Tagesarchiv für 10. Februar 2010

aRTikel

Angemerkt: Gefahrgut Schnee

Mittwoch, den 10. Februar 2010
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RT macht sich Sorgen über den weißen Sondermüll, der überall rumliegt

MAZ, 10.2.2010

Ja, sind die denn wahnsinnig? In Pritzwalk schoben die Räumer die Schneemassen neulich haufenweise in eine kleine Seitenstraße. In Oranienburg wurde das Dach eines Einkaufszentrums geräumt. Die Berge lagen tagelang auf dem Gehweg. Dabei gilt das weiße Zeug als gefährlich: Schnee ist Sondermüll.
Das mussten auch die Einwohner der Insel Rügen erfahren. In Altefähr sollte die weiße Pracht in die Ostsee verklappt werden. Verboten! Viel zu gefährlich das Zeug! Unmengen von Salz, die Autoabgase und der restliche Dreck machen den Schnee zum Gefahrgut.

Aber was machen wir jetzt mit dem Zeug? Bauen wir bald Schneemüllanlagen nach Gorlebener Vorbild? Ketten sich dann auch die Demonstranten an die Gleise, um den Schneemülltransport zu erschweren?
Und es kommt ja noch schlimmer: wenn der Sondermüll anfängt zu tauen. Dann fließt der Kram womöglich von ganz allein in die Ostsee, in die Havel oder in den Rhin. Dass die Regierung den umweltverschmutzenden Schnee noch nicht verboten hat, grenzt an ein Wunder.

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aRTikel

Alles außer Fremdsprachen

Mittwoch, den 10. Februar 2010
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Fernsehen: Harald Schmidts Ex-Partner Manuel Andrack probierte sich für ZDF-neo als Gesamtschullehrer

MAZ, 10.2.2010

Journalist und Moderator Manuel Andrack versuchte sich in der Doku-Reihe „Die Promi-Pauker“ als Lehrer an einer Brühler Gesamtschule. Mit ihm sprach Robert Tiesler.

MAZ: Sie waren jetzt zwei Wochen Lehrer. Sehen Sie den Beruf nun anders?
Manuel Andrack: Definitiv. Ich bin aber nicht davon ausgegangen, dass die Lehrer die größten Faulenzer der Nation sind. Im Gegenteil: Es ist ein Hammerjob. Allein schon die Unterrichtsvorbereitungen für die Stunden, die ich geben sollte. Die Konzepte schreiben, die Folien erstellen. Ich bin da echt an meine Grenzen gekommen.

Wie kamen Sie zu dem Projekt?
Andrack: Ich habe nicht den Finger gehoben. Ich vermute ja, sie hatten in der Produktion eine Männerarmut. Männer haben wahrscheinlich mehr Angst, sich zu blamieren.

Konnten Sie sich Ihre Unterrichtsfächer aussuchen?
Andrack: Die Themen waren vorgegeben. Ich habe nur gesagt, dass ich ungern eine Fremdsprache lehren wollte, alles andere war mir egal. Und sie waren relativ gnädig. Ich hatte zum Beispiel Deutsch in einer fünften Klasse zum Thema Märchen. In Arbeitslehre haben wir ein Brettspiel gebaut.

Welche war die größere Herausforderung? Die Vorbereitung oder der Unterricht selbst?
Andrack: Der Unterricht. Nach den vielen Auftritten bei Harald Schmidt denkt man, das sei alles locker. Aber es ist eine ganz andere Aufgabe. Ich musste lernen, dass Lehrer keinen Entertainerjob machen. Ich stand ganz schön unter Druck, alles richtig zu machen. Frontalunterricht zum Beispiel ist total verpönt, also wenn vorne einer steht und ständig Fragen stellt. Die Schüler sollen ihr Wissen selbst erarbeiten. Sonst ist es so, dass einige mitmachen und die anderen 28 nicken weg.

Finden Sie es schade, dass die Reihe nur bei ZDF-neo mit wenigen Zuschauern läuft?
Andrack: Ich habe mich auch gewundert, denn in meinem Vertrag ist vom ZDF die Rede. Vielleicht probieren sie es bei ZDF-neo aus und zeigen es dann im Hauptprogramm.

Was machen Sie sonst so?
Andrack: Ich arbeite recht viel für den Saarländischen Rundfunk, ich habe dort eine Wandersendung. Nach meinem Ausscheiden bei Harald Schmidt musste ich neu beginnen und sehen, dass ich auch allein in einer Sendung klarkomme. Das ist bisher ganz erfolgreich.

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (27): Giftblätter

Mittwoch, den 10. Februar 2010
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(26) -> 1.2.2010

Freitag, 9. Februar 1990.
Die Giftblätter. So wurden die Zeugnisse immer genannt. Ich hatte bis dahin eigentlich nie einen Grund, die Dinger als Giftblätter zu betiteln. Nun gut, die 4 in Sport war schon blöd. Aber der Rest konnte sich immer sehen lassen: einsen und zweien.

In der 5. Klasse gehört man schon nicht mehr zu den ganz Kleinen. Wir bekamen eine neue Klassenleiterin, wir hatten nun auch Biologie, Heimatkunde hieß nun Geografie. Und wir mussten Russisch lernen.
Meine Noten im Frühjahr 1990 waren ein Auf und Ab – auf hohem Niveau. In Literatur gabs nur noch eine 2. In Werken und Mathematik auch (Letzteres ging am Ende weiter bergab). Dafür verbesserte ich mich in Kunst auf 1 und in Sport auf 3. In Russisch stieg ich mit einer 2 ein.
Nun ja, und meine Kopfnoten, die am Ende der 4. Klasse einheitlich auf 1 standen: Betragen und Mitarbeit nur noch 2. Ich hatte wohl Besseres zu tun.

Wenn ich mir heute meine Zeugnisse so ansehe, fällt mir auf: Auf keinem einzigen hat mein damaliger Direktor unterschrieben, sondern immer nur sein Stellvertreter “i.A.”. Hatte er nie Zeit? Oder war er mit der Erfüllung sozialistischer Aufgaben überfordert?
Egal. An diesem 9. Februar 1990 begannen unsere Winterferien.

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RTZapper

Master Quiz

Mittwoch, den 10. Februar 2010
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DI 09.02.2010 | 0.25 Uhr (Mi.) | Super RTL

Der Gag ist uralt: Ein Mann kündigt an, jetzt die Wahrheit zu sagen. Dann schaltet er ein lautes Gerät an und ist leider nicht mehr zu verstehen. Dann schaltet er das Ding aus und sagt: “Gut, dass ich endlich alles erzählt habe.”
Genau so machen es die Leute vom “Master Quiz” bei Super RTL. Nur ist es dort leider kein Gag.

Glücklicherweise unterliegen die dubiosen Gewinnspielsendungen inzwischen strengeren Regeln. So müssen alle wichtigen Fakten zu einer Spielrunde schriftlich und mündlich bekannt gegeben werden. So funktioniert das auch im “Master Quiz”. Aber in dem Augenblick, wo der Moderator die wichtigsten Regeln verkündet, setzt ein wahres akustisches Feuerwerk im Hintergrund ein. Da plingt es, kracht es, knallt es, raschelt es, klingelt es, dass in der Regie die Knöpfe qualmen müssen. Das ist so laut, dass der Modertaor kaum noch verstehen ist.
Das wäre eigentlich ganz witzig, wenn es nicht so dreist wäre. Und wahrscheinlich verstoßen die nicht mal gegen eine Regel – der Zuschauer muss eben genauer hinhören.

Die Frage, ob es überhaupt seriös ist, auf einem Kinder- und Familiensender nachts stundenlang Abzockkram zu veranstalten, stelle ich lieber erst gar nicht.

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RTZapper

Extra – Das RTL-Magazin: Der pissende Leihkoch

Mittwoch, den 10. Februar 2010
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MO 08.02.2010 | 22.15 Uhr | RTL

Vorsicht vor Leihköchen! Das sind die größten Dreckschweine! Zumindest könnte man das glauben, wenn man sich das RTL-Magazin “Extra” am Montag angesehen hat. Die haben nämlich total investigativ den großen Leihkochtest gemacht. Und waren erschüttert.

Einer der Köche nahm sich einen Kaffeebecher aus dem Schrank und pisste rein. Dann kippte er den gelben Saft ins Waschbecken und spülte den Becher ab. Und weil das so unfassbar ist, zeigte uns RTL den Ausschnitt gleich noch mal. Und noch mal. Und für die, die es immer noch nicht glauben wollen, noch mal. Ach ja, wenn ihm was runtergefallen war, hob er es auf und machte weiter.
Dann gab es noch den Koch mit Herpes. Er schmeckte alles ab, benutzte den Löffel dann zum Rühren und nippte an der Wasserflasche, bevor er den Leuten am Tisch daraus etwas eingoss.
Ja, ganz doll widerlich.

Was lernen wir daraus? Leihlöche gehen gar nicht. Die sind dreckig, widerlich und teuer. So erzählten es uns die Skandaljournalisten von RTL.
Dass da auch noch Köche dabei waren, die alles richtig und ordentlich machten, wurde eher am Rande erwähnt. Kurz bevor noch mal die Bilder vom pissenden Koch gezeigt wurden.

So funktioniert der Boulevard. Die ekelhafte Sensation zählt. Von Ausgewogenheit keine Spur. Die Leihkochbranche wird sich jedenfalls über den Beitrag sehr gefreut haben.

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