Tagesarchiv für 25. Dezember 2009

RTZapper

Die WDR 4 Schlager Weihnacht

Freitag, den 25. Dezember 2009
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DO 24.12.2009 | 2.50 Uhr (Fr.) | WDR

Es war einmal ein Kinderstar. Der sang so schöne Lieder, dass insbesondere die Frauen dahinschmolzen. Wenn der Junge über die “Mama” sang, die doch nicht um ihren Jungen weinen soll, dann flossen Tränen. Heintje war Vorzeigejunge.
Dann aber kam Heintje in den Stimmbruch. Und mit der Gesangskarriere war es vorbei. Aus dem niedlichen Jungen wurde ein Mann.
Immer wieder versuchte es Hein Simons, so heißt Heintje mit richtigem Namen, mit neuen Liedern. Mitte der 90er brachte er eine Technoversion seiner “Mama” raus. Aber von Hein Simons wollte kaum noch jemand was wissen.

Doch er lässt sich nicht unterkriegen. Dann eben doch wieder als Heintje. Heintje Simons. Den einen oder anderen Marktplatz darf er noch beehren. Den in Dortmund zum Beispiel. Da war Weihnachtsmarkt, und viele Leute standen vor der Bühne.
Der WDR veranstalte eine Weihnachtsshow, und Heintje hatte gerade Zeit. Oder so. Nun stand der inzwischen faltige Ex-Kinderstar bei der “Schlager Weihnacht”, die der WDR in der Heiligen Nacht wiederholte, sang festliche Lieder und blickte in lauter gelangweilte Gesichter. Oder auf Heintje-Plakate, auf dem der junge Heintje mit “Mama”-Schriftzug zu sehen war.

Manchmal kann es offenbar ganz schön anstregend sein, irgendwann mal ein Kinderstar gewesen zu sein.

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (19): Glücksrad ohne Glücksrad

Freitag, den 25. Dezember 2009
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(18) -> 20.12.2009

Sonntag, 24. Dezember 1989.
Weihnachten ist das Fest der Traditionen. Und so ziemlich alles, was wir damals, vor 20 Jahren, gemacht haben, läuft auch heute noch so ab.
Vor Vormittag wurde der Weihnachtsbaum geschmückt, irgendwann am frühen Nachmittag war es dann für uns gesperrt.
Am späten Nachmittag holten wir meine Oma aus der Innenstadt ab, meine andere Oma wohnte bei uns.
Dann standen wir alle im Flur, meine Mutter läutete das Glöckchen, und die Bescherung begann.

Mein wichtigstes Weihnachtsgeschenk im Wendejahr 1989: ein Glücksrad-Spiel.
Ende der 80er war das “Glücksrad” bei Sat.1 der große Knaller. Wir spielten das immer und immer wieder nach. Ein Roulettespiel diente als Glücksrad, Taschenrechner waren die Geld-Anzeigen. Die Worträtsel schrieben auf auf Papier.
Und dann gab es das Spiel zur Fernsehshow. Und das wollte ich unbedingt haben. Meine Eltern haben es dann auch geschafft, es zu kaufen, ohne dass ich es mitbekommen habe. Keine Ahnung, wann sie es gekauft haben: Als wir alle zusammen in West-Berlin waren habe ich jedenfalls nichts bemerkt. Aber das muss ja nichts heißen.
Klar, dass wir nach dem Essen noch “Glücksrad” gespielt haben. Diesmal mit einem richtigen Glücksrad, einer Ratewand und richtigen Spielgeldscheinen…

Doch vorher gab es Frikassee und Obstsalat. Daran hat sich bis heute nichts geändert…

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RTZapper

Schöne Bescherung – Weihnachten 2009

Freitag, den 25. Dezember 2009
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Das ist ja eine schöne Bescherung, die uns das Fernsehen zu Weihnachten 2009 liefert. Dem Festtagsprogramm ist die Wirtschaftskrise direkt auf die Stirn geschrieben.

Tradition muss natürlich sein: Auch wenn VOX mit der Weihnachtssatire “Schöne Bescherung” (auch bekannt als “Hilfe, es weihnachtet sehr!”) in diesem Jahr recht spät kam. Die Griswold-Festtagssause fuhr dennoch hohe Einschaltquoten ein.
Natürlich dürfen auch die “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” nicht fehlen. Die Hoppenstedts und die Beckers. Der Papstsegen und die Sissi.

Free-TV-Premieren sind selzten im Jahr 2009. Die Sender zeigen zu Weihnachten fast durchweg gut abgehangene Ware.
Das Erste zeigt zwei ältere “Harry Potter”-Filme. Die ARD brauchte ein Ersatzprogramm, weil die “Buddenbrooks”, die eigentlich laufen sollten, noch nicht fürs Free-TV freigegeben wurden. ProSieben zeigt am 1. Feiertag “Mission: Impossible III”. Lief der nicht schon mal dieses Jahr? Im ZDF läuft “Der Pferdeflüsterer” von 1998.
RTL ziegt sich generös und präsentiert die Free-TV-Premiere von “7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug”. Immerhin etwas. Im Spätprogramm öffnet das “Motel” bei ProSieben.
Sat.1 dagegen scheint gar nichts Neues bieten zu wollen: Nach “Sissi” von 1956 läuft “Stirb langsam 2” von 1990.

Das gleiche Bild am 2. Feiertag: Ein weiterer Potter und “Cast Away – Verschollen” von 2000 im Ersten. Nochmal Sissi und “Stirb langsam” bei Sat.1. ProSieben erschreckt uns mit “Scary Movie”, Teil 4 und 3 – liefen die Dinger 2009 nicht auch schon mal? Nur das ZDF lässt das “Traumschiff” mit einer neue Folge in die Emirate schippern.

War das nicht früher mal anders? Haben wir nicht früher fiebrig die Fernsehzeitung studiert und die vielen Highlights angestrichen?
Klar, die Programmverantwortlichen preisen ihr Menü als traditionell an – dabei sieht es eher wie Sparkost aus.

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