RT im Kino

Troubled Water

Die Vergangenheit holt Thomas (Pål Sverre Valheim Hagen) wieder ein. Er arbeitet als Orgelspieler in einer Kirche in Oslo.
Seinen Job bekam er direkt, nachdem er aus dem Knast kam. Er soll vor acht Jahren als Halbwüchsiger mit einem Freund einen kleinen Jungen ermordet haben.
Nun verliebt er sich in die Pastorin Anna (Trine Dyrholm). Sie hat einen kleinen Sohn. Der blonde Jens sieht aus, wie das Kind von damals. Thomas fällt das sofort auf, und ein Schatten legt sich nieder. erst recht, als dann auch noch Agnes (Ellen Dorrit Petersen) auftaucht – die Mutter des ermordeten Jungen.

“Troubled Water” handelt von einem Verbrechen, von dem unklar ist, wie es passiert ist und was genau überhaupt passiert ist. Nach und nach bekommt der Zuschauer durch Rückblenden Puzzleteile präsentiert. Regisseur Erik Poppe zeigt aber auch, wie Vergangenheitsbewältigung funktioniert oder nicht funktioniert. Nach vorne schauen, nicht zurück. So sagt es zumindest einer der Kirchenangestellten. Doch so einfach ist das nicht.
Der norwegische Film zeigt das Geschehen aus zwei Blickwinkeln. Aus Thomas’ und dann noch einmal aus Agnes’ Sicht. Es sind erhellende Momente, nachdenkliche und erschütternde. Am Ende auch hochspannende.

Hinzu kommt die Musik. Orgelmusik gehört sowieso zu den größten Tönen. Wenn Thomas dann noch mit ganzer Wucht “Bridge Over Troubled Water” spielt, dann trifft alte Musik die moderne Kunst.
Shootingstar Pål Sverre Valheim Hagen hat völlig zurecht den Preis als bester norwegischer Schauspieler bekommen. Seine Gestik, seine Mimik, die Schüchternheit, die Trauer, die Wut, die Angst. Dazu Ellen Dorrit Petersen als aufgewühlte Mutter, die entsetzt ihre Augen aufreißt, als sie Thomas erstmals sieht. Das sind Gänsehautmomente.

8/10

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Ein Kommentar zu “Troubled Water”

  1. sisakater

    Ich stimme voll zu. Ein wunderbarer, aufwühlender Film, der einen auch ein halbes Jahr später nicht loslässt.

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