Monatsarchiv für April 2010

aRTikel

1990 – Jahr der Einheit: 215000 Mark Umsatz am ersten Tag

Freitag, den 30. April 2010
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März 1990 -> 18.3.2010

Rückblick: Der April 1990 im Kreis Oranienburg: Konsum-Kaufhaus öffnet wieder / Gedenklauf fällt aus / Bus fährt nach Tegel

MAZ Oranienburg, 30.4.2010

Was passierte im Jahr der Einheit im Altkreis Oranienburg – und was stand in der Märkischen Volksstimme (MV)? Diesmal der April 1990.

OBERHAVEL
Die Proteste sind erfolgreich: Zwischen Oranienburg und Berlin-Tegel gibt es wieder eine Busverbindung. Am 4. April startet nach eineinhalb Monaten Pause am Busbahnhof der Kreisstadt der erste Bus nach West-Berlin. Ursprünglich sollte er nicht mehr fahren, weil er von den Betreibern als unrentabel eingeschätzt wurde.

Die deutsche Einheit rückt unterdessen immer näher. In Oranienburg gehen am 5. April 5000 Menschen auf die Straße. Ihre Forderung: „2:1, nein!“ Gemeint ist der Umtauschkurs von DDR-Mark zur D-Mark. Die Leute fordern einen Kurs von 1:1. Die DDR dürfe zudem kein Billiglohnland mit radikalem Sozialabbau werden.

In Schönfließ öffnet am 10. April wieder der „Alte Dorfkrug“. Die Gaststätte hat jedoch nur ein kurzes Gastspiel, schon im Juni soll wieder Schluss sein. Dann beginnt der totale Neuaufbau des Hauses. Geplante Bauzeit: bis zu zwei Jahre.

Kinder, Eltern und Erzieher der Oranienburger Maria-Kuhn-Oberschule (im Haus der heutigen Torhorst-Gesamtschule) schreiben einen Brief an den Bildungsminister. Sie fordern die Beibehaltung ihres Hortes und sammeln dafür bereits Unterschriften.

Das Osterfest 1990 in Oranienburg bietet Freude und Ärger. Einerseits bleiben die Hubschrauber des Flughafens Nahe Wilhelmsthal im Depot, der Fluglärm bleibt aus. Andererseits ist die F 96 zu den Feiertagen eine Staufalle. Über die Fernverkehrsstraße mitten durch die Stadt quält sich der komplette Verkehr Richtung Norden. Die Polizei fordert im Vorfeld langsame Fahrer auf, die Strecke zu meiden. Eine Umweltgruppe des Neuen Forums sorgt zudem für ein Chaos: Zur dicksten Verkehrszeit demonstrieren sie auf der Straße des Friedens (Bernauer Straße) gegen die „unzumutbaren Belastungen“. Der Verkehr kommt zeitweise zum Erliegen.

Am 21. April tagt in der Kreisstadt letztmals der Runde Tisch. Und dabei gebe es noch so viel zu besprechen. Das Gremium werde „mitten aus der Arbeit gerissen“, so steht es in der MV.

In Wolfslake feiern die Speedwayfahrer den zehnten Geburtstag des MC Eichenring. Zum ersten deutsch-deutschen Klubvergleich mit dem MSC Nordhastedt (Schleswig-Holstein) kommen 5000 Leute. Die Wolfslaker gewinnen den Pokal.

Eine Hiobsbotschaft dagegen für die Läufer: Der 27. Sachsenhausen-Gedenklauf 1990 muss ausfallen. Es gab zu wenig Anmeldungen.

Schon vor der Währungsunion verdrängen Westwaren die heimischen Produkte in den Kaufhallen. Am Runden Tisch ist gar von einer „Flut von Westprodukten“ die Rede. Wie die Preise entstehen – meist im Kurs 1:3 – erscheint willkürlich. Im Oranienburger Zentrum öffnet am 23. April das Konsum-Kaufhaus nach einem Umbau. Allein am ersten Tag macht das Haus einen Umsatz von 215 000 DDR-Mark. Und auch Sommerfeld hat bald einen Lebensmittelmarkt. Geplant sind 600 Quadratmeter, am 1. Juli 1991 soll er eröffnet werden.

Die Kommunalwahlen am 6. Mai werfen ihre Schatten voraus: Wie schon bei der Volkskammerwahl, ist die Abstimmung gefährdet. Allein in Oranienburg fehlen am 27. April noch 100 Helfer.

RTZapper

ran – Europa-League-Halbfinale: Hamburg – Fulham

Donnerstag, den 29. April 2010
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DO 29.04.2010 | 20.15 Uhr | Sat.1

Tja, da fällt der Fußballabend am 12. Mai wohl für mich aus. Der Hamburger SV hat’s vergeigt. Die Fußballer haben das Finale verpasst, gegen Fulham verloren. Und dabei lag Hamburg lange vorn – zumindest, als ich ein paarmal reingezappt habe.
Denn eigentlich finde ich Fußball erst spannend, wenn es ums Finale geht. Wenn die Bayern in der Champions League im Finale antreten, werde ich dabei sein. Auch wenn ich die Bayern nicht mag, das Ding müssen sie natürlich gewinnen. Beim Bundesliga-Finale werde ich eine weitere Fußball-Interesse-Ausnahme machen. Und dann ist ja bald auch noch die WM.

Vielleicht ist es ja ganz gut, dass es Hamburg nicht geschafft hat. So viel Fußball hätte ich ja gar nicht verkraftet.

RTelenovela

Kinokrise, Spieleboom und Ladenstarre

Donnerstag, den 29. April 2010
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So richtig gut scheint es im Oranienburger Filmpalast nicht zu laufen. Allein heute sind in der Hauptvorstellung drei von vier Filmen mangels Zuschauer ausgefallen.
Das heißt: In einem Saal hätte es noch einen Zuschauer gegeben, nämlich mich. Ganz spontan hatte ich mich entschieden, mir “Date Night” anzusehen. Aber im Filmpalast wird der Projektor eben nicht nur für eine Person angeschmissen. Stattdessen bot mir die Frau an der Kasse an, doch “Kampf der Titanen” zu sehen. Aber erstens will ich mir ja den Abend durch so einen Schrott nicht ruinieren und zweitens will ich auch nicht 3 Euro Aufschlag für einen 3-D-Service zahlen, den ich gar nicht haben will.
Ist mir im Oranienburger Kino nun zum zweiten Mal passiert, dass eine Vorstellung nicht stattfand. Und ich habe das Gefühl, dass man das Kino bald abschreiben kann. Ich jedenfalls werde wohl in Zukunft lieber spontan nach Tegel oder Prenzlauer Berg fahren, wo ich mir auch sicher sein kann, dass der Film läuft, den ich sehen will.
Seltsam ist nur: Als der Filmpalast kurz davor war, dicht gemacht zu werden, waren viele Oranienburger traurig. Genauso traurig ist es aber, dass sie das kulturelle Angebot nicht nutzen.

Immer noch voll spontan entschloss ich mich, mich ein Stündchen rauszusetzen. Schließlich hatten wir den ersten sommerlichen Tag, den ersten lauen Abend bei herrlichem Wetter.
Ich lief die Stralsunder Straße entlang, zur Milchbar. Lustigerweise gibt es neuerdings in der Straße gleich zwei Spieleläden. Einen, der sich mit allen Arten von Spielen beschäftigt – im Regel hinterm Tresen erblickte ich jedoch nur Computerspiele -, im zweiten gibt es nur Computerspiele. Sie liegen fast nebeneinander. Ich bin gespannt, welches Geschäft sich halten wird.
Aber in der Stralsunder Straße gibt es ja auch zwei Fahrschulen, die eine links von der Straße, die andere direkt gegenüber.

Herrlich, ich sitze an der Milchbar, lasse die Seele baumeln, trinke einen Shake und lese den “stern”. Und beobachte den Straßenverkehr. Wie immer sind es vorrangig BMW-Fahrer, die ihre Motoren beim Start an der Ampel aufheulen lassen und mal so richtig krass Gas geben. Penner, die. Wissen die nicht, dass sich davon niemand, also wirklich niemand, beeindrucken lässt?

Rückweg nach Hause. Ich spaziere am Sandwichladen in der Schulstraße vorbei. Der ist seit Wochen dicht, sieht aber nicht so aus. Der laden vegetiert genauso dahin, wie er am letzten Öffnungstag verlassen wurde. Die Eisbox läuft, am Ofen leuchtet die Digitaluhr, an der Tür steht, dass bis zum 31. März die Winteröffnungszeiten gelten. Ich vermute, dass sich in dem Lädchen nun monatelang nichts tun wird, wie ja schon im Sandwichladen im Bahnhof vom gleichen Betreiber. Schade drum.

RTelenovela

Nachhilfe für die OVG

Mittwoch, den 28. April 2010
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Okay, die Leute von der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft in Germendorf kennen sich mit Bussen aus. Da müssen sie sich nicht auch noch mit Politkern auskennen.
Wegen der Bauarbeiten rund um den Oranienburger Bahnhofsplatz müssen die Busse woanders halten, und ein Laufband auf der Fahrplananzeige gibt auch an, wo: in der Willi-Brand-Str.

Der arme Willy Brandt! Ein T geklaut und das Y durch ein dürftiges I eingetauscht.
Da habe ich für die OVG gleich noch ein paar Vorschläge: Hellmuth Kol, Hehlmud Schmitt, Johanniß Rauh, Mannfret Stollpä und Regiene Hilldebrand.

aRTikel

Angemerkt: Die Domino-Krise

Mittwoch, den 28. April 2010
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RT bemerkt, dass auch die großen Privatsender immer weniger Geld haben

MAZ, 28.4.2010

Jetzt hat die Wirtschaftskrise endgültig auch das deutsche Privatfernsehen erreicht. Dunkle Wolken ziehen am Himmel herbei, denn nun gibt es ein prominentes Opfer, und die TV-Nation ist tief erschüttert: RTL muss seinen „Domino Day“ in diesem Jahr absagen. Die finanzielle Basis ist zusammengebrochen, ließ RTL verlauten. Deutschland muss also ohne die Mega-show auskommen, in der stundenlang nichts passiert, außer dass Dominosteine umfallen – oder auch nicht. Ein Stück Identität und kulturelles Qualitätsfernsehen geht verloren ohne den „Domino Day“, und noch hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts dazu gesagt. Was wird uns RTL stattdessen vorsetzen? „Die 25 spannendsten Domino-Day-Momente“ mit Sonja Zietlow? Eine dieser Rankingshows, in denen C-Promis Ausschnitte mit den Worten „Das war ja lustig!“ kommentieren? Eventuell hat ja Oliver Geissen ein bisschen Zeit, irgendwas Langweiliges zu moderieren. Vielleicht sollte RTL einfach eine Wiederholung aus den vergangenen Jahren senden. Würde eh’ niemandem auffallen.

ORA aktuell

Verkehr: Oranienburger Autofahrer müssen sich umstellen

Mittwoch, den 28. April 2010
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Zwei große Baustellen gibt es seit Montag in Oranienburg. An der Kreuzung Berliner Straße/Saarlandstraße entsteht ein Kreisverkehr. In der Stralsunder Straße wird die Fahrbahndecke erneuert.

- Die Berliner Straße ist zwischen Wupperstraße und Saarlandstraße gesperrt.
- Die Illerstraße ist nun eine Einbahnstraße aus Richtung “Eisbein-Otto” kommend. Die Einfahrt aus der Saarlandstraße ist nicht gestattet.
- Die Stralsunder Straße in Richtung Bahnhof ist ab der Lindenstraße gesperrt, vom Bahnhof aus ist sie in Richtung Arbeitsamt eine Einbahnstraße. Von der Bernauer Straße ist sie bis zum Bahnhofsplatz in Richtung Bahnhof gesperrt. Vom Bahnhof aus ist sie in Richtung Bernauer Straße eine Einbahnstraße.
- Die Krebststraße ist eine Sackgasse.
- Die Schulstraße ist keine Einbahnstraße mehr, aber dafür zur Stralsunder Straße hin eine Sackgasse.

Demnächst ist auch die Saarlandstraße zwischen Robert-Koch-Straße und Mainstraße eine Baustelle. Auch in diesem Bereich sind Sperrungen vorgesehen.

RTZapper

Im Angesicht des Verbrechens

Mittwoch, den 28. April 2010
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DI 27.04.2010 | 22.05 Uhr | arte

Fernsehen wird immer mehr zum Nebenbeimedium. Auch bei mir. Der Apparat läuft eben und irgendwas ist da gerade zu sehen.
Ich wusste schon vorher, dass das mit der neuen arte-Krimiserie “Im Angesicht des Verbrechens” nicht funktionieren würde. Und so habe ich die ersten beiden Folgen so intensiv und aufmerksam verfolgt wie schon lange keine Fernsehsendung mehr.

Und es hat sich gelohnt.
Okay, der Beginn ist ein bisschen wirr. Szene reiht sich an Szene, und lange wusste ich überhaupt nicht, worum es denn nun eigentlich ging. Hauptdarsteller Max Riemelt spricht ein wenig nuschelig, und überhaupt sind einige Szenen in ziemlich schlechter Tonqualität. Aber ich blieb dran.
Und spätestens in Folge 2 packte es mich. Die Geschichte um einen jungen Polizisten in Berlin, der mit einem Kollegen in einen Russenmafiafall verstrickt wird, war spannend. Sowohl inhaltlich als auch gestalterisch.

Um so mehr wundert mich, wie mit der Serie umgegangen wird. Der Zehnteiler von Dominik Graf wurde auf der Berlinale von der Kritik gefeiert. Nun läuft er bei arte im Spätprogramm zu verschiedenen Sendezeiten. Schon am Sonnabend laufen wieder zwei Folgen. Die Ausstrahlung im Ersten ist gar erst für den Herbst geplant. Dass arte die Erstausstrahlung für sich beansprucht ist nichts Neues, arte ist einer der Geldgeber. Dass aber die ARD erst im Herbst nachzieht – das ist ungewöhnlich. Spannend wird auch die Frage, wo denn das Erste “Im Angesicht des Verbrechens” sendet. Der Stoff ist schwierig, man muss sich als Zuschauer konzentrieren. Und für die Primetime ist er zu gewalttätig, zu sexistisch. Gibt es im Ersten dafür überhaupt einen Sendeplatz?

Ich hoffe jedenfalls, dass ich nicht den Faden verliere. Die beiden Folgen von Sonnabend werde ich schon mal nicht “live” verfolgen können.