Tagesarchiv für 18. März 2010

RTelenovela

Vor 20 Jahren (32): Freie Wahl

Donnerstag, den 18. März 2010
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(31) -> 10.3.2010

Sonntag, 18. März 1990.
Ich war 11 und durfte natürlich noch nicht wählen bei der ersten freien Wahl in der DDR. Zum ersten einzigen Mal wählten die DDR-Bürger ihr Parlament.

Unser Wahllokal ist immer dasselbe gewesen – im Hort an der Innsbrucker Straße in Oranienburg. Der Unterschied diesmal war, dass es wirklich etwas zu wählen gab und nicht nur das einfache Zettelfalten.
Mitgegangen ins Wahllokal bin ich aber eigentlich immer, denn es hat mich interessiert, wie es da so aussieht. Und im Flur zum Hort hingen immer irgendwelche Bilder der Schulkinder.

Am Abend dann sahen wir uns die Ergebnisse im Fernsehen an. Damals waren wir überzeugte ZDF-Wahlstudio-Gucker. Die hatten zu der damaligen Zeit einfach die besseren Grafiken.
In Altkreis Oranienburg siegte übrigens nicht die CDU, die DDR-weit vorn lag, sondern die SPD mit 33,4 Prozent. CDU: 33,0 Prozent, PDS: 15,3 Prozent.

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aRTikel

1990 – Jahr der Einheit: Abstimmung in Gefahr

Donnerstag, den 18. März 2010
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Februar 1990 -> 23.2.2010

Rückblick: Vor der Volkskammerwahl im März 1990 melden sich zu wenige Helfer / Aerobic und Lambada im Trend / Oranienburg hat eine neue Miss

MAZ Oranienburg, 18.3.2010

Was passierte im Jahr der Einheit im Altkreis Oranienburg – und was stand in der Märkischen Volksstimme (MV)? Wir blättern zurück. Diesmal der März 1990.

OBERHAVEL
Große Freude in Glienicke. An der Grenze zu Berlin-Hermsdorf wird am 3. März ein weiterer Grenzübergang geöffnet, neben Stolpe, Stolpe-Süd und Hohen Neuendorf der vierte im Kreis Oranienburg. Der sogenannte Entenschnabel ist kein Mauer-Niemandsland mehr.

Doch die politische Euphorie scheint insgesamt verflogen, zumindest wenn es um das direkte Wirken geht. Der Runde Tisch kommt Anfang März nur noch schleppend voran. Bloß die SPD, PDS und die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) sind dabei. Und das trotz der Sorge aller vor wachsender Arbeitslosigkeit.
Zudem ist die für den 18. März angesetzte Volkskammerwahl zwei Wochen zuvor gefährdet. In Oranienburg sind die Wahlvorstände nicht vollzählig. 27-mal sieben Bürger sind für die Gremien nötig. Wenn es um die Mühen des demokratischen Alltags ginge, scheine der Spruch „Wir sind ein Volk!“ nicht mehr zu gelten, kommentierte ein Sprecher der Kreisstadt die Situation.
Unterdessen tummeln sich im Wahlkampf auch in unserer Region die Politpromis. Gregor Gysi (PDS) tritt an der Pestalozzischule in Birkenwerder auf. Otto Graf Lambsdorff (FDP) kommt nach Oranienburg, Lothar de Maizière (CDU) nach Velten und Willy Brandt (SPD) nach Schwante.

Aerobic und Lambada sind die Freizeit-Zauberwörter. Die Oranienburger strömen am 4. März zur großen Fitnessshow in der Großraumhalle in der Bahnhofstraße (der heutigen Willy-Brandt-Straße). Zu Gast sind Animateure aus der DDR und der CSSR.

Auf dem Lehnitzsee in Oranienburg werden die ersten Dampfer aus Berlin-Tegel gesichtet. Anlegen können sie jedoch nicht. Es fehlt noch eine entsprechende Brücke. Bis Mai soll sie fertig sein.

Die Kreisstadt hat einen Käferclub. Gemeint sind aber nicht die kleinen Tierchen, sondern die unverwüstlichen Volkswagen. 40 Mitglieder hat der Verein unter seinem Vorsitzenden Jürgen Jancke.

In der MV vom 16. März erzählt ein Oranienburger über seine kurze Karriere bei den Republikanern. Anfang 1990 trat er in West-Berlin in die rechtsextreme Partei ein, übernahm dort auch ein Amt. Er habe eine Alternative zur bisherigen Jugendarbeit in der DDR gesucht, erzählt er. An einem Stand habe er sich informiert, sei dann aber entsetzt gewesen, als er merkte, „wie rechtsradikal und undemokratisch die Truppe ist“.

Ganz demokratisch dagegen verläuft die erste freie Volkskammerwahl am 18. März. Und auch wenn es so klingen mag: Der Film „Achtung Banditen! – Zeit des Verbrechens“ im Hohen Neuendorfer Kino hat mit der politischen Lage nichts zu tun. Uwe Grabenhorst, CDU-Kreisgeschäftsführer, ist jedenfalls von der Deutlichkeit des Sieges seiner Partei überrascht. SPD-Kreisverbands-chef Karl-Heinz Schröter sieht im Ergebnis keinen Anlass, die Köpfe hängen zu lassen. Kritisch merkt er jedoch an, dass das Erscheinungsbild einiger SPD-Spitzenkandidaten die Wähler nicht gerade von den Stühlen gerissen habe.

Im Kreis beginnen am 25. März die Jugendweihefeiern. Bis Ende Mai sind bei 48 Veranstaltungen 1319 Jugendliche dabei.

Im Handball ist einer der großen Nachwuchshöhepunkte in Gefahr: Für die Jugendspartakiade haben sich nur noch 41 Mannschaften angemeldet, zwei Jahre zuvor waren es noch 76.

Der Monat März endet mit einer Damenwahl: Silke Krepeit ist Miss Oranienburg 1990. Bürgermeisterin Hildegard Busse überreicht der schönen Frau Schärpe und Krone.

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RT im Kino

Green Zone

Donnerstag, den 18. März 2010
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Nach den Anschlägen des 11. September 2001 waren die USA aufgeschreckt. Afghanistan war wieder ein Thema. Und der Irak, der angeblich Massenvernichtungswaffen besaß. Wie gesagt, angeblich. Aber genau deshalb begann im März 2003 der zweite Irakkrieg.

In dieser Zeit spielt auch “Green Zone”. Roy Miller (Matt Damon) kommt im Irak mit seiner Einheit in viele riskante Situationen. Die Lage in Bagdad und den anderen Orten im Land ist völlig unübersichtlich. Und die Massenvernichtungswaffen, die alle suchen? Bislang verlief die erfolglos, und Miller beginnt, unangenehme Fragen zu stellen. Er hält alle bisherigen Infos für falsch und kritisiert, dass keine Quelle bekannt ist. Zumindest nicht der Öffentlichkeit.
Miller soll kalt gestellt werden, doch er ermittelt unter Lebensgefahr weiter.

Heutzutage schockt einen ja, was die USA angeht, fast gar nichts mehr. Dennoch ist die Kaltblütigkeit, mit der die Amis im Irak vorgegangen sind – und das auch noch unter falschem Verwand – bemerkenswert. Anderswo gäbe es wohl schon Kriegsverbrecherprozesse…
Amis kämpfen gegen Iraker. Aber auch gegen Amis. Jeder gegen jeden.
Und dazu noch diese dumme Naivität der Amis, dass die Iraker ihr Land nicht mehr ohne die Amis in den Griff bekommen sollen. Aber die Amis sitzen ja auch in ihrer “Green Zone”, einer Zone in Bagdad, die geschützt ist.
Die Geschichte des Films von Paul Greengrass basiert auf ein Sachbuch, das über die Zeit des Irakkrieges berichtet. Greengrass hat daraus einen rasanten Thriller gemacht. Gerade die erste halbe Stunde ist jedoch so schnell geschnitten, so hektisch gedreht, dass auch der Zuschauer ein wenig aus der Puste kommt. So dauert es ein wenig, bis man in die Geschichte rein kommt und weiß, wo es eigentlich hingehen soll. Das ist auch ein Grund, warum das Ganze dann doch nicht so richtig packend ist. Das kann dann auch ein gut spielender Matt Damon nicht wettmachen.

6/10

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RTZapper

Werbung: OBI

Donnerstag, den 18. März 2010
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MI 17.03.2010 | 14.59 Uhr | radioeins

Jetzt ist es raus. Die Schuldfrage ist klar. Die Frage, warum sich der Frühling in diesem Jahr so viel Zeit lässt, ist beantwortet: OBI hält ihn gefangen.
Wer den Frühling will, muss in den Baumarkt. So suggeriert es uns ein Werbespot, der immer mal wieder auch auf radioeins läuft. Darin heißt ein Hotel plötzlich nur nur “Drei Jahreszeiten”, denn “Den Frühling gibt’s nur bei OBI”.

Ich finde, man sollte OBI anzeigen. Wer so dreist den Frühling kidnappt und dann auch noch frech Werbung damit macht, sollte hart bestraft werden. Und wenn die Leute von OBI nun denken, dass ich mir in deren Bude den Frühling hole, dann haben sie sich geschnitten. So kann man auch Antiwerbung für sich machen.

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RTelenovela

Huch, Hennigsdorf ist zu klein!

Donnerstag, den 18. März 2010
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Eigentlich wollte sich Hennigsdorf um den Brandenburg-Tag 2012 oder 2014 bewerben, und die Chancen standen nicht schlecht. Hennigsdorf wollte ein großes Fest für ganz Brandenburg ausrichten.
Doch jetzt hat Hennigsdorf kalte Füße bekommen. Die Stadtoberen suchten offenbar nach einer Ausrede, warum der Brandenburg-Tag doch nicht in Hennigsdorf stattfinden kann. Und sie fanden die Bekloppteste: Hennigsdorf sei zu klein für den Brandenburg-Tag. So berichtete es jüngst die lokale Nachrichtenseite “Die Mark online”.
Na, gut, dass die Hennigsdorfer das noch rechtzeitig gemerkt haben. Wäre ja auch blöd gewesen, wenn die vielen, vielen Leute plötzlich gar nicht in die Innenstadt gepasst hätten.

Damit nicht genug: Das Kuratorium ist offenbar nicht der Meinung der Hennigsdorfer, dass ihre Stadt zu klein ist. Doch der Versuch, die Verantwortlichen doch noch zu überreden, scheiterte. Was nun dazu führt, dass sich auch keine andere Stadt mehr für 2012 bewerben kann. Die Zeit ist zu knapp.
Dass die Ausrede Hennigsdorfs Unsinn ist, zeigt auch, wenn man sich ansieht, wer bisher den Brandenburg-Tag veranstaltete. Forst zum Beispiel hat weniger Einwohner als Hennigsdorf. Königs Wusterhausen ist nur unwesentlich größer, ebenso Schwedt.

Der Gipfel jedoch ist, dass die Stadtoberen die schlechte Nachricht den Hennigsdorfern lieber gar nicht erst verklickern wollte. Schon Anfang Februar trat Hennigsdorf zurück. Laut “Die Mark Online” wurden die Staverordneten im nichtöffentlichen Teil der Sitzung informiert. Die Hennigsdorfer vorsichtshalber gar nicht.
Aber das ist feige. Und schäbig. Und überhaupt alles sehr seltsam.

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