Monatsarchiv für Februar 2010

RTelenovela

Schweiz (1): Winter? Nein, 14 Grad!

Freitag, den 26. Februar 2010
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Fast schon idyllisch. Ich sitze in Chur im Schweizer Kanton Graubünden am geöffneten Hotelfenster. Direkt unter mir rauscht der Fluss Plessur vorbei. Wenn ich mich vorbeuge und mich nicht festhalte, kann ich da ohne Weiteres reinplumpsen. Das Geländer reicht mir ungefähr bis zum Knie. Und es ist Frühling. Am Nachmittag stieg die Temperatur auf 14 Grad.

Der öffentliche Verkehr ist das Thema unserer Schweiz-Tour. Damit ist jedoch keine Sauerei gemeint, sondern die Bahnen und Busse.
Abflug von Berlin-Tegel nach Zürich. Ich habe einen Mittelplatz. Schöner scheiß. Und warum sitzen eigentlich ausgerechnet die Leute am Fenster, die während des Fluges nicht ein einziges Mal raussehen?
Ich sehe mir noch mal die Schweizer Franken an, die ich mir schon gestern von meiner Bank geholt habe. Ganz schön grell. Der 20-Franken-Schein zum Beispiel ist knallrot, rosa, blau, grün und gelb. Hauptsache bunt und auffällig.

Vom Flughafen Zürich ging’s dann weiter mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Zürich hat einen hässlichen Hauptbahnhof. Zumindest das, was ich von diesem Hauptbahnhof gesehen habe. Dagegen sieht der Bahnhof in Berlin-Lichtenberg idyllisch aus.
Um meinen Hunger zu stillen, setzte ich mich in einen Imbiss und kaufte ein typisch Schweizer Gericht: Spaghetti Bolognese.
Nebenher lese ich Zeitung und bin schockiert: Die “Blick” berichtet von einer Einbrecherbande. Sie steigt nachts durch Fenster und Türen in Wohnungen ein, fesseln die Leute und zwingen sie, ihre PIN-Nummern zu nennen. Sie drohen, falls sie falsch ist, wiederzukommen und denjenigen zu töten. Gruselig. Was ist hier los, in der Schweiz?

In der 1. Klasse fahre ich dann mit der Bahn von Zürich nach Chur. Und wieder sitze ich auf der falschen Seite. Ich sehe nur die Sonne, die auf mein Fenster knallt. Oder wahlweise auch hohe Felsen. Auf der anderen Seite dagegen: herrliche Landschaften. Seen, schneebdeckte Berge und noch mehr Seen. Die Frau, die dort sitzt, hat dafür keinen Blick übrig.
Unterdessen komme ich mit meinen Klamotten ins Schleudern. Es ist viel zu warm für meinen Mantel. Ich wechsele ihn aus, nehme meine leichtere Jacke. Dann verzichte ich auch noch auf mein Shirt. T-Shirt und Jacke reichen. Allerdings sind die Temperaturen in höheren Lagen niedriger. Wir werden es morgen erleben.

Chur. Erste Frage: Wie wird Chur eigentlich ausgesprochen? Ch wie in “ach”? Also Chrrrur? Oder “Kur”? Und wir erfahren: Es ist beides richtig, je nachdem, woher man kommt. Wie in Deutschland China und “Kina”.

Schock im Hotel: Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Schweizer andere Steckdosen haben, wie die Briten beispielsweise. Und der Stecker meines Laptops passt da nicht rein. Allerdings scheinen die hier drauf eingestellt zu sein, ich habe nun einen Adapter.

Chur selbst ist recht idyllisch. Chur gilt als älteste Stadt in der Schweiz. Ausgrabungsfunde besagen, dass der Ort etwa 5000 Jahre alt ist. Die Altstadt ist geprägt von engen Gassen, schmalen, mehrstöckigen Häusern in diversen Baustilen und den Bergen drumherum.
Ein Kollege bemerkte, dass unser Hotel sich direkt an einem Rotlichtviertel befindet. Gegen Abend setzte eine große Völkerwanderung ein, vorwiegend Männergruppen sind auf den Straßen zu beobachten, viele von ihnen in Soldatenuniformen.
Ob Chur nun tatsächlich ein Rotlichtviertel hat, ist unklar. Allerdings sind hier in der Gegend tatsächlich einige Bars und Erotikclubs.

Und sonst? Eine Kollegin fragte mich, ob ich derjenige aus Potdam sei. Ja, sagte ich, und woran sie das erkannt habe?
Sehe ich so ostig aus, oder wie? Aber die Lösung war eine andere: Sie wusste, dass ein Volontär bei der Reise dabei ist. Und das kann nur ich sein, ich bin der jüngste unter den Reisenden.

Morgen kommt schon mein absoluter Höhepunkt: Die Fahrt mit dem Bernina-Express über die Alpen.

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RTZapper

Hart aber fair: Die Priester und der Sex – Wie viel Wahrheit wagt die Kirche?

Donnerstag, den 25. Februar 2010
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MI 24.02.2010 | 21.50 Uhr | Das Erste

Es läuft grad schlecht für die katholische Kirche. Die Fälle von Kindesmissbrauch häufen sich und waren am Mittwochabend Thema bei “Hart aber fair” im Ersten.

Aber, liebe Kirchenvertreter, grinsen und schreien kommen irgendwie ganz schlecht rüber. Das macht einen miesen Eindruck. Geht gar nicht.
Wenn über Missbrauch geredet wird und über Zölibat, sieht es nicht gut aus, wenn Hans-Jochen Jaschke, Weihbischof des Erzbistums Hamburg, dasteht und grinst. Oder wenn Andreas Englisch, Vatikankorrespondent der “Bild”, wie irre umherplärrt, dass doch besser die Verdienste der katholischen Kirche in aller Welt betrachtet werden müssten.
Grinsen und plärren – das kommt gar nicht gut bei so einem ernsten Thema. Aber vielleicht ist der Ernst der Lage in seiner ganzen Bandbreite ja noch nicht bei diesen Herren angekommen.

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ORA aktuell

Oranienburger Pfarrer bedauert Käßmann-Rücktritt

Donnerstag, den 25. Februar 2010
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Mit Bedauern hat Werner Liedtke, Oranienburger Pfarrer im Ruhestand, auf den Rücktritt von Bischöfin Margot Käßmann als EKD-Vorsitzende reagiert. Sie habe ihren Entschluss übereilt gefasst, sagte Liedtke der Märkischen Allgemeinen. Er würde ihr eine zweite Chance geben: „Sie hat ihre Schuld sofort eingestanden”, so Liedtke zur MAZ, “sie hat nicht auf mildernde Umstände gepocht, sie hat keine Privilegien ihres Amtes geltend gemacht.”

Margot Käßmann zog die Konsequenzen aus ihrer Alkoholfahrt am Sonnabend in Hannover. Sie überfuhr mit 1,54 Promille eine rote Ampel.
Werner Liedtke meint: “Auch Käßmann ist ein Mensch.”

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RTelenovela

Projekt Winterschuhkauf im Februar – gescheitert

Mittwoch, den 24. Februar 2010
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Ich hatte etwas schier Unfassbares vor: Schuhe kaufen. Winterschuhe. So richtige, warme Stiefel. Ja, genau, jetzt, im Februar, wo der Winter so gut wie zu Ende ist.
Aber für meine Schweiz-Tour brauche ich noch einmal vernünftige Stiefel. Meine jetzigen sind so gut wie ausgelatscht, die Sohlen schon ziemlich glatt. Das weiß ich spätestens, seit ich vorletztes Wochenende am Strand von Baabe auf Rügen auf einer festgetretenen Schneewehe ausgerutscht und so richtig auf dem Hintern gelandet bin.

Dummerweise ist in den Schuhläden schon der Sommer ausgebrochen, und das schon seit Wochen. Mit Winterschuhen muss man denen jetzt nicht mehr kommen.
Laden 1 in Oranienburg. Ein einziges Paar Winterschuhe sind noch da. Aber der Preis. Sehr weit über 100 Euro. Nun ja, vielleicht dann doch nicht.
Laden 2 in Berlin-Gesundbrunnen. Winterschuhe? Weit und breit nicht zu sehen. Zumindest Herren-Winterschuhe. Als Frau hätte ich noch das eine oder andere Stiefelchen noch bekommen können.

Potsdam scheint grundsätzlich einen besonders großen Bedarf an Schuhen zu haben. Wer einmal durch das Sterncenter schlendert, wird sage und schreibe sechs Schuhläden finden (wenn ich richtig gezählt habe). Wer soll das ganze Zeug bloß kaufen?
Laden 1 im Sterncenter. Winterschuhe? Wo denken Sie hin? Gucken Sie mal raus, da ist doch schon… Draußen schneite es gerade. Nun ja.
Laden 2 im Sterncenter. Ich sehe sie schon von weitem: Winterschuhe! So richtige Winterschuhe. Sogar mehrere Paare. Unglaublich.
Ich probiere eins an. Die Schuhe sind aus Leder und haben zweifarbige Schnürsenkel. Schwarz und Orange. Sie sehen gut aus. Und, na ja, die Sache mit dem Zuschnüren, das geht schon.

Am nächsten Tag. Die Sache mit dem Zuschnüren stellt sich als schwierig heraus. Ich komme schlicht nicht in die Schuhe rein. Da kann ich noch so drücken und ziehen. Ich muss die Schuhe wieder aufschnüren, bis fast nach ganz unten. Erst dann kann ich reinschlüpfen.
Einmal bis zum Bahnhof und zurück. Die Schuhe drücken ein wenig. Und über eine Naht auf der Oberseite zieht kalte Luft rein. Alltagstauglichkeit – kaum.
Wieder zu Hause versuche ich dann, die Schuhe wieder auszuziehen. Drücken. Ziehen. Wutanfall. Aufschnüren.
Fazit: Am Ende zerrte ich mir durch das Ziehen an beiden Armen die Muskeln unterhalb der Hände, was dazu führte, dass ich den restlichen Tag nichts mehr greifen konnte. Schmerzhaft.

Ich bringe die Schuhe wieder nach Potsdam zurück und suche mir andere. Ich entscheide mich für leichte Sommerschuhe. Meine Stiefel müssen nun doch auch noch in der Schweiz halten. Neuer Versuch: im Herbst 2010.

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RTZapper

n-tv live: Margot Käßmann tritt zurück

Mittwoch, den 24. Februar 2010
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MI 24.02.2010 | 15.55 Uhr | n-tv

Margot Käßmann ließ die Reporter von n-tv ein bisschen warten, bevor sie in einer Pressekonferenz ihren Rücktritt als EKD-Vorsitzende bekannt gab. Sie fuhr mit 1,54 Promille Alkohol im Blut über eine rote Ampel.
n-tv füllte die Zeit mit Interviews und einer Bilderschleife, die Bischöfin Käßmann in Aktion zeigte.
Eine Szene, die immer wiederkehrte: Frau Käßmann gießt sich ein Glas Wasser ein. Mit Zoom auf das Wasserglas.
Kein Wein, sondern Wasser. Und das Bild im Minutentakt. In der Hoffnung, dass es auch jeder n-tv-Zuschauer kapiert.

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (29): Abschied vom Lada

Mittwoch, den 24. Februar 2010
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(28) -> 17.2.2010

Sonnabend, 24. Februar 1990.
Bis zu diesem Tag fuhren wir einen roten Lada. Aber dieser Sonnabend vor dem Rosenmontag 1990 war unser letzter gemeinsamer Tag. An diesem Tag ging alles ganz schnell.

Mein Vater traf an jenem 24. Februar einen Bekannten, der erzählte, er bräuchte für sich und seine Familie ein Auto. Ziel der Reise: Köln. Der Karneval. Mein Vater wurde hellhörig. Summen wurden genannt. Bald einigten sie sich auf einen Betrag. Ohne an dieser Stelle zu viel zu erzählen: Ende Februar 1990 haben wir für unseren Lada erstaunlich viel Geld bekommen.

Meine Mutter war, sagen wir es mal vorsichtig, nicht begeistert. Die familiäre Stimmung war am Boden.
Unser Lada musste nur noch ausgefegt werden, dann war er auch schon weg. Innerhalb von Minuten mussten wir Abschied von unserem Auto nehmen.
Immerhin konnte sich unser Weggefährte zunächst ins Kölner Getümmel stürzen. Was dann aus ihm wurde, ist unbekannt.
Und wir hatten plötzlich nur nur den Trabi meines Bruders und den Firmen-Barkas-B1000.

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ORA aktuell

Schlosspark: 1736 Unterschriften gegen Zaun

Mittwoch, den 24. Februar 2010
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Während der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung übergab Manuela Graumann am Montagabend 1736 Unterschriften, die sich gegen eine Umzäunung des Schlossparks wenden. Hintergrund ist, dass der Schlosspark mit der Landesgartenschau nicht mehr öffentlich zugänglich war. Das soll nun auch so bleiben.
Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) nahm die Aktuion zur Kenntnis, berief sich jedoch auf den Beschluss der Abgeordneten. Gleichzeitig verwies er auf mehr als 4000 Unterschriften, die für die Umzäunung des Parks abgegeben wurden.

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