Tagesarchiv für 10. März 2010

RTelenovela

Vor 20 Jahren (31): Ein weißer BMW

Mittwoch, den 10. März 2010
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(30) -> 27.2.2010

Freitag, 9. März 1990.
Wieder mal waren wir unterwegs in West-Berlin. Unseren Lada hatten wir recht kurzfristig verkauft. In den Tagen und Wochen danach mussten wir nun also überlegen, was für ein Auto wir uns zulegen würden.
An diesem 9. März besuchten wir mal wieder die diversen Autohöfe im Norden Berlins. Einer davon war an der B96 am Oraniendamm in Waidmannslust. Keine Ahnung, ob es den heute immer noch gibt.

Heute gibt es diese Plätze, auf denen Gebrauchtwagen stehen ja wie Sand am Meer. Vor 20 Jahren war das – zumindest für uns Ossis – noch etwas Aufregendes.
Wir suchten natürlich: einen BMW. Was anderes kam für meinen Vater nicht in Frage. Zu recht, wie ich natürlich aus heutiger Sicht finde.
Es hat etwas gedauert, wir waren nicht nur einmal unterwegs, aber am Ende, hatten wir, was wir wollten: einen weißen 3er-BMW. Ein schickes Auto. Gut 16 Monate war es unsere Familienkutsche, bis es im Juli 1991 von einem neuen Modell abgelöst wurde.

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RTZapper

Unser Star für Oslo: Halbfinale

Mittwoch, den 10. März 2010
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DI 09.03.2010 | 20.15 Uhr | ProSieben

Da wurde es endlich dann doch mal spannend bei “Unser Star für Oslo”, und dann das: Christian Durstewitz hat es nicht ins Finale geschafft. Zu wenig Anrufer. Dabei war er beim Casting von ProSieben und Das Erste mit Abstand der beste Musiker, konnte nicht nur singen, sondern auch Instrumente spielen. Er ist ein Rocker, eine Rampensau, und hätte beim Eurovision Song Contest sicher Eindruck gemacht.

Nun haben wir am Freitag die Wahl: Die etwas extravagante Lena oder die ziemlich langweilige Jennifer.
Für mich ist die Spannung ganz schön raus…

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RT im Kino

Boxhagener Platz

Mittwoch, den 10. März 2010
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Oma ist die Beste! Oma macht immer leckeres Essen, und irgendwie ist mit Oma alles anders als bei Mutti und Vati.
Wenn ich mir das Wohnzimmer von Oma Otti ansehe, dann erinnere ich mich an auch meine Oma und an meine Großtante. Diese alten Stühle. Der hohe Tisch. Der Kachelofen. Die Hausmannskost.

1968 in Ost-Berlin. Holger (Samuel Schneider) ist 12, und ist oft bei seiner Oma Otti (Gudrun Ritter). Seine Eltern (Jürgen Vogel und Meret Becker) streiten sich nämlich oft, und dass sein Vater Abschnittsbevollmächtigter in ihrem Berliner Wohnviertel ist, macht es für Holger auch nicht gerade einfach.
Gemeinsam mit Oma geht er auf den Friedhof. Sie sprechen über dies und das. Und über Omas Männer. Gerade flirtet sie wieder. Mit Karl Wegner (Michael Gwisdek). Ottis Mann liegt im Bett, und als er stirbt, übernimmt Karl seinen Platz.
Aber es ist in Ordnung so. Alles scheint in Ordnung. Wenn da nur nicht die Sache mit Fisch-Winkler (Horst Krause) passiert wäre. Der Händler von gegenüber ist mit einer Flasche erschlagen worden. Polizei uund Stasi ermitteln, und das sorgt am Boxhagener Platz für ordentlich Wirbel.

Nicht nur Oma Otti ist die Größe, auch Gudrun Ritter, die die fast 80-Jährige darstellt. Es ist wunderbar, der Charakterdarstellerin zuzusehen. Sie quatscht frei Schnauze, wie ihr der Berliner Schnabel gewachsen zu sein scheint. Liebevoll und doch augenzwinkernd, frech und auf ihre alten Tage noch romantisch, ja, fast vielleicht sogar noch ein bisschen lüstern.
Matti Geschonneck bringt mit “Boxhagener Platz” den gleichnamigen Roman von Torsten Schulz auf die Leinwand. Und es ist ein ganz wunderbares, irgendwie fesselndes, amüsierendes, hier und da spannendes Stück Film draus geworden.
Ostig, ohne ostalgisch zu sein. Rückblickend, ohne mit dem Finger drauf zu zeigen. Liebevoll, ohne zu beschönigen.
Neben Gudrun Ritter überzeugen auch alle anderen Schauspieler, bis in die kleinen Nebenrollen. Jürgen Vogel, Meret Becker, Samuel Schneider, Michael Gwisdek, Mathias Matschke als Stasimann.

Einziges, aber nicht ganz unwichtiges Manko: Der Film heißt “Boxhagener Platz”, spielt aber irgendwo. Der Name des Ortes fällt nie, ein Platz ist auch nicht zu sehen, der Boxhagener schon gar nicht. Gedreht wurde stattdessen in der schon aus vielen Filmen bekannten Kulisse in Potsdam-Babelsberg. Das fällt durchaus auf, die Häuser und Straßen wurden zwar verändert, haben aber dennoch einen hohen Wiedererkennungswert (“Sonnenallee”, “Herr Lehmann”, “Rosenstraße” u.a.). Vielleicht ist es aber auch so gewollt, dass der Film irgendwo spielen könnte.
Und, ach ja, der Fernsehturm in Ost-Berlin: 1968 war der noch nicht fertig, wird jedoch trotzdem im Film prominent ins Bild gerückt.
Egal, “Boxhagener Platz” ist dennoch ein toller Film.

9/10

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RTelenovela

Von einem unwichtigen wichtigen Dokument

Mittwoch, den 10. März 2010
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Dies ist die Geschichte eines unglaublich wichtigen Dokuments, das tatsächlich so unfassbar wichtig ist, dass heute niemand mehr weiß, wo es sich befindet und das auch niemanden stört. Nun gut, außer mich vielleicht.

Ende November 2009 rief mich mal wieder eine Dame von Vodafone an. Und diesmal konnte sie mich überreden: Kein Prepaid mehr, sondern ein Vertrag. 4,95 Euro im Monat und am Wochenende kostenlos ins Festnetz und zum eigenen Anbieter.
Der Vertrag gilt schon mündlich, erfuhr ich, Dennoch werde mir der Vertrag auch noch zugeschickt. Per UPS und per Einschreiben. Ich muss unterschreiben, wenn ich den Brief bekomme.

Ich ahnte schon: Das wird schwierig, denn ich bin am Tage ja eher selten zu Hause. Oder auch sehr unregelmäßig.
Aber ich hörte erst mal nichts von UPS. Bis in der Woche danach plötzlich zwei Zettel in meinem Briefkasten lagen. Besser gesagt: Kein Zettel, sondern ein Info-Notice. Auf dem ersten Zettel, äh, Info-Notice stand “1. Versuch”, auf dem zweiten “2. Versuch”.
Wann sie wiederkommen, stand nicht da. Aber egal, wann: Ich werde erneut nicht da sein. Ich bin arbeiten, wie die meisten Menschen im Laufe des Tages.

Ich wollte Kontakt aufnehmen. Auf der UPS-Website habe ich jedoch bald aufgegeben, das zu finden, wo ich hätte irgendwas angeben können. Kundenfreundliche Übersichtlichkeit habe ich bei UPS nicht entdeckt, ich hätte mich irgendwo anmelden müssen und sonst noch was.
Anruf bei UPS: Nach 20 Uhr ist aber niemand mehr da. Tolle Firma. Nach 20 Uhr bin ich leider erst zu Hause.
Ich klebte also einen Zettel an meinen Briefkasten – mit meiner Neuruppiner Büro-Adresse, denn im Dezember arbeitete ich noch in Neuruppin. Der Zettel klebte am Abend immer noch dort.
Ein paar Tage später: Ich war auf dem Weg nach Dresden, zum Striezelmarkt. Anruf auf meinem Handy, doch auf der Fahrt konnte ich natürlich nicht ran gehen, ich saß am Steuer. Ob UPS dran war? Ich werde es nie erfahren, denn seitdem habe ich von UPS nie wieder was gehört. Und mit denen Kontakt aufzunehmen, ist mir dann doch zu kompliziert gewesen. Und meinen Mobilfunkanbieter schien das alles gar nicht zu interessieren.

Mitte Februar 2010, mehr als zwei Monate danach: Per Mail fragte ich bei meinen Vodafone-Freunden nach, was denn nun mit meinem dermaßen wichtigen Dokument sei, das ich es nur persönlich empfangen könne. Sie sollen es mir doch bitte zuschicken, und bitte mit der normalen Post.
Antwort, eine Woche danach: Sie kümmern sich drum.

Heute: In meinem Briefkasten liegt ein Brief. Zettel 1: Bestätigung meines Vertrages mit allgemeinem Blabla. Zettel 2: Infos zum Vertrag. Der Vertrag selbst ist nicht dabei. Auch Tarifinfos fehlen.
“Eine Kopie Ihres Kartenvertrages liegt uns nicht vor”, heißt es stattdessen in dem Schreiben. Aha. Halten wir also fest: Das unglaublich wichtige Dokument, das ich hätte persönlich annehmen müssen, existiert also selbst bei Vodafone nicht mehr. Schlamperei.

“Haben Sie Fragen?”, heißt es darunter. Ja, hab ich.
Ich rufe bei Vodafone an, und nach nur vier Minuten und diversen Warteschleifen und Automatenstimmen, die mich baten Nummern zu drücken, habe ich auch schon jemanden in der Leitung.
Er muss sich erkundigen. Was nichts bringt. Es ist nicht bekannt, was mit dem Vertrag ist. Oder besser: Der gute Herr kann sich gar nicht erklären, was das für ein Dokument sein soll.
Fassen wir also noch einmal zusammen – und ich kann das gar nicht oft genug schreiben: Vodafone schickt mir ein so unglaublich und versammt wichtiges Schriftstück, dass ich es per Unterschrift nur persönlich entgegen nehmen kann. Und dann wissen die bei Vodafone nicht mehr, was das für ein Dokument gewesen sein soll.

Vodafone und UPS. Ein Dreamteam. Kann ich nur nicht weiterempfehlen.

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