Tagesarchiv für 22. April 2010

aRTikel

Angemerkt: Wie ein Boomerang

Donnerstag, den 22. April 2010
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RT über ein Lied von 1996, das durch eine Aktion im Internet die Charts erobert

MAZ, 22.4.2010

Technobeats und dazu die glockenklare Stimme eines jungen Mädchens. Sie singt: „Wie ein Boom-boom-boom-boom-Boomerang komm ich immer wieder bei dir an!“ Das Mädchen nennt sich Blümchen, ihr Song heißt „Boomerang“ und ist von 1996. Dennoch hat es eine gute Chance, in die Charts zurückzukehren. Schuld daran ist die RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS). In einer witzigen Aktion wollen Nutzer der Internetseiten Studi-VZ und Facebook verhindern, dass DSDS-Gewinner Mehrzad Marashi mit seiner Single „Don’t Believe“ auf Platz eins der Charts landet. Stattdessen sollen die Leute den alten Blümchen-Hit runterladen. Und sie arbeiten fleißig daran: Bei Amazon lag Blümchen im Downloadbereich gestern auf Platz drei, am Dienstag auf Platz zwei. Als Gegenmaßnahme senkte die Verkaufsfirma den Preis für das Marashi-Lied um ein Drittel. Die Aktion zeigt, wie einfach die Manipulation der Charts ist. Und Blümchen kann sich freuen: Nach14 Jahren kehrt ihr Hit zurück: Wie ein Boom-boom-boom-boom-Boomerang!

Hits: 64

RT im Kino

Sehsüchte 2010: Kann denn Liebe Sünde sein?

Donnerstag, den 22. April 2010
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Die Liebe. In Filmen ist es eines der großen Themen. Über die Liebe ist niemals genug erzählt. Die “Sehsüchte 2010”, das internationale Studentenfilmfestival in Potsdam, über Liebesbeziehungen, die etwas anders sind. Über Tabus. Über Tabubrüche. Über Arten der Liebe, die von der Gesellschaft abgelehnt sind. Die ein Verbrechen sind. Die betroffen machen. Die nachdenklich stimmen.

Nina
Nina (Marie Herbert) ist ans Bett gefesselt. Sie ist krank. Ihr Bruder (Matthieu Schoesser) pflegt sie. Reibt ihre schweren, großen Wunden mit einem Medikament sein. Ist für sie da. Gibt ihr Liebe, Zärtlichkeit.
So steht es im Begleitheft. Dass die beiden Bruder und Schwester sind, erfährt der Zuschauer ansonsten nur durch eine Einblendung am Anfang des Films. Ansonstend eutet nichts darauf hin. Man sieht einen jungen Mann, der eine junge, sehr kranke Frau pflegt. Das ist anrührend, stimmt aber nicht nachdenklich, ist auch kein Tabubruch. Ganz am Ende, legt sie ihre Hand auf seine, zieht sie an sich hoch.
Möchte Jean-Nicolas Schoesser mit seinem Film mehr sagen, dass ist ihm das nicht gelungen. Wollte er Andeutungen machen, dass die Beziehung aus mehr als Pflege und entsprechende Zärtlichkeit besteht, dann ist das nicht deutlich geworden. Gut in Szene gesetzt, aber eine Sünde ist nicht zu erkennen.
5/10

Geliebt
Zwei Männer leben in einer WG. Sie haben keine Freundin. Sie sind auch kein Paar. Sie sind aber auch nicht solo. Sie haben je einen Hund. Sie lieben ihren Hund. Und haben hin und wieder Sex mit ihren Lieblingen. Sie sagen, sie werden geliebt.
Jan Soldat zeigt in seiner Dokumentation etwas eine andere Liebe. Und lässt viele Fragen aufkommen. Fragen, mit denen sich der Zuschauer nächst selbst beschäftigen muss. Was sind das für Menschen? Pervers? Oder sind sie schlicht arme Würstchen, die lieber Sex mit einem Hund als mit einem Menschen haben? Woher wissen die Männer, dass ihre Hunde ebenso denken?
Jan Soldat zeigt, wie sich der eine Mann nachts ins Bett legt, er ist nackt, streichelt seinen Hund, küsst ihn. Die Zungen treffen sich. Und – Blende.
Starker Tobak – jedoch auch kein Tabubruch. Gesetzlich nicht mal eine Sünde, jedenfalls kein Verbrechen. Dennoch befremdlich, ja, auch widerlich.
Jan Soldat will seine Protagonisten jedoch nicht bloßstellen. Er beobachtet, er versucht zu vermitteln, was die Männer denken. Er versucht nicht, sie zu verstehen. Er lässt verstörte Zuschauer zurück.
7/10

Zwillinge
Daniel und Jan (Tobias und Stefan Schönenberg) sind Zwillinge. Eineinhalb Jahre haben sie sich nicht gesehen. Nun will Daniel seine Freundin heiraten, und Jan steht am Abend seines Junggesellenabschiedes vor seiner Tür. Die beiden verbindet ein Geheimnis. Minuten vor der Hochzeit steigt Daniel zu Jan ins Bett, und es ist nicht das erste Mal.
Eineiige Zwillinge sind schon immer ein Mythos gewesen. Florian Gottschick fand das spannend und hat in Foren herausgefunden, dass ein, wie er sagt, gewisser Prozentanteil von zwillingen, mit denen er sprach, schon mal gemeinsamen Sex hatte. das fand er faszinierend.
Doch sein Film wirkt halbherzig. Gottschick zeigt, wie sich die Jungs gegenüberstehen, wie sie mit Freunden umherziehen. Und ganz am Ende sehen wir, wie sie sich ausziehen und dann wieder anziehen. Und Ende. Doch da wird es doch erst spannend. Was passiert dann? Heiratet Daniel? Was ist das für eine Beziehung? Und was ist das für eine Ehe? Und sind die Jungs glücklich damit (sie sehen nicht so aus)?
Insofern ist Gottschick mit seinem Film gescheitert. Die Bilder sind zwar edel, die Jungs sehen aus wie Models, aber was der Regisseur mit seinem Werk eigentlich sagen will, bleibt völlig im Dunkeln. Tatsächlich sollte aus “Zwillinge” ein Langfilm werden, musste dann jedoch zu einem 15-Minuten-Kurzfilm umgeschrieben werden. Das hat ihn zerstört.
5/10

##
Eine Schwanger steht vor dem Fenster. Und der Zuschauer ist unruhig. Was passiert gleich? Nächste Szene: Ein Mann und eine Frau. Sie starren sich an. Die Unruhe wächst.
Dann wird die Schwangere überfallen. Brutal. Wir sehen nur noch wackelige Bilder. Und hören: Schreie. Immer wieder Schreie. Dann: ein Messer. Und Blut. Gestöhne. Schwarz.
Wir erfahren im Abspann: Der Frau wurde ihr Kind aus dem Leib geschnitten. Eine grausame Tat, die wirklich so geschah.
Aber “##” ist nicht mehr als eine Gewaltorgie. Ein Blutporno ohne Rahmenhandlung. Kaum zu ertragen. Auch deshalb, weil die Gewalt in dem Film von Roderick Warich und hannes Bruun so sinnlos wirkt. Warum muss man sich das antun? Irritirend ist zudem der unmotivierte Perspektivwechsel. Plötzlich erleben wir das Grauen nur noch aus der Opferperspektive. Hinzu kommt, dass wir erst im Abspann erfahren, was wir eigentlich gesehen haben.
Ekel und Ratlosigkeit. Die Suche nach dem Sinn. Nein, danke.
2/10

Gesamt: 5/10

Hits: 127

RT im Kino

Sehsüchte 2010: Boys don’t cry

Donnerstag, den 22. April 2010
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Jungs müssen hart sein, dürfen keine Schwäche zeigen. Die “Sehsüchte 2010”, das internationale Studentenfilmfestival in Potsdam, über Jungs und junge Männer auf der Suche nach ihrer Identität. Allesamt haben es alles andere als einfach. Sie müssen sich durchsetzen, sie müssen sich überwinden, sie müssen zeigen, wer der Herr ist. Ein überwiegend spannendes Kurzfilmprogramm.

Lil’A
Der zwölfjährige Junge nennt sich Lil’A. Er hat ein Ziel: Er will der beste Tänzer und Choreograf der Welt werden. In einer Tanzschule setzt er alles daran, um seinen Traum zu verwirklichen. Und er vergisst darüber, dass er das Tanzen eigentlich angefangen hat, um seinen nervösen Tick loszuwerden.
“Lil’A” hat interessante Ansätze. Und Regisseurin Katharina Sophie Brauer hat das Glück, einen wunderbaren Protagonisten gefunden zu haben. Doch trotzdem ist es ihr nicht gelungem daraus einen spannenden Film zu zaubern. Dem Elfminüter fehlt der Pfiff, es ehlt ihm das Besondere. Sie zeigt einfach nur den Jungen, begleitet ihn. Aber entweder hat sie die wirklich packenden Momente nicht miterlebt oder konnte sich ihm nicht wirklich annähern. So lässt einen das alles leider ziemlich kalt.
5/10

Fliegen
Dima (Jacob Matschenz) ist verliebt. In den Studentin Sarah (Sandra Hüller). Doch ihre Beziehung steht auf wackligen Beinen. Dima lebt illegal in Deutschland, ihm droht die Abschiebung. Und er dealt. Der Kleinkriminelle verhökert irgendwelches Zeug im Internet. Sarah bietet ihm einen Unterschlupf auf dem Dachboden, und es scheint, als würde sie seine Liebe erwidern.
Filmstudent Piotr J. Lewandowski hat mit “Fliegen” einen sehr eindrucksvollen Film gedreht. Der 26 Minuten lange Streifen handelt von Liebe und Hoffnung, von Eifersucht und Trauer, aber auch von der Suche nach einem Zuhause, nach Zweisamkeit. Zwar ist es anfangs ein wenig irritierend, dass Jacob Matschenz einen jungen Mann spielt, der nur gebrochen deutsch spricht, aber das klingt dann doch recht glaubhaft.
Der Film geht unter die Haut, trotz dem stetigen Wechsel zwischen Hoffnungslosigkeit und Zuversicht. Das ist gleichzeizig einer seiner Stärken.
8/10

Siemiany
Siemiany ist ein kleines, verschlafenes Dorf irgendwo im Nirgendwo. Dort leben die Teenager Andrzej und Michael. Seit vielen Jahren sind sie Freunde. In der Langeweile des Lebens auf dem Dorg entdecken sie ihre Sexualität. Jeder auf seine Weise, aber es wird eine harte Bewährungsprobe ihrer Freundschaft.
Die belgisch-polnische Produktion unter der Leitung von Philip James McGoldrick taucht ein ins Landleben, das die beiden Jungs erleben. Es gibt durchaus rührende, nachdenkliche, aber auch heitere Momente.
6/10

Gisberta
Elischa (Moritz Michels) lebt in einem Internat. Wohl fühlt er sich nicht. In seinem Zimmer ist er es mit einem Haufen anderer Jungs zu tun, die eigentlich nur damit beschäftigt sind, über Titten und Mösen zu sprechen. Alex ist der Schlimmste von allen. Und geht es mal nicht um Sex, hänseln sie Elischa. Er lässt es über sich ergehen. Dann aber trifft er auf Gisberta (Dagny Dewarth), die neue Haushaltshilfe. Mit er kann er sprechen, zu ihr hat er Vertrauen. Doch die Jungs um Alex wollen es nicht zulassen, dass ausgerechnet Elischa eine Beziehung zu Gisberta aufbaut.
Der Film von Lisa Violetta Gaß ist verstörend. Insbesondere das Ende lässt den Zuschauer schockiert zurück. Gezeigt werden keine Auswege, sondern nur der Weg ins Unglück, die immer tiefer werdende Kluft zwischen den Fronten, die Ausweglosigkeit.
Das ist schockierend, das macht ratlos. Aber es ist gut gespielt, der schüchterne Elischa wird von Moritz Michels toll dargestellt. Der Blick in das Internat, die körperliche und vor allem die psychische Gewalt ist nur schwer erträglich. Der Film dient wohl vor allem als Beginn einer eventuellen Diskussion. Nach “Gisberta” besteht auf jeden Fall Redebedarf.
8/10

Gesamt: 7/10

Hits: 213

RTZapper

Zapp! – und weg!

Donnerstag, den 22. April 2010
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MI 21.04.2010 | 0.30 Uhr (Do.) | EinsExtra

Liebe Leute von EinsExtra! Es ist ja schön, dass ihr Sendungen aus den anderen ARD-Programmen wiederholt. Aber es wäre noch schöner, wenn sie auch noch komplett wären. “Zapp” und weg. Das ist euer Motto.
Mitten in einem Beitrag über die GEZ und mitten im Satz wurde der Beitrag abgewürgt, und “Zapp” war zu Ende. Was soll das? Passte euch der GEZ-Film nicht? Habt ihr die Sendung nicht zu Ende mitgeschnitten? Ganz schön schlampig!

Hits: 58

RTelenovela

Autobahn – aber psssst!!!

Donnerstag, den 22. April 2010
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Na, das ging ja zügig. Ab Montag darf nachts auf der A10, dem Berliner Ring, zwischen Birkenwerder und Mühlenbeck nur noch 100 km/h gefahren werden, für Lkw gilt ein Tempo 60. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) macht kurzen Prozess und stellt entsprechende Schilder auf. Erstaunlich. An anderen Punkten, wo über Tempolimits diskutiert wird, dauert das alles sehr viel länger oder kann gar nichts durchgesetzt werden. Was wohl da für eine Lobby eine Rolle gespielt hat?

Nun dürfen wir also nachts nur noch mit gedrosseltem Tempo über die Autobahn zuckeln. Laut ist’s, sagen die Anwohner, die irgendwo hinter dem Wald wohnen, der sich rechts und links der Autobahn befinden. Nur in Birkenwerder führt die Strecke mehr oder weniger direkt am Ort vorbei.
Aber so viel ist nachts auf der A10 nun auch nicht los.
Wer weiß, wo das noch hinführt. Vielleicht sollten wir alle Straßen ab 22 Uhr komplett sperren. Ist ja alles viel zu laut.

Wie übrigens auch die geplante Raststätte zwischen Birkenwerder und Mühlenbeck. Auch viel zu laut. In Bergfelde herrscht deshalb Unmut. Und Hohen Neuendorfs Bürgermeister Hartung (Die Linke) hat auch gleich einen kompetenten Vorschlag: Die Raststätte könne doch stattdessen an der B96 bei Oranienburg entstehen.
Womit man sieht, dass Hartung keine Ahnung hat: Wer auf der A10 unterwegs ist, wird ganz sicher nicht auf die B96 abbiegen, um eine Rast einzulegen. Funktioniert nicht. Aber Hauptsache, Herr Hartung, er hat mal was gesagt, wenn auch nichts Sinnvolles.

Ich wohne übrigens ganz in der Nähe der Bahnstrecke, die mitten durch Oranienburg führt. Nachts rauschen viele Güterzüge durch die Stadt. Was Herr Vogelsänger an der A10 kann, sollte er doch auch bei der Bahn durchsetzen können. Also, Herr Vogelsänger, tun Sie doch auch mal was gegen die durchdonnernden Züge. Die können doch wohl auch bremsen. Nein, besser noch: bitte umleiten! Sollte doch kein Problem sein, oder?

Hits: 80