Tagesarchiv für 13. Oktober 2009

RTZapper

Traumfigur TV

Dienstag, den 13. Oktober 2009
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DI 13.10.2009 | 11.30 Uhr | DSF

Heutzutage muss sich niemand mehr bewegen, um abzunehmen. Das zumindest wollen uns die Heinis aus dem Teleshop beim DSF weismachen. Ein Bauchgürtel übernimmt das für uns. Einfach das Ding umschnallen, einschalten, und schon werden die Muskeln für uns bewegt. Als ob wir 400 (!) Sit-ups machen würden.
Und so – mit diesem Wundergürtel – keiner muss mehr den Fernsehsessel verlassen, um eine der unfassbaren spannenden Call-in-Shows des DSF zu verpassen.

99 Euro kostet das Ding in der Dauerwerbesendung, die das DSF am Dienstagvormittag zeigte. Ähnliche Geräte kosten bei Amazon übrigens weniger als 40 Euro. Aber das nur nebenbei.

Zwischendurch blökte übrigens Ex-“Der Preis ist heiß”-Ansager, Ex-QVC-Verkäufer und Ex-RTL-Shop-Moderator Walter Freiwald ein Suuuperangebot in die Boxen: Der kleine Gürtel für die Armmuskeln! Gratis dazu!! Graaaaatis!!! Bloß eine kleine Bearbeitungsgebühr von 9,95 Euro!!
Lieber Walter, was das Wort “Gratis” heißt, solltest du vielleicht noch mal nachschlagen, und 9,95 Euro sind eine alles andere als kleine Bearbeitungsgebühr. Von wegen gratis.

Niemand braucht so einen Plunder. Deshalb hier der Tipp: Einfach mal ein bisschen bewegen!

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RTelenovela

Traumtagebuch (62): Sachsenhausener Liebessturm

Dienstag, den 13. Oktober 2009
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(61) -> 4.7.2009

Da passiert in Oranienburg schon mal was, und ich muss es aus dem “stern” erfahren. In dem Bericht heißt es, dass Teile der ARD-Serie “Sturm der Liebe” ab sofort in Oranienburg gedreht würden. Genauer gesagt, am Ortseingang von Sachsenhausen. Dort entstehen auf einem Freigelände mehrere Hallen, in dem künftig produziert werde.
Und wir fragen uns: Wieso wissen die beim “stern” mehr als unsere Redaktion? Und: Sollten wir nun auch darüber berichten? Wir beginnen mit den Recherchen…

Der Traum erschien mir so real, dass ich nach dem Aufwachen länger brauchte, um mich davon zu verabschieden, dass die Telenovela auch weiterhin nicht in Oranienburg gedreht wird. Zumal die Fläche, wo die Hallen stehen sollten, nicht existiert.

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RTZapper

Peter Voß fragt … Wolf Biermann

Dienstag, den 13. Oktober 2009
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MO 12.10.2009 | 22.30 Uhr | 3sat

Ein Gespräch. Zwei Männer, ein Journalist und ein Liedermacher, unterhalten sich über deutsche Geschichte. Kulturgeschichte. Politikgeschichte. Gesellschaftsgeschichte. und das machen sie drei Stunden lang.
Manchmal ist ja doch noch das Besondere zu finden im Programm der Öffentlich-Rechtlichen-Fernsehprogramme. Und die Extraausgabe der Talkreihe “Peter Voß fragt…” am Montagabend auf 3sat war so etwas Besonderes.

Das Auftrittsverbot. Die Ausweisung. Die Wende. Das erste Konzert danach in Leipzig. Und das Leben heute. Drei Stunden lang dauerte das Gespräch mit Wolf Biermann, der ein bewegtes Leben hinter sich hat.
Schön, dass so was noch möglich ist: dass ein sender so viel Zeit freiräumt. Denn diese drei Stunden waren keineswegs langweilig. Zwischendurch klingelte Biermanns Telefon, seine Frau war dran, morgen kommt Besuch. Und Voß sitzt daneben und bestellt schöne Grüße.

So spannend diese Sendung war, sie hätte noch lebendiger werden können. Peter Voß schien streckenweise nicht mehr zu sein als der Fragensteller, der seine Liste abhakt. Wenn es mal richtig interessant wurde, wechselte Voß einfach das Thema.
So merkte Biermann an, dass bei der wichtigen Leipziger Montagsdemo am 9. Oktober 1989 keine alten leute zu sehen waren, auch keine Kinder. Und das sei in den Vorwochen noch anders gewesen, so Biermann. An der Stelle hätte ich gern gewusst, welchen Schluss Biermann daraus zieht, was das zu bedeuten hatte. Aber Voß wechselte das Thema. Schade. Auch als der Liedermacher mitten in der Sendung privat telefonierte, saß Voß da wie ein Stock.
Ein nicht ganz so steifer Fragesteller hätte die drei Stunden noch interessanter gestalten können.

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RTZapper

Die schönsten Bahnstrecken der Welt: Burma

Dienstag, den 13. Oktober 2009
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SO 11.10.2009 | 4.20 Uhr (Mo.) | Das Erste

Langsam zuckelt der Zug über rumpelige Gleise. Im Schneckentempo. Manchmal muss er hupen, weil Leute neben dem Gleis spazieren. Und es sieht so aus, als würden sie den Zug gar nicht bemerken. Hier und da ist das Gleis fast zugewachsen mit Gras. Rechts und links dümpeln braune, schlammige Tümpel dahin.
Und so tuckern wir dahin. Die Leute im Zug in Burma. Und die nächtlichen Zuschauer der “Schönsten Bahnstrecken der Welt” im Ersten.

Eigentlich ist die Sendung bloß ein Lückenbüßer. Sie dient als Sendepuffer zwischen der letzten Sendung eines Programmtages und der ersten am folgenden. Aber dennoch bietet sie ganz intertessante Einblicke.
Vielleicht denkt der eine oder andere ja mal daran, wenn in Deutschland der hochmoderne Zug mal ein paar Minuten später kommt und die Wut darüber groß ist. Woanders ist alles noch Schlimmer.

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RTelenovela

Die Polizisten mal ganz blau

Dienstag, den 13. Oktober 2009
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Die Polizei ist seit ein paar Jahren nicht mehr grün, sondern blau. In Oranienburg waren heute Nacht auch die Polizisten selbst blau. Zumindest einige – die angehenden.

Es muss ein rauschendes Fest gewesen sein im Pharmasaal, die Polizeischüler schienen ihren Abschluss oder ihren Einstand gefeiert haben. So genau war das nicht zu erkennen. Es muss jedenfalls ordentlich was zu trinken gegeben haben.
In der Bykstraße lagen einige Glasflaschen auf der Straße rum. Und entlang der Stralsunder Straße liefen die abgefüllten jungen Polizeischüler, grölend und wankend.
Auf dem Bahnhofsplatz fuchtelte einer mit seinem Handy – und ließ es mit Schmackes auf die Straße donnern. Ob es danach noch funktionierte, weiß ich nicht. Zu seinen Kollegen – einer hatte eine Tüte mit Polizeisymbol in der Hand – grölte der junge Mann, dass er seine Speicherkarte gerade noch so auf dem Pflaster wiederfinden konnte. Na, welch ein Glück. Grölend liefen sie weiter.

So, Jungs. Jetzt habt ihr noch mal so richtig einen gepichelt. Und jetzt wird es aber mal Zeit, dass ihr ein Vorbild werdet für unsere Stadtjugend. Nicht wahr? Toi, toi, toi!

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RT im Kino

Evet, ich will!

Dienstag, den 13. Oktober 2009
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Ein Multikulti-Liebesreigen in Berlin.
Dirk (Oliver Korittke) und Özlem (Lale Yavas) möchten gern heiraten, aber dazu brauchen sie den Segen ihrer Eltern. Und das ist gar nicht so einfach: Seine deutschen Eltern (Heinrich Schafmeister und Ingeborg Westphal) machen einen auf Öko, sind selbst nicht verheiratet, weil sie das einengen würde. Ihre türkischen Eltern bestehen darauf, dass Dirk Moslem wird und sich beschneiden lässt.
Coskun (Tim Seyfi), ein türkischer Sunnit, moderiert gemeinsam mit der türkischen Alevitin Günay (Idil Üner) eine Sendung bei Radio Orange. Und auch die beiden wollen heiraten. Und auch sie stoßen bei ihren Eltern auf Widerstand.
Auch Emrah (Eralp Uzun) will heiraten – und zwar Tim (Mickey Hardt). Denn der junge Automechaniker ist schwul, und seine Eltern wissen das nicht. Die würden ihn auch gern mit einer hübschen Türkin zusammenbringen. Wenn die wüssten…

Das sind noch nicht mal alle Geschichten, die die Liebeskomödie “Evet, ich will!” erzählt. Sinan Akkus, Regie und Drehbuch, zeigt die Gegensätze, die die Liebe zwischen Deutschen und Türken sowie unter Türken selbst so mit sich bringt.
Es geht um die Fragen, wie weit sich die Parteien entgegen kommen sollen und wollen. Wer muss Abstriche machen? Welche Kompromisse sind möglich? Sollen überhaupt Kompromisse gemacht werden?
Das könnte eine gute Mischung werden, ist sie aber leider nur bedingt geworden. Akkus hat seinen Film schlecht komponiert. Mal abgesehen davon, dass zu viele Geschichten erzählt werden, sie sind dadurch auch ziemlich oberflächlich, gehen so gut wie nicht in die Tiefe. So wird das Outing des Mechanikers recht fix abgehandelt. Auch Dirks Beschneidungskonflikt wird schnell erledigt.
Szene folgt auf Szene, und oft geht das alles viel zu schnell. So kommt kaum eine Bindung zustande, die einem Film die richtige Würze verleiht.
Schade, da hätte mehr draus gemacht werden können.

6/10

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RTZapper

American Pie präsentiert: Nackte Tatsachen

Dienstag, den 13. Oktober 2009
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SO 11.10.2009 | 20.15 Uhr | RTL II

Wenn einmal die Kasse klingelt, dann muss sie das auch dauerhaft. Und dann kennt Hollywood auch kein Erbarmen und haut einen Film nach dem nächsten raus. Auch wenn die Geschichte eigentlich schon längst auserzählt ist.

Ein sehr gutes Beispiel ist “American Pie”. Am Ende des dritten Films war das Ende eigentlich besiegelt. Jim hat geheiratet und irgendwie waren alle glücklich.
Nur die Filmemacher waren sehr unglücklich. Denn die hätten gern auch noch einen vierten Teil gedreht. Nur leider stiegen alle Hauptdarsteller aus. Aber selbst das hielt die Filmfritzen offenbar nicht davon ab, trotzdem weiterzumachen.

Das traurige Ergebnis war am Sonntagabend bei RTL II zu sehen. “Nackte Tatsachen” hieß das dämliche Filmchen, das unter der Dachmarke “American Pie” läuft, mit dieser Reihe aber so gut wie nichts zu tun hat. Damit das aber niemand merkt, schreibt man mal fix irgendwelche Cousins der früheren Hauptfiguren rein. So kommt beispielsweise in der lauen Neuauflage auch ein Stifler vor – wie im Original. Aber es ist nur ein Verwandter – oder so. Hauptsache, der Name kommt vor.
Wenn man schon miese Filme dreht, dann sollten die Produzenten nicht auch noch legendäre Filmreihen zu Tode reiten, in dem so getan wird, als wäre die Reihe noch nicht zu Ende.

Denn was soll noch kommen: “Dirty Dancing 3”? Mit der Schwester der Großgroßcousine von Baby, die sich in den Stiefbruder des Schwangers von Tanzlehrer Johnny verliebt. Oder “Titanic 2”? Das Kreuzfahrtschiff “Ildiko 5” schrammt den Bootssteg im Hafen von Magdeburg. Und die Ur-ur-ur-ur-Enkelin der Großtante von Rose erlebt einen letzten One-Night-Stand mit dem Stiefneffen des Ur-ur-ur-ur-Enkels von Jack.
Das will nun wirklich niemand sehen. und ich hoffe, ich habe niemanden auf dumme Ideen gebracht.

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