Tagesarchiv für 11. Januar 2010

RT im Kino

Nord

Montag, den 11. Januar 2010
Tags: ,

Schnee. So weit das Auge reicht. Unter anderen Umständen könnte man neidisch sein. Aber direkt vor dem Kino liegt ja auch gerade genug Schnee. Der Film passt also genau in die Zeit.

Jomar (Anders Baasmo Christiansen) liegt auf seiner Pritsche und macht – nichts. Gar nichts. Eigentlich soll er Ticjets für den Skilift verkaufen. Er hat aber keine Lust. Depressiv igelt er sich ein, trinkt und schläft.
Vor einiger zeit hatte er einen Unfall. Vor Jahren spannte ihm sein bester Freund die Frau aus. Und nun erfährt er auch noch, dass er ein Kind hat.
Jomar beschließt, sich sein Schneemobil zu schnappen und in den Norden zu fahren. Durch den Schnee von Norwegen kämpft er sich durch und trifft auf seltsame Leute. Als er schneeblind eine Unterkunft bekommt, geht ihm ein kleines Mädchen auf die Nerven. Später trifft er auf einen einsamen jungen Mann. Und auf einen Rentner in einem Iglu.

Die Sonne kommt selten vor in diesem Film. “Nord” von Rune Denstad Langlo verspricht, ein antidepressiver Film zu sein. Den Anspruch kann er jedoch nicht so wirklich einlösen. Wenn Jumar auf seinem Bett herumdöst, dann löst das nicht wirklich Freude aus. Wenn er mit seinem Schneemobil durchs Nichts fährt, ebenso wenig.
Die Begegnungen erscheinen wie kurze Kapitel, die abgehandelt werden. An der Stelle verschenkten die Autoren sehr viel. Das kleine Mädchen, das ganz frech mit dem Fremden umgeht, hätte sehr viel mehr Potenzial gehabt. Auch die beiden folgenden Geschichten erscheinen nur als zusammenhanglose Abschnitte. Das Ende kommt kurz und schmerzlos.
Ganz klar: “Nord” hätte mehr sein können als der etwas wunderliche, licht depressive Film. Schade.

5/10

Hits: 39

ORA aktuell

Bahnhof: Brand im Zeitungskiosk

Montag, den 11. Januar 2010

Der Zeitungskiosk im Oranienburger Bahnhof brennt. Dutzende Feuerwehrleute sind seit dem frühen Montagabend, 17.55 Uhr, im Einsatz. Der Imbiss am S-Bahnsteig musste geräumt werden, der Bahnhofsplatz ist gesperrt.
Wie es zu dem Brand kam, ist derzeit noch ungeklärt.

Update, 12.1.10, 0.19 Uhr:
Ursache für den Brand war wohl ein Schaden in der Elektrik im Lagerraum.

Hits: 35

RTelenovela

Im Winterwunderland (2): Berliner Schneestrände

Montag, den 11. Januar 2010
Tags: , , , ,

(1) -> 10.1.2010

Wenn ich mir die Berichte vom Schneechaos in Norddeutschland ansehe, dann ist klar: Wir haben Glück gehabt.
Keine eingeschlossenen Fahrzeuge wie auf der A20. Eingeschlossene Dörfer auf Rügen und Fehmarn. Die Ostsee, die gegen die Deiche drückt.
Bei uns liegt einfach nur Schnee. Aber davon auch ganz schön viel. Endlich mal wieder richtig Winter, und das wohl auch noch mehr als eine Woche lang.

Sogar die S-Bahn nach Berlin fuhr pünktlich. Berlin selbst allerdings lag noch unter einer dichten, ungeräumten Schneedecke. Die Wege im Prenzlauer Berg sehen derzeit aus wie am Ostseestrand. Und sie laufen sich auch so. Wie Zuckersand.
Mal eben auf die andere Straßenseite rennen, funktioniert gerade nicht wirklich. Langsam, ganz langsam, laufen die Leute überall hin. Völlig entschleunigt. Und es regt sich niemand auf.
Der Winter kann gern noch eine Weile bleiben. So lange die Straßen frei bleiben. All zu viel Entschleunigung kann ja dann doch nerven.

Hits: 31

RTZapper

Das Leben des David Gale

Montag, den 11. Januar 2010
Tags: ,

SO 10.01.2010 | 20.15 Uhr | RTL II

David Gale (Kevin Spacey) ist Philosophie-Professor und kämpft gegen die Todesstrafe. Nun aber wartet er in Texas auf seine eigene Hinrichtung. Der Reporterin Bloom (Kate Winslet) erzählt er, was eigentlich vorgefallen ist.

So richtig begreifen, wie gut dieser Film eigentlich ist, wird man eigentlich erst, wenn der Film schon lange zu Ende ist, und man dann noch darüber nachdenkt oder sich darüber austauscht. Bis zuletzt wird alles im Dunkeln gelassen. Ist David Gale wirklich ein Mörder? Sitzt er zu Recht im Gefängnis? Soll er zu Recht hingerichtet werden? Auch inwiefern die einzelnen Leute in diesem Film miteinander verstrickt sind, erkennt man erst ganz am Ende. Und das ist seine große Stärke. Gleichzeitig aber auch seine Schwäche. Denn es gibt durchaus einige Phasen, in denen man sich zwar nicht langweilt, doch die helle Begeisterung, die große Spannung nicht aufkommt.
Kevin Spacey zeigt einmal mehr eine tolle schauspielerische Leistung, auch Kate Winslet kann überzeugen.
Wahrscheinlich sollte man sich diesen Film noch ein zweites Mal ansehen, wenn man das Ende schon kennt und alles als “Wissender” betrachtet.

Hits: 34

RTZapper

NDR aktuell extra: Winterchaos im Norden

Montag, den 11. Januar 2010
Tags: , ,

SO 10.01.2010 | 20.15 Uhr | NDR fernsehen

Im Norden Deutschlands bricht ein Wetterchaos aus. Aber das ausgerechnet am Sonntag. Und am Sonntag ist man beim NDR in Hamburg auf solche Katastrophen offenbar nicht so wirklich vorbereitet.
Deshalb wurden die Zuschauer des NDR fernsehens im Laufe des Tages wohl auch von Sondersendungen verschont. Das Nachrichtenmagazin “NDR aktuell” läuft schließlich nur in der Woche – und in den Ferien gar nicht. Eine Spätnachrichtensendung gönnt sich der NDR als einziges Drittes übrigens nicht.
So wurde auch “NDR aktuell extra” relativ spät ins Programm gehoben. Und so dilettantisch sah das Ganze dann auch aus.

Nicht nur dass Beiträge ruppig unterbrochen wurden, so ziemlich alle Berichte haben die Zuschauer des “Nordmagazins” Minuten vorher schon mal gesehen. Denn die Regionalmagazine berichteten vom Chaos tatsächlich ausführlich und recht kompetent. Doch in Hamburg hat man das nicht hinbekommen.
Die “Extra”-Sendung begann mit einer Zusammenfassung der Ereignisse im ganzen Norden. Mit Infos zur gesperrten A20, evakuierten Autofahrern, einem O-Ton eines Feuerwehrmanns, Schneeschippern auf Fehmarn und weiteren Eindrücken. Gefolgt von einem Beitrag über die A20. Mit denselben evakuierten Autofahrern, demselben O-Ton eines Feuerwehrmannes. Und das in einem Abstand von knapp zwei Minuten.

Wer bitte plant so eine Sendung? Für einen der größten ARD-Sender war dieses Extra eine Zumutung für die Zuschauer. Denn sie war nicht mehr als die Wiederholung von Beiträgen aus den regionalsendungen, die nicht mal eine Stunde vorher liefen. Wie billig. Der NDR muss es besser können. Aber es war eben nur Sonntag. Der nächste Schneesturm dann bitte in der Woche. Dann ist auch der NDR voll dabei.

Hits: 36

RT im Kino

13 Semester

Montag, den 11. Januar 2010
Tags: ,

Wusterhausen im Nordwesten Brandenburgs ist nicht gerade der Nabel der Welt. Deshalb wollen die Schulfreunde Momo (Max Riemelt) und Dirk (Robert Gwisdek) auch weit weg zum Studieren – nach Darmstadt.
Doch in Darmstadt läuft es – zumindest für Moritz – nicht ganz so toll. Während Dirk fix eine WG gefunden hat, muss Moritz lange danach suchen. Dirk kommt mit dem Lernstoff wunderbar klar. Fast möchte man sagen, er ist ein Streber. Moritz – nicht. Der ist viel zu sehr mit seinem Leben, mit seinem Mitbewohner Bernd (Alexander Fehling) und, ja, auch dem Studium beschäftigt. Zumindest damit, irgendwie hinterher zu kommen…

So läuft das also an der Uni. Streber und Loser. Das kennt sicherlich jeder, der mal studiert hat. Irgendwo werden sich die meisten in diesem Film wiederfinden. “13 Semester” erzählt von Moritz’ Leben an der Uni, und das Semester für Semester.
Was am Anfang noch ein wenig lückenhaft erscheint – einige der Semester werden relativ schnell abgehandelt, entwickelt sich später zu einer interessanten, irgendwie auch spannenden, auf jeden Fall unterhaltsamen Geschichte. Moritz, der sich mit allen anlegt, sich mit seiner Freundin streitet und alles Mist findet.
Der Handlung erstreckt sich tatsächlich über die vollen 13 Semester, also mehr als sechs Jahre. Was in epischen Serien über zig Staffel erzählt wird, bekommt der Zuschauer dieses Films ganz kompakt. Oberflächlich ist der Film von Frieder Wittich aber keineswegs. Außer in einem Punkt: Wusterhausen liegt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin – und deshalb hätte Moritz an seinem Auto auch das Kennzeichen OPR statt HVL haben müssen…

8/10

Hits: 54

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (42): Tara muss zu Mama

Montag, den 11. Januar 2010
Tags: , ,

(41) -> 13.12.2009

Tara beobachtet ihr Spiegelbild im Fenster der S-Bahn. In Berlin-Hermsdorf ist sie mit ihrem Papa in den Zug gestiegen. Und Tara ist ein bisschen traurig. Sie muss jetzt wieder zu ihrer Mama.
Wieso denn der Junge vorhin nicht so viel Blut trinken durfte, fragt sie. Offenbar haben die vorher irgendeinen Film gesehen. Es sei nur eine Geschichte gewesen, die einem jungen erzählt wurde, antwortet der Papa. Nur eine Geschichte.
Tara denkt nach. Und zieht sich selbst im Fenster Grimassen.

Tara möchte ein bisschen im Waggon rumlaufen. Nein, das ist zu gefährlich, sagt der Papa. Wenn die S-Bahn plötzlich bremst, fliegst du im Waggon herum. “Was heißt das?”, fragt Tara. Und Papa überlegt. Und erklärt ihr die Sache mit der Geschwindigkeit und der Fliehkraft. Wenn du groß bist, wirst du das besser verstehen.

Tara kuschelt sich an die Seite ihres Papas. Sie möchte zurück nach Hermsdorf. Zu Papa. Und warum sie denn nicht bei ihm bleiben kann. Und Papa antwortet, dass er ja arbeiten müsse, und nicht die ganze Zeit auf sich aufpassen könne. Wenn sie größer wird, kann sie öfter zu ihm kommen. Oder auch zu ihm ziehen. Aber jetzt muss sie erst mal bei Mama wohnen, aber zu Papa darf sie auch wieder. Bestimmt schon bald.

Hits: 43