Tagesarchiv für 22. Februar 2010

ORA aktuell

Unfall: Auto kracht gegen Altstadtklause

Montag, den 22. Februar 2010
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Ein Auto ist am Sonnabendmorgen in das Eckhaus gekracht, in dem sich die Gaststätte Altstadtklause befindet.
Wie die Polizei mitteilte, wollten Beamte gegen 3.30 Uhr ein Auto mit ukrainischer Zulassung überprüfen. Der BMW-Fahrer gab Gas.
Die Verfolgungsjagd endete an der Havel-/Ecke Gartenstraße. Auf eisglatte Straße knallte das Auto seitlich gegen die Hausfassade. Bei der Untersuchung des 26-jährigen Fahrers fanden die Beamten Drogenutensilien. Dessen Atemalkoholwert: 2 Promille.
Das Haus wurde erheblich beschädigt, es musste vom THW und der Feuerwehr gestützt werden. Die Bewohner konnten erst wieder zurück ins Haus, nachdem ein Statiker sein Okay gab.

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RT im Kino

Invictus – Unbezwungen

Montag, den 22. Februar 2010
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Südafrika im Aufbruch. 1990 wird Nelson Mandela (Morgan Freeman) aus der Haft entlassen. Einige Jahre danach wählt ihn das Volk zum Präsidenten. Sein oberster Ziel: die Abschaffung der Apartheid. Das bessere Zusammenleben von Schwarzen und Weißen. Toleranz.
Im Jahr 1995 bekommt Südafrika dann die große Chance eines neuen Lebensgefühls: die Rugby-WM. Nelson Mandela begreift sehr schnell, dass der Sport sein Volk vereinen könnte. Er unterstützt das Team, wo er nur kann. Er lädt den Mannschaftsführer Francois Pienaar (Matt Damon) zu sich zum Tee ein und schwört auch die Menschen auf den Sport ein.
Und es scheint zu funktionieren: Schwarze und Weiße zittern mit dem südafrikanischen Team.

Regisseur Clint Eastwood beschäftigt sich in “Invictus – Unbezwungen” mit einem aufregenden, spannenden und zeitweise anrührenden Thema. Es geht um den Kampf um Toleranz. Um ein friedliches Zusammenleben. Um den Kampf gegen Rassismus und Vorurteile. Aber um einen Sport, der genauso brutal ist, wie er mit seinen Emotionen die Menschen einen kann.
Der Wettkampf ist grandios in Szene gesetzt, die letzten Minuten des Films sind unglaublich packend.

Irritierend (vielleicht ist es auch ein Überstzungsfehler) ist, dass davon gesprochen wird, dass die Verlängerung des Spiel 20 Minuten dauere. Zwischendurch wird in einer Einblendung die 11. Minute angekündigt. Dann heißt es: noch sieben Minuten. Dann endet das Spiel nach zehn Minuten. Irgendwas ist da schiefgelaufen im Schnitt oder in der Synchro.

Aber egal. Eastwood ist wieder in Hochform, auch wenn er selbst keine Rolle spielt. Er ehrt Nelson Mandela, der viel erreicht hat, und macht Hoffnung, dass die Menschen vernünftig werden könnten. Ein großer Film.

9/10

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RTZapper

Olympia live: Curling der Damen – Deutschland-China

Montag, den 22. Februar 2010
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SA 20.02.2010 | 23.30 Uhr | ZDFinfokanal

Ich habe Curling für mich entdeckt. Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver traten am Sonnabend die Damen aus Deutschland und China gegeneinander an.
Lange wurde Curling verspottet: Die Herumwischerei fanden viele Leute eher witzig, die wenigsten hatten eine Ahnung, was das alles eigentlich soll.

In Wirklichkeit kann Curling total spannend sein. Die einen lassen ihren Eisstock aufs Feld gleiten. Die anderen versuchen, ihn entweder wegzuschießen oder den ihren näher ans Ziel zu bugsieren.
Ganz verbissen beraten die Damen zwischen jedem Zug, was zu tun ist. Lustigerweise sieht Spielerin Andrea Schöpp ein bisschen wie die Schwester von Olli Kahn aus.
Die Partie zwischen Deutschland und China war besonders spannend. Der ZDFinfokanal übertrug live. Bis zur achten Runde. Als die vorbei war, meinte der Kommentator kurz und knapp: Und jetzt Eisschnellauf.

Ganz toll. Nun lief also Eisschnelllauf im ZDFinfokanal. Und bei uns setzte Hektik ein. Wo geht es denn nun weiter? Ist Pause? Ist Schluss? Der Zuschauer bekam keine Infos.
Stattdessen: eine Zusammenfassung des eben gesehenen im ZDF. Und bei Eurosport lief zwar auch Curling – aber eine andere, parallel laufende Partie.
Das ZDF brachte Nachrichten – und immer noch kein Curling. Nur im Internet erfuhren wir dann, dass Runde neun bereits begonnen hat.
Im ZDF: Fehlanzeige. Eine Zusammenfassung wurde für 3 Uhr angekündigt. Es war gerade 1.45 Uhr. Im ZDFinfokanal: Fehlanzeige. Es lief immer Eisschnelllauf. Und immer noch keine Infos.

Was ist das für eine lausige Programmplanung? Und was ist das für eine lausige Informationspolitik? Beim Eisschnelllauf waren keine Deutschen beteiligt. Beim Curling dagegen hatten wir es mit einer hochspannenden, weil noch völlig offenen Partie zu tun. Warum aber war dann der Eisschnelllauf wichtiger?
Kurz vor halb drei: Der ZDFinfokanal war wieder beim Curling. Runde 10. Ob das live war oder nicht, blieb unklar. Darüber werden die Zuschauer des ZDF-Digitalkanals grundsätzlich nicht aufgeklärt.

Am Ende verlor übrigens Deutschland in Verlängerung gegen China. Schade. War trotzdem spannend.

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RTelenovela

Lauter Heuchler

Montag, den 22. Februar 2010
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Die Woche der Heuchler ist vorbei gegangen.
Dirk Niebel zum Beispiel. Wie ein Fähnchen im Wind dreht sich der Mann, der sich Politiker nennt. Das Entwicklungshilfeministerium fand er voll überflüssig, wollte es eigentlich abschaffen. Bis nach den Bundestagswahlen. Da sollte Niebel nämlich ein Amt übernehmen. Und nun ist er Entwicklungshilfeminister. Na so was. Und er findet das völlig in Ordnung, in einem Amt tätig zu sein, das er abschaffen wollte. Und weil das alles so in Ordnung ist, hat er auch gleich noch ein paar der Ministeriumsexperten an die frische Winterluft gesetzt, um seine Freunde von der FDP oder der Bundeswehr ins Amt zu hieven.
Dass sich Dirk Niebel nicht vor sich selbst ekelt, wundert mich wirklich. Kann er überhaupt in den Spiegel sehen? Wie kann so ein Heuchler in so ein Amt kommen?

Und dann gibt es noch den Geschäftsführer einer Berliner Hilfsorganisation. Der findet sich so wichtig, dass er sich geschäftlich einen Maserati angeschafft hat. Mit dem fetten Auto nebst Chauffeur (!) lässt sich der gute Mann nun durch Berlin kutschieren, um die Obdachlosen zu besuchen und Wohltaten zu verteilen. Der Typ findet das völlig selbstverständlich, schließlich müsse er ja etwas repräsentieren. Und außerdem sei das Auto gebraucht gewesen und habe keine 100000 Euro gekostet.
Da fehlen einem die Worte. Und ich würde so einer Organisation bestimmt keinen Cent überweisen.

Noch mehr Heuchler sitzen in den Zeitungsverlagen von “Spiegel”, “Bild”, “WAZ” und Co. Sie regen sich auf, dass die “Tagesschau” des NDR ihren App, also eine Nachrichtenanwendung, kostenlos aufs iPhone übertragen will. Finden die Verlage natürlich voll doof, weil sie ja für ihre Apps Kohle haben wollen. Und überhaupt finden sie, dass die “Tagesschau” sowieso viel zu umfangreich im Internet vertreten ist.
Mal abgesehen davon, dass ich als Gebührenzahler verlange (!), dass die “Tagesschau” umfangreich im Netz vertreten ist und sie ihren Kram aufs iPhone bringt: Wenn es um Videos geht, dann arbeiten WAZ und Co. sehr gern mit ARD und ZDF zusammen. Dann sind ihnen die Öffis lieb und teuer. Der “Tagesspiegel” koopiert mit dem rbb. Die WAZ mit dem WDR. “Die Zeit” mit dem ZDF. Das scheint voll in Ordnung zu sein. Was für eine Heuchelei.

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