Tagesarchiv für 13. April 2010

RT im Kino

A Single Man

Dienstag, den 13. April 2010

Das ist das Ende. George Falconer (Colin Firth) sitzt in seinem Wohnzimmersessel, das Telefon am Ohr. Er kann nichts mehr sagen. Es gibt auch nichts mehr zu sagen. Jim ist tot. Sein Freund, sein Lebensgefährte Jim. Weg. Für immer.
George hat nichts mehr, was ihn am Leben hält. Er lebt von einem Tag zum anderen – und wartet auf den nächsten. Er denkt an Selbstmord, bereitet alles vor.
Der letzte Tag. George ist Professor an der Uni. Dass er schwul ist, weiß dort niemand. Am Abend erwartet ihn seine Freundin Charly (Julianne Moore). Sie war einst verliebt in ihn. Und ist es immer noch. Hoffnungslos. Der Abend endet mit Kenny (Nicholas Hoult), einem seiner Schüler. Die beiden kommen sich nahe.

Eigentlich ist Tom Ford Modeschöpfer, und niemand wusste genau, was man von seinem Film zu halten hat. Aber “A Single Man” ist ein erstaunlich unkitschiger, aber dennoch sentimentaler Film über die Trauer, die Überwindung der Trauer und die Sehnsucht nach Liebe. In Rückblenden kann der Zuschauer erahnen, was für ein schönes Leben die beiden Männer hatten, bevor es plötzlich zu Ende ging.
Colin Firth ist ein großartiger Schauspieler. Er trägt diesen Film. Allein schon die Szene, in der er erfährt, dass sein Freund gestorben ist: ein Gesicht, das Bände spricht. Die Momente, in den er schönen Männern begegnet, er Sehnsucht nach Zuneigung bekommt, aber dann doch wieder in die Trauer zurückfällt.
Das alles geht ans Herz, auch wenn es letztlich nicht zu Tränen rührt.

7/10

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (33): Ab jetzt mit Funk Uhr

Dienstag, den 13. April 2010
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(32) -> 18.3.2010

Freitag, 13. April 1990.
Fernsehzeitschriften fand ich schon immer toll. Damals. Heute haben die Blätter außer der Programmübersicht ja nichts mehr spannendes zu bieten. Es sei denn, man interessiert sich für Stricktipps, Mode und sonstwas.
Wenn wir vor der Wende Verwandtenbesuch aus dem Westen bekamen, mussten sie immer eine Fernsehzeitschrift mitbringen. Manchmal war es die “Funk Uhr”, die “auf einen blick” oder die “Fernsehwoche”. Hin und wieder klappte der Transfer jedoch nicht, weil die Einfuhr solcher Druckerzeugnisse eigentlich verboten war.

Nach der Wende kaufte ich mir natürlich immer, wenn wir in West-Berlin waren, eine solche Zeitschrift. Die “Funk Uhr” fand ich damals am besten.
1990 hielten die Blätter dann auch in den Oranienburger Kaufhallen Einzug. Anfangs jedoch noch zu einem Kurs von 1:3. Ein Heft kostete 4,50 Ost-Mark. Anfangs gab es sie immer im Schreibwaren- und Zeitungsladen gegenüber der SED-Kreisleitung in der Leninallee (Berliner Straße). Heute ist da nur ein Parkplatz. Später zogen die Kaufhallen nach.
Und im April begann dann die große PR-Aktion der Westverlage: Sie verhökerten ihre Blätter zum Kurs von 1:1. Das Heft gab es dann für 1,50 Ost-Mark – wenig später sogar mit eigenem DDR-Programmteil. Bis heute gibt es von der “Funk Uhr” die “Ausgabe Ost”.

Heute bin ich der “Funk Uhr” untreu. Heute ist das Blatt ein ödes Sammelsurium aus allen möglichen Themen, das Fernsehen ist fast nur noch im Programmteil an sich präsent. Meine Eltern jedoch haben die Zeitschrift nun inzwischen seit 20 Jahren.

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