Tagesarchiv für 12. Mai 2010

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1990 – Jahr der Einheit: Anglerheld fischt Wels aus der Havel

Mittwoch, den 12. Mai 2010
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April 1990 -> 30.4.2010

Oranienburger kämpft eine Stunde mit dem Tier / Viele neue Privatfirmen im Mai 1990

MAZ Oranienburg, 12.5.2010

Was passierte im Jahr der Einheit im Altkreis Oranienburg – und was stand in der Märkischen Volksstimme? Diesmal blicken wir zurück in die erste Mai-Hälfte 1990.

OBERHAVEL
Der 1. Mai 1990 verläuft im Kreis Oranienburg ganz anders als in den Vorjahren. Keine Maidemo und nur eine einzige Mainelke: Eine Sechsjährige malt sie auf das Pflaster vor dem Oranienburger Gesellschaftshaus. Ansonsten prägen Wahlkampfstände das Bild. Zur anstehenden Kommunalwahl trifft PDS-Politiker Hans Modrow in der Kreisstadt ein.

Unterdessen boomen neue private Firmen: Anfang Mai 1990 verkünden dutzende Anzeigen in der MV Firmenneugründungen. Zühlsdorf hat einen neuen Elektroinstallationsbetrieb, Hohen Neuendorf einen Fensterflügelservice und Lehnitz den „Taxi-Hansi“.
An der Volkshochschule (VHS) sind Betriebswirtschaftskurse sehr gefragt. Die VHS strebt eine Zusammenarbeit mit der in Hamm an.
Die Kehrseite: Anfang Mai sind im Kreis 799 Menschen ohne Arbeit – eine Verdoppelung im Vergleich zum Vormonat.
Die Kindergärtnerinnen in Oranienburg treten eines Vormittags für 45 Minuten in einen Warnstreik. Sie demonstrieren für ihre soziale Absicherung.

Kurt Schulz ist der Anglerheld von Oranienburg. Am Abend des 3. Mai 1990 sitzt er an der Havel am ehemaligen Chemiewerk – und hat einen fetten Brummer an der Angel. Eine Stunde lang kämpft er mit dem Tier, aber am Ende kann er den Wels an Land holen. Der Fisch ist 1,50 Meter lang und wiegt 22 Kilogramm. Der Köder: eine 18 Zentimeter lange Plötze.

Die Nassenheider feiern am 4. Mai ein Richtfest. Am Standort der alten Dorfgaststätte entsteht eine neue Versorgungseinrichtung. Die Kantine ist nicht nur für die Arbeiter und Bauern, sondern für alle gedacht.

Sechs Wochen nach den Volkskammer- sind in der DDR Kommunalwahlen. Im Kreis Oranienburg treten 76,4 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne. Sieger ist die SPD mit 34,4 Prozent der Stimmen für den Kreistag, dahinter folgen die CDU mit 30,4 und die PDS mit 14,8 Prozent. Fred Hübner bekommt 4782 Stimmen, die meisten überhaupt im Kreis, Oranienburg wählt PDS-Bürgermeisterin Hildegard Busse ab.

In Hennigsdorf-Nord gibt es Probleme mit dem „Haus der Dienste“. Es fehlt ein Friseur, und auch sonst sei darin nur noch wenig los. Alles dicht, die Zahl der Kunden sank rapide, das Geld reichte nicht mehr. Dennoch: In der MV fragt eine Hennigsdorferin, ob denn nur noch die Ökonomie ausschlaggebend sei.

Die Kremmener machen sich Sorgen um ihr polytechnisches Zentrum. Bislang war es so, dass die Achtklässler in der unmittelbaren Produktion eingesetzt werden konnten, es existierten entsprechende Verträge mit 21 Betrieben der Region. Doch nun kündigten viele der Betriebe ihre Finanzhilfen zum 1. September. Der Schulbetrieb ist gefährdet.

Der Wald ist unterdessen knochentrocken. Es herrscht Waldbrandwarnstufe IV und höchste Wachsamkeit. Allein am 9. Mai 1990 kommt es zu acht Bränden. Im Forstrevier Borgsdorf brennen auf 0,1 Hektar 40 Jahre alte Kiefern ab.

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ORA aktuell

Mittel für Oranienburger Bombensuche drastisch gekürzt

Mittwoch, den 12. Mai 2010
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Das Land Brandenburg hat die Mittel für die Bombensuche und -beseitigung in Oranienburg drastisch gekürzt.
Die alte SPD/CDU-Regierung habe 25 Millionen Euro zugesichert, die rot-rote Koalition will in diesem Jahr nur noch 6,5 Millionen Euro geben. Das sagte Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) am Dienstag dem rbb-Magazin “Brandenburg aktuell”.
Innenminister Rainer Speer (SPD) sagte, dass die Mittel noch um 3 Millionen Euro erhöht werden könnten.

Eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie besagt, dass noch 326 scharfe Bombenblindgänger im Oranienburger Boden liegen.

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