlich bei fast jeder Produktion vor.

Wirklich?
Schleip: Ich habe etwa 160 Filme gemacht, und ich kann mich an zwei erinnern, die ohne Korrekturen durchgelaufen sind. Ist wenig, finde ich. Hat auch damit zu tun, wie viele Leute an einer Produktion beteiligt sind. Man hat den Regisseur, den Redakteur, den Produzenten. Manchmal ist da noch eine Schwiegermutter dabei. Und die reden alle mit.

Und sagen Sie selbst auch mal nein?
Schleip: Ja, öfter.

Was sind die Gründe?
Schleip: Ich hatte im Herbst eine Kinoproduktion, so ähnlich wie „Indiana Jones“. Die konnte ich mir vorher angucken. Und da habe ich dann gesagt: Ja dann, viel Glück. Absolut nicht meine Baustelle. Ich lass es halt sein, wenn es Sachen sind, mit denen ich nichts anfangen kann. Zu viel ablehnen darf man natürlich auch nicht.

Mit Regisseur Alexander Adolph aber haben Sie schon mehrmals zusammengearbeitet, zuletzt für den Horrorfilm „Der letzte Angestellte“, der nun auf dem Münchner Filmfest läuft. Diese Arbeit war doch sicher nervenaufreibend. Wie stimmen Sie sich da ein?
Schleip: Das geht auch über die Bilder. Wenn ich eine Großaufnahme von einem Typen sehe, der sich beide Augen aushackt, dann weiß ich schon, woher der Wind weht. Ich muss das ja nicht selbst erlebt haben, um die Angst, die das verbreiten soll, mit der Musik zu erzeugen. Wenn die Musik überhaupt Angst verbreiten soll. Es kann ja auch sein, dass der Regisseur das gar nicht will. Die Szene habe ich so geknackt, dass ich die schlimmen Bilder mit einer schönen Orchestermusik vertont habe. Dieser Gegensatz bringt für mich genau die Spannung, die mich interessiert.

Im Film „So glücklich war ich noch nie“ sitzt Devid Striesow in seiner Rolle als Hochstapler im Taxi und erzählt vom Knast. Der Zuschauer hört dazu heitere Klaviermusik. Lieben Sie solche Brüche?
Schleip: Ja, ich mache das gerne. Ich finde nichts langweiliger, als wenn man eine Verfolgungsjagd sieht und die Musik trommelt noch mit. Ich finde es viel interessanter, wenn man böse Sachen sieht und ich komponiere dazu eine etwas süße Musik. Dadurch passiert was beim Zuschauer. Der merkt das natürlich nicht, dass ich da manipuliere, wie sonst was. Aber dadurch kriegt die Szene so einen Dreh, den finde ich gut. Einfach die Sachen, die man sowieso sieht, zu verdoppeln, das interessiert mich nicht.

Sie haben früher oft große Orchester eingesetzt, jetzt arbeiten sie eher minimalistisch und lassen auch mal die Stille sprechen. Wie kam es dazu?
Schleip: Ich reagiere stark auf die Bilder. Wenn ich die Szenen sehe und mir denke, alles was groß ist, wäre falsch, dann weiß ich: das Orchester kannst du streichen. Bei „So glücklich war ich noch nie“ dachte ich an eine Spieluhr. Oder vielleicht kam auch Regisseur Alexander Adolph auf die Idee, das will ich ihm jetzt nicht wegnehmen (lacht). Jedenfalls habe ich probiert, eine Spieluhr nachzubilden, so wurde es von Hause aus ziemlich klein.

Und das hat Ihnen gefallen …
Schleip: Ja, weil bei vielen Filmen – speziell im Fernsehen – habe ich das Gefühl, da erklingen 500 Instrumente, meistens aus dem Computer, und dann denke ich mir: Nee, dann spiel’ ich lieber nur eine Gitarre und kann damit mehr Emotionen erzeugen, als mit 500 Hörnern oder 1000 Streichern vom Band.

Also keine Töne aus der Konserve, sondern die Musik selbst mit der Gitarre entwickeln?
Schleip: Das bringt den Spaß. Ich meine, wenn eine Produktion kommt und sagt, wir haben das Budget für ein Orchester, dann mache ich auch Orchester. Wenn’s zum Film passt. Ich finde es halt nur daneben: Einer macht einen kleinen Film und legt eine Riesenhollywoodmusik drauf. Da sage ich: Das passt doch überhaupt nicht. Ich habe für mich herausgefunden: Mit einer Gitarre kann ich mehr Gefühle wecken als andere mit einem ganzen Orchester.

Haben Sie sich das Spielen auf der Gitarre auch selbst beigebracht, so wie das Komponieren?
Schleip: Ja, ich komme aus einer Familie, wenn ich da gesagt hätte, ich will Musik studieren, hätten sie mir den Vogel gezeigt. Mir blieb nichts anderes übrig, als mir eine Parallelwelt zu schaffen. Ich hatte eine normale Welt, wo man alles machen muss: Schule, Beruf und so. Meine Parallelwelt war die Musik.

Und daran haben Sie immer geglaubt …
Schleip: Immer. Ja. Ich hatte, glaube ich, so eine innere Stimme. Die hat gesagt: Mach’ nur immer weiter, dann schaffst du das.

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RTelenovela

WM-Tipps 2010: Achtelfinale

Samstag, den 26. Juni 2010
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Weiter geht’s! Im Tippspiel zwischen Thommi und mir führe – nicht ich. Es steht nach der Vorrunde 30:35 für Thommi.
Im Bürotippspiel stand ich zuletzt auf Platz 11.
Und jetzt kommt das Achtelfinale.
Getippt wird das Ergebnis nach 90 Minuten – und dann der weitere Verlauf, also das Endergebnis. Im Fall eines Unentschieden gibt es also im besten Fall doppelte Punktzahl.

SA 26.06.2010
Uruguay 1:2 Südkorea
USA 1:1 Ghana -> 1:2 n.V.

SO 27.06.2010
Deutschland 1:1 England -> 5:4 n.E.
Argentinien 2:1 Mexiko

MO 28.06.2010
Niederlande 2:0 Slowakei
Brasilien 3:0 Chile

DI 29.06.2010
Paraguay 2:1 Japan
Spanien 0:1 Portugal

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RTZapper

clip: Michael Jackson – King Of Pop

Samstag, den 26. Juni 2010
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FR 25.06.2010 | 0.40 Uhr (Sa.) | 3sat

Genau ein Jahr ist es in dieser Nacht her, als wir erfahren mussten, dass Michael Jackson, der King Of Pop, tot ist.
3sat zeigte deshalb in der Reihe “clip” mehr als zwei Stunden lang noch einmal seine größten Hits, seine besten Videoclips.

Lauter Superlative. Das “Thriller”-Video setzte in en 80ern neue Maßstäbe, es war mehr ein Kurzfilm, ein Musical, als nur ein Musikvideo. “Beat It”, “Man In The Mirror”, “Earth Song”. Lauter Gänsehautmomente.
In dieser Nacht der Erinnerung ist Michael Jackson für immer weg, aber seine Hits bleiben für immer.

Hits: 24

RTelenovela

Tunnel dicht – oder nicht

Samstag, den 26. Juni 2010
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Ich finde es ja wirklich eine Frechheit: Da will ich ganz locker ins Wochenende fahren, und dann ist die Autobahn dicht, weil die ganzen anderen Leute ausgerechnet zur gleichen Zeit nach Hause fahren – oder sonstwo hin.
So quälte sich der Verkehr am Berliner Dreieck Funkturm von der A115 auf die A100.

Die echte Überraschung gab es dann aber ein paar Kilometer weiter auf der A111 in Richtung Norden. Stau. Schon wieder. Und blinkende Lichter. Und ein Schild mit einer weißen Fläche und einem runden, roten Kreis drum.
Der Tunnel Flughafen Tegel war dicht.
Im Schritttempo schlich der Verkehr an der Tunneleinfahrt vorbei auf den Kurt-Schumacher-Damm.
Ich war gerade an der Stelle, wo ich endgültig auf der Umleitung war, als ich neben mir sah, wie das Tempo-40-Schild auf Tempo 60 umswitchte. Und die rote Ampel verschwand.
Großartig. Ich war also einer der Letzten, der die Umleitung fahren musste. Hinter mir war alles frei, der Verkehr rollte wieder durch den Tunnel. Ich dagegen musste mich weitere 15 Minuten gedulden, denn die Ampeln auf dem Kurt-Schumacher-Damm sind nicht wirklich autobahnumleitungsfreundlich.

Hits: 23