Tagesarchiv für 1. Januar 2010

RTZapper

Catch Me If You Can – Mein Leben auf der Flucht

Freitag, den 1. Januar 2010
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FR 01.01.2010 | 20.15 Uhr | Das Erste

Die USA der 60er-Jahre: Frank beschafft sich eine Identität nach der anderen. Er ist Polot, Anwalt, Artzt und sammelt auf diese Art viel Geld an. Doch das FBI ist ihm auf den Spuren.

“Catch Me If You Can” bietet eine interessante Story. Zu sehen, wie sich der Junge von Rolle zu Rolle verwandelt. Schade jedoch ist, dass das (vorläufige) Ende mit der Rahmenhandlung schon vorgegeben wird. Ansonsten hätte durchaus noch mehr Spannung aufkommen können. Das ist aber auch der einzige Schönheitsfehler.
Besonders überrascht Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio. Man nimmt ihm sowohl den 15-Jährigen, als auch den “älteren” Typen ab. Am Anfang sah er wie in seinen frühen Filmen aus. Und auch Tom Hanks ist großartig.
Allein wegen diesen beiden Schauspielern ist der Film sehenswert!

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RTelenovela

Rügen 2009 (8): Zwischen den Jahrzehnten

Freitag, den 1. Januar 2010
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(7) -> 20.8.2009

Der Blick aus dem Fenster: Schnee! Dicke Flocken fallen über Oranienburg. Und das an dem Tag, an dem wir auf die insel Rügen wollen. Aber stattdessen warten bis es aufhört? Nein, wir fahren los.
Es ist Mittwochvormittag, und wir treten mal wieder den Weg an die Ostsee an. Jahreswechsel in Binz.
Und es war eine gute Entscheidung, gleich loszufahren: Die schwierigste Strecke war die bis zur Autobahn A11 bei Wandlitz. In der Uckermark hatte sich der Schnee dann ganz erledigt. Auch Rügen war noch schneefrei. Noch.

Herrlich. Der Song von Peter Fox wurde für uns zur Wirklichkeit. Wir wohnten im “Haus am See”. Am Schmachter See in Binz. Mit Seeblick. In einer ruhigen Seitenstraße. In der Idylle. Und dennoch unweit zur Seebrücke und zum Strand – und zum Laden mit der besten Waffel dieses Universums.
Freunde von uns hatten zwar ein Apartment direkt an der Strandpromenade, und auch noch mit Seeblick, wir waren dennoch zufrieden.

Silvester. Ausflug zum Kap Arkona. Dem nördlichsten Punkt der DDR. Schon vor Putgarten werden die Autos rausgewunken, um auf dem zentralen Parkplatz viel Geld zu bezahlen. Der Tourist darf dann entweder mit einer wieder kostenpflichtigen Bahn zum Kap fahren – oder laufen. Drei Kilometer. Am letzten Tag des Jahrzehnts artete der Rügenurlaub in echten Sport aus. Die drei Kilomter. Dann die 164 Stufen auf den Leuchtturm. Und schließlich noch die schiefen Stufen die Steilküste runter zum Ostseeufer. Uff! Ich habe mich entschlossen, den Rückweg mit dem Bähnlein zurückzulegen, um dann auf die anderen zu warten.

Der Jahreswechsel wird in Binz bereits um 18 Uhr eingeläutet. Weil um Mitternacht die diversen Hotels eigene Feuerwerke starten und ja auch die meisten Leute Böller und Raketen dabei haben, veranstaltet die Gemeinde das große Feuerwerk eben schon am frühen Abend.
So voll sind Kurplatz, Seebrücke und Strand auch im Sommer nur selten. Zehn Minuten dauern die prachtvollen Lichterspiele. Und danach, es war zwar erst 18.10 Uhr, hatten wir irgendwie das Gefühl, 2010 schon erreicht zu haben. Wir standen gewissermaßen zwischen den Jahren. Zwischen den Jahrzehnten.

Schon im September (!) hatten wir unseren Tisch beim Italiener an der Hauptstraße bestellt. Die Kneipe, zu der wir eigentlich wollen, war zu diesem Zeitpunkt sogar schon ausgebucht.
Für die Keller war dieser Silvesterabend wahrscheinlich der pure Stress. Ausnahmslos jeder Tisch war besetzt, alle verdammt gut drauf und ganz viele miese Witze auf den Lippen. Hoffentlich gab es wenigstens ordentlich Trinkgeld.

23 Uhr. Eine Stunde bis 2010. Das Binzer Zentrum füllt sich. Schon jetzt knallen Böller und gehen Raketen in die Luft. Von einer Wirtschaftskrise kann keine Rede sein. Die Leute müssen Unmengen Geld für den Müll ausgegeben haben.
Unotibiert und gelangweilt ließen sie ihre Raketen steigen – gern auch von ihrer Hand aus. Oder gern auch mal dorthin, wo Leute standen. Manchmal waren wir uns nicht sicher, ob vielleicht nicht doch schon Mitternacht war.
Fast wäre es übrigens zu einer privaten Tragödie gekommen: Eine an dieser Stelle nicht näher benannte junge Frau, hatte nette Knaller. Sie schmiss sie auch gelangweilt auf den Boden, wo sie tatsächlich Puff machten. Irgendwie sah das verdammt unmotiviert aus. Aber dann – oh weh – gingen die Streichhölzer nicht mehr. Die Stimmung drohte, umzukippen. Erst im Laufe des Abends fand sich dann in der Verpackung doch noch ein Ersatz zum Anzünden. Die tolle Knallerei konnte weitergehen.

23.45 Uhr. Vom Kurplatz liefen wir runter zum Strand. Wir wollten 2010 direkt am Ostseeufer begrüßen. Schon vor 12 schmissen die Leute ihre Böller überall hin. Wir hofften, dass wir den Countdown mitbekommen würden. Doch selbst um 23.59 Uhr ahnten wir noch nicht, was um Mitternacht auf uns zukommen würde.
Fünf. Vier. Drei. Zwei. Eins.

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