Tagesarchiv für 13. Dezember 2009

RT im Kino

Küss den Frosch

Sonntag, den 13. Dezember 2009

Eine Verbeugung vor New Orleans, der Heimatstadt des Jazz. Überall swingt es auf den Straßen, in den Kneipen, auf den Flussdampfern. Der neue Disney-Zeichentrickfilm spielt im New Orleans zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

Ihr ganzes Leben lang träumt die Kellnerin Tiana (Stimme: Cassandra Steen) davon, ein eigenes Restaurant zu eröffnen.
Als Prinz Naveen (Roger Cicero) in die Stadt kommt, bringt er reihenweise Mädchenherzen im Schmelzen. Doch er bekommt Ärger mit der schattenwelt, wird in einen Frosch verzaubert. Tiana ist seine letzte Hoffnung. Wenn sie ihn küsst… Das kannt man ja vom “Froschkönig”. Doch diesmal läuft irgendwas schief.

Disney besinnt sich mit “Küss den Frosch” auf seine Wurzeln und bringt nach einigen Jahren Pause mal wieder einen 2-D-Animationsfilm ins Kino. Den guten, alten Zeichentrickfilm.
Erzählt wird ein Märchen alten Stils, das von der Prinzessin und dem Frosch. Das von dem Aschenputtel, das sich nach dem Erfolg sehnt. Und das in der realen Welt von New Orleans vor etwa 100 Jahren sowie in einer fantastischen Tierwelt, in der die Viecher alle sprechen können.
Die Songs im Film sind zwar alle recht schön anzuhören, aber Cassandra Steen als Synchronstimme für Tiana war keine herausragende Wahl, ihre Stimme wirkt nicht kraftvoll, oft ziemlich dahergesagt, unprofessionell. Auch Roger Cicero sollte sich eher aufs Singen beschränken. Die Sitte, bekannte Leute – Nichtschaupieler – als Synchronstimme einzusetzen, geht also weiter.
Ansonsten überzeugt “Küss den Frosch” jedoch durch viel Witz und Ironie, freche Einfälle und sogar ein bisschen Spannung.

7/10

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RTZapper

One Hour Photo – Ich beobachte dich

Sonntag, den 13. Dezember 2009
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SA 12.12.2009 | 22.10 Uhr | RTL II

Fotolaborant Sy ist von seinen Kunden, den Yorkins, so besessen, dass er sich heimlich Kopien ihrer Fotos anfertigt. So dringt er immer mehr in die Familiensphäre ein. Und entdeckt Schlimmes.

Ein hochinteressanter Film. Gerade Robin Williams zeigt sich hier von einer ganz anderen, ungewohnten Seite. Diesmal ganz und gar nicht komisch, sondern in einem Film, dessen Thema und die Umsetzung dessen absolut fesselnd sind. Beeindruckend – von vorne bis hinten!
Die Handlung ist tatsächlich relativ simpel, auf den ersten Blick. Doch tatsächlich muss man ein wenig nachdenken, um alles zu verstehen, um alles nachvollziehen zu können. Wobei es doch letztendlich ziemlich einfach ist, denn es wird eigentlich alles gesagt in diesem Film.

Im Laufe des Films meint Sy, dass man nur Fotos von Dingen oder Ereignissen haben möchte, an die man sich gerne erinnert. Und: Man macht zu wenig Fotos, die eigentlich ganz alltäglich sind. Als Sy ins Hotelzimmer geht, wo sich das Paar trifft, ist sein Film bereits voll. Mit den Fotos, die am Ende zu sehen sind. Er macht nicht wirklich Fotos von der Szenerie, die sich ihm bietet.
Die Musik unterstützt und steigert die Spannung noch zusätzlich. Und: So ein wenig bekommt man es doch mit der Angst zu tun. Kann so ein Fotoentwickler tatsächlich so ins Privatleben eindringen? Und: Sind die Supermärkte in den USA wirklich so trist?

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RTZapper

Starsky & Hutch

Sonntag, den 13. Dezember 2009
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SA 12.12.2009 | 20.15 Uhr | ProSieben

Sein neuer Partner ist eine totale Knalltüte. Cop Ken Hutchinson (Owen Wilson) hat sein Urteil über seinen neuen Kollegen David Starsky (Ben Stiller) schnell gefällt. Doch “Hutch” hat sich diese Konstellation nicht ausgesucht. Sein Chef, Captain Dobey (Frede Williamson) wollte es so. Während Starsky eher zu der Sorte der übereifrigen und relativ korrekten Menschen zählt, wendet Hutch auch mal eher unkonventionelle Ermittlungsmethoden an. Als aber Starsky mit seinem Flitzer, einem Ford Gran Torinio vor Hutch auftaucht, hat sich das mit der “Knalltüte” auch erledigt. Der beginn einer echten Männerfreundschaft.

Vielen kommt das sicher bekannt vor. Im Jahre 1975 startete die Serie “Starsky & Hutch”. Bis 1979 entstanden 88 Folgen. Und eigentlich wollten die damaligen Darsteller Paul Michael Glaser und David Soul auch in dem Kinofilm die Hauptrollen spielen. Doch daraus wurde nichts. Schließlich sollte der Film ein wenig jünger und frischer werden. So blieb für die beiden nur ein Gastauftritt.
Ben Stiller und Owen Wilson geben dafür um so mehr Gas. Sie drehen bereits ihren sechsten gemeinsamen Film. Als Starsky und Hutch am Fluss eine Leiche finden, sind sie auch gleich mitten in ihrem ersten Mordfall. Dass daraus keine bierernste Sache wird, dafür ist gesorgt. Mit einem Augenzwinkern werden die 70er-Jahre aufs Korn genommen. Stiller und Wilson drücken dem Film ihren Stempel auf. Das Duo ist dermaßen unterschiedlich, dass es einfach zu Verwicklungen kommen muss! Das tröstet auch darüber hinweg, dass die Story nicht allzu viel her macht. Hauptsache Spaß!

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RTelenovela

Bahnbekanntschaften (41): Oranienburgein-steigenoranienburgzurückbleiben

Sonntag, den 13. Dezember 2009
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(40) -> 7.12.2009

Auf den meisten Bahnhöfen in Berlin und Brandenburg sind die Pendler auf sich allein gestellt. Fast jedenfalls. Nur noch der Fahrer im Triebwagen spricht noch mit seinen Leuten in den Waggons. Und je mehr, desto besser.
Wäre allerdings schön, wenn das Ganze dann auch noch verständlich wäre.

Okay, der Mann hatte es verdammt eilig. In der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte hatte die S1 nach Oranienburg bereits vier Minuten Verspätung. Da bleibt natürlich keine Zeit für ausschweifende Bemerkungen. Was nicht heißt, dass der Fahrer darauf verzichtete. Er leierte sie nur schneller runter.
“S1nachoranienburgüberschönholzwittenaufrohnaubirkenwerdernachoranien-burgoranienburgeinsteigenoranienburgzurückbleiben.”
Dass die Leute ein zug ein wenig verwirrt waren, bliebt dem Mann ganz vorne verborgen.

Es hat vor allem nichts gebracht. Denn in Lehnitz folgte diese Meldung: “S1nachoranienburgweiterfahrtinzweiminutengegenzugkreuzung.” Wir konnten nur ahnen, was er meinte: Dass die bahn in Oranienburg schon losfuhr und nicht auf uns warten wollte. Nun kamen wir dann doch mit sechs Minuten Verspätung in Oranienburg an.
Und für den Zugführer: Schnellersprechennütztnichtswennkeinerihnver-stehtgutenacht.

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RTZapper

Robin und Marian: SMS-Guru

Sonntag, den 13. Dezember 2009
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SA 12.12.2009 | 6.00 Uhr | Das 4.

Früher, es ist schon eine Weile her, lief das so im Privatfernsehen: Programmmacher überlegten sich, wie man die Zuschauer dazu bringen konnte, ihren Sender einzuschalten. Dazu musste ein gutes Programm her. Eines, das die Leute gern sehen sollten. Und wer hohe Einschaltquoten hatte, konnte von der Wirtschaft hohe Werbepreise verlangen.
Das ist heute anders.

Heute ist es völlig wurscht, was über den Sender geschickt wird. Hauptsache, es bringt in irgendeiner Weise Kohle.
Das 4. lieferte am frühen Sonnabendmorgen mal wieder ein sehr anschauliches Beispiel. Um 6 Uhr begann ein Film, in dem Sean Connery den smarten Robin Hood spielte. Vielleicht war “Robin und Marian” gar kein so übler Streifen.
In Wirklichkeit jedoch war er nur die Kulisse für den “SMS-Guru”. Am unteren Bildrand stand permanent eine Einblendung: Für lumpige 1,99 Euro pro SMS konnten Zuschauer eine Frage, die dann auch mehr oder weniger prompt beantwortet wurde.

So ritt Robin Hood also von Heldentat zu Heldentat, während unten im Bild Fragen wie diese gestellt wurden: Muss ein Mann im haushalt helfen, trotz dass er arbeiten geht? Sind entzündete Leberflecken gefährlich? Wofür steht DVBT?
Das sind doch die Fragen, die die Spielfilmfans von Das 4. bewegen. Und die diesen Leuten auch so richtig Freude bereiten.

Was soll das also? Glaubt der Sender wirklich, dass Leute, die gern den Film sehen wollen, dämliche Fragen und schlaue Antworten lesen wollen? Oder ist den Fernsehlejuten inzwischen komplett wurscht, was für ein Quatsch bei ihnen zu sehen ist? Und weiß Sean Connery davon, wie er von dem Mini-Möchtegern-Spielfilmsender als Geldverdien-Hintergrundkulisse missbraucht wird?

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