Tagesarchiv für 2. März 2010

RT im Kino

Die Friseuse

Dienstag, den 2. März 2010
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Frau Krieger ist stark geschminkt und findet sich ästhetisch. Sie ist die Chefin des Friseursalons im Eastgate-Einkaufszentrum in Berlin-Marzahn. Nun sitzt eine dicke Frau vor ihr und lacht. Und will am liebsten gleich im Salon anfangen. Vielleicht hat sie sogar was drauf. Aber Frau Krieger mustert sie von oben bis unten. Und entscheidet: Sie wird die fette Frau nicht beschäftigen.
Dies ist die Geschichte von Kathi König (Gabriela Maria Schmeide). Sie weiß, dass sie dick, sehr dick ist. Ihren Lebensmut, ihre seelische Leichtigkeit will sie dennoch nicht aufgeben. Aber ihr wird es schwer gemacht. Sie will einen Job, bekommt ihn aber nicht. Sie will sich selbstständig machen, einen eigenen Salon im Eastgate eröffnen, das Geld dafür bekommt sie aber auch nicht. So stolpert sie von einer unglücklichen Geschichte in die nächste – und lässt sich nicht unterkriegen.

Kathi muss einige Klippen umschiffen. Kathi ist oft unglücklich. Dennoch ist der Film von Doris Dörrie kein trauriger, schwermütiger. Nein, “Die Friseuse” macht Mut, macht Spaß, macht optimistisch.
Dörrie erzählt von einer starken Frau, die nach der Wende, nach einer Trennung und mit einer Krankheit viel durchmacht und immer gestärkt aus den Erlebnissen hervorgeht.
Schnell schließt der Zuschauer sie in die Arme, liebt ihre Offenheit, ihre lockere Zunge, ihre Sprüche, ihre positive Einstellung, auch wenn es ihr schwerfällt.
Gabriela Maria Schmeide ist eine echte Entdeckung, ihre Berliner Schnauze herzerwärmend. Ihre Offenheit, was ihren Körper angeht, ist erstaunlich.
Und das alles im tiefsten Osten Berlins. Im Eastgate und drumherum. In dem Viertel der Hauptstadt, von dem es heißt, da gäbe es die meisten Alkis. Ob das wirklich so ist, sei dahingestellt, im Film sind sie kaum zu sehen. Geradezu liebevoll wird Marzahn bei aller Rohheit in Szene gesetzt.
Mit einem Lächeln geht’s nach dem Film wieder raus, an die frische Luft. Und wenn’s mal wieder schlecht läuft, denken wir in Zukunft an Kathi, wenn sie sagt: “Dit Leben, die Sau!”

9/10

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ORA aktuell

Randale in Oranienburgs Zentrum

Dienstag, den 2. März 2010

Drei Schaufenster mussten in der Nacht zum Sonntag dran glauben: In der Bernauer Straße in Oranienburgs Zentrum waren Randalierer unterwegs.
Beim Drogeriemarkt Rossmann entstand in der Glasfront ein großes Loch. Beim Bistro nebenan zersplitterte eine Scheibe, beim Telekom-Shop beschädigten die Täter das Glas der Eingangstür.
Die Kripo ermittelt.

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RTelenovela

Gerade erfahren: Ich habe einen neuen Namen

Dienstag, den 2. März 2010
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Ich hatte heute Post mit überraschenden Neuigkeiten im Briefkasten: Die Deutsche Rentenversicherung schickte mir einen neuen Sozialversicherungsausweis.
Die Begründung steht im Begleitschreiben: “Uns wurde für Sie eine Namensänderung gemeldet.”
Ah ja. Interessant. Das führt meinerseits natürlich zu einigen Fragen: Wie heiße ich denn jetzt? Aber da mein Name im Briefkopf der ist, den ich nun mehr als 31 Jahre trage: Wie hieß ich denn bislang? Und wer hat diese mysteriöse Namensänderung gemeldet?
Ich muss da wohl morgen mal anrufen.

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RT im Kino

Shutter Island

Dienstag, den 2. März 2010

SPOILER: Der nachfolgende Text verrät wichtige Inhalte des Films.

Besonderer Einsatz für Marshal Teddy Daniels (Leonardo diCaprio) und seinen Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo). Mitten im Meer liegt Shutter Island mit dem Ashecliffe Hospital, einer Klinik für geisteskranke Verurteilte. Eine der Insassen ist ausgebrochen, was eigentlich unmöglich ist, weil es von der Insel kein Entkommen gibt.
Teddy befragt Ärzte und Patienten, aber so richtig bekommt er von allen keine Informationen, die ihn zum Ziel führen könnten. Ganz im Gegenteil: Daniels gerät in einen immer tieferen Sumpf von Lügen, macht immer mysteriösere Entdeckungen. So soll es angeblich einen 67. Patienten geben. Teddy jedoch findet nicht heraus, was es mit ihm auf sich hat. Doch er will nicht aufgeben, auch wenn es ihn die letzten Kräfte kostet.

Erneut arbeitet Regisseur Martin Scorcese mit Leonardo di Capro zusammen. In “Shutter Island” erzählt der Altmaster diesmal eine Mysterystory voller gruseliger Elemente.
So richtig überzeugend gelingt ihm das jedoch nicht, was zum größten Teil daran liegt, dass Teddys Geheimnis für den Zuschauer kein wirkliches ist. Das, was ihm die Ärzte später eröffnen, ist keine Überraschung mehr. Unklar ist jedoch, ob Scorcese das so beabsichtigt hat oder ob es ihm nicht gelungen ist, dieses Geheimnis gut genug zu verschleiern. Doch seit “The Sixth Sense” führt man den Zuschauer eben nicht mehr so leicht auf die falsche Fährte. Wenn Scorcese mit seinem Film in eine ähnliche Richtung gehen wollte, dann ist ihm das misslungen.

Davon mal abgesehen liefert der Film tolle Bilder von der Insel, den dunklen Verliesen, steilen Klippen und engen Klinikräumen. Ben Kingsley und Leonardo diCaprio haben zudem eine herausragende Arbeit abgeliefert.

6/10

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