Tagesarchiv für 23. März 2010

RTZapper

Post von Wagner: Lieber Jörg Kachelmann

Dienstag, den 23. März 2010
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DI 23.03.2010 | Bild

Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner ist entsetzt. Über Jörg Kachelmann. Über den Vorwurf der Vergewaltigung.
Wagners Welt bricht zusammen. Faselt etwas von vielschichtigen Menschen, darüber, dass Kachelmann nie wieder das Wetter moderieren würde. Schon allein der Vorwurf enttäuscht Wagner. Weil er an Kachelmanns Wettverhersagen glaubte. Und er fragt, ob man sich nicht mal auf das Wetter verlassen könne.

Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte, wenn man diesen Beitrag liest. Wagner erzählt von seinem angeblichen Gutmenschentum. Wagner ist enttäuscht über jemanden, dessen Schuld längst nicht bewiesen ist. Wagner lehnt jemanden ab, der zunächst nur verdächtig ist. Wagner macht aus einem Verdacht schon einen Abschiedsbrief. Wahrscheinlich noch lächelnd.

Damit ist er allerdings nicht allein. Die Medien formulieren in diesen Tagen Nachrufe auf Kachelmann. Als ob er entweder schon verurteilt und damit weg vom Fenster, oder zweitens gerade gestorben sei.
Selbst wenn Jörg Kachelmann unschuldig ist. Steht er dann wieder vor der Kamera hat er einen Makel.
Traurig.

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RTelenovela

Volojahre (46): Abendmahl XXL

Dienstag, den 23. März 2010
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(45) -> 16.3.2010

Die Kirche ist momentan wohl ein ganz sensibles Thema. Ein humoriger Beitrag meinerseits, der Religion mit Weltlichem verband, sah heute jedenfalls ein Stoppschild von ganz oben.
Ich will euch den Text trotzdem nicht vorenthalten. Er ist kein Meilenstein, aber der Hauch des Verbotenen wertet ihn auf.
Und morgen gratuliere ich an dessen Stelle nun Nena zum 50. Geburtstag. Auch nett.

Abendmahl XXL
Für das letzte Festessen vor dem Tod lassen wir uns nicht lumpen, meint RT
Selbst in der letzten Stunde vor unserem Ableben denken wir nur an das eine. Ans Essen. Und wir futtern in diesen trüben, finalen Minuten imme rmehr in uns hinein. Das letzte Abendmahl wandelt sich zu einer gefräßigen Schlacht am kalten und warmen Büfett. Eine Studie brachte es gestern an den Tag: Seit 1000 Jahren wachsen die Portionen, die Meister wie Leonardo da Vinci auf ihren Gemälden festhalten. Das stellen die US-Forscher Brian und Craig Wansink beim Vergleich von 50 Kunstwerken fest, die “Das letzte Abendmahl” von Jesus und seinen Jüngern zeigten. Die Größe der Teller nahm auf den Bildern zwischen dem elften und 21. Jahrhundert um 66 Prozent zu, die der Portionen sogar um 69 Prozent und die der Brotlaibe um 23 Prozent. Kein Wunder, im elften Jahrhundert gab es ja noch keine Feinkostabteilungen im Supermarkt, Fastfood oder die unsäglichen XXL-Restaurants mit Regarouladen mit tablettgroßen Schnitzeln. Und wer will schon hungern, wenn er seinen Weg ins Jenseits antritt? Oder gibt es an der Himmelspforte eine Waage?

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RTZapper

Von Lust und Laster

Dienstag, den 23. März 2010
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MO 22.03.2010 | 23.15 Uhr | WDR

Der WDR spielt Schmierentheater und nennt das Ganze dann Dokumentation. Aber andererseits: Der WDR war auch in einer blöden Situation.

Zeitgeschichtsdokus funktionieren heutzutage so: Originalmaterial wird zusammengeschnitten und von Promis oder Zeitzeugen kommentiert. Das fand man beim WDR offenbar toll.
“Von Lust und Laster” hieß eine Dokumentation über sexuelle Tabus in Deutschland, die der WDR am Montagabend zeigte. Dabei kamen auch Tabus im Dritten Reich und danach zur Sprache.
Und da gibt es natürlich ein Problem: Zeitzeugen und Protagonisten von damals sind leider schon tot. Für den WDR natürlich doof. Aber kein Grund, auf Zeitzeugen zu verzichten. Der WDR setzte stattdessen Laienschauspieler in ein dekoriertes Studio und ließ sie die Texte aufsagen, die diese Zeitzeugen eventuell auch so gesagt hätten. Ob sie es wirklich so gesagt hätten – wer weiß das schon so genau.
Eine Hure von der Hamburger Herbertstraße kam ebenso zu Wort – natürlich in Klamotten aus der damaligen Zeit – wie eine Putzfrau und ein damals verfolgter Homosexueller. Die erzählen dann Sachen wie: “Ich hatte doch keine andere Wahl!”

Aber was soll der Quatsch? Müssen jetzt schon Zeitzeugen dargestellt werden, um eine Dokumentation angeblich handfester zu machen? Oder war die Doku in Wirklichkeit eine Comedy?
So oder so: ganz übel.

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