Tagesarchiv für 24. September 2009

RTZapper

Hart aber fair: Die Generalabrechnung – Countdown zur Entscheidung

Donnerstag, den 24. September 2009
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MI 23.09.2009 | 21.45 Uhr | Das Erste

Ich fordere einen Benimmkurs für die Generalsekretäre der Bundestagspateien! Ich kann das üble, selbstgefällige Grinsen der Herren Alexander Dobrindt (CSU), Ronald Pofalla (CDU) und Dirk Niebel (FDP) nicht mehr sehen. SPD-Sekretär Hubertus Heil und der Linke Dietmar Bartsch sind nicht viel besser.
Wer bringt diesen Leuten eigentlich bei, dass durch arrogantes, besserwisserisches und chauvinistisches Auftreten – insbesondere gegenüber Frauen – bei Wählern ein Blumentopf zu gewinnen ist.

Die “Berliner Runde” nach den Landtagswahlen ist schon immer eine schwere Strafe für Fernsehzuschauer. Bei Frank Plasbergs “Hart aber fair” im Ersten war es leider nicht viel besser. Wenn die Grüne Steffi Lemke von den Herren abgebügelt wird und von CSU-Mann Dobrindt mit einem Ich-weiß-es-besser-du-Mädchen-Lächeln quittiert wird, dann ist es total verständlich, dass die Politikverdrossenheit bei den Menschen immer größer wird. Denn immer öfter scheinen nicht Argumente zu zählen, sondern nur, wie sich die Herrschaften in den Sendungen präsentieren, und vor allem, dass sie möglichst das letzte Wort haben.
War das “TV-Duell” vielen zu schmusig, war die gestrige “Hart aber fair”-Ausgabe das Gegenteil. Aber wirklich gut auch nicht.

ORA aktuell

Freitag: Bombensprengung in Oranienburg-Süd

Donnerstag, den 24. September 2009

Am Freitag wird in Oranienburg-Süd eine Bombe gesprengt. Dabei handelt es sich um eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe in der Weißenfelser Straße. Sie hat einen chemischen langzeitzünder, der nicht mehr entschärft werden kann.
5300 Menschen müssen den Sperrkreis bis Freitag, 11 Uhr verlassen. Im Sperrkreis liegt die Berliner Straße zwischen Saarland- und Innsbrucker Straße sowie die komplette Weiße Stadt. Betroffen ist in Oranienburg-Süd das Gebiet zwischen Kanal, Birkenallee, Saarlandstraße und Weichselstraße. Das Ärzteviertel wird westlich der Virchowstraße evakuiert.
Gegen 13 Uhr soll die Bombe gesprengt werden. Der Sperrkreis wird eine Stunde nach dem Knall freigegeben.

RTZapper

NDR aktuell extra: Das Duell – Peter Harry Carstensen vs. Ralf Stegner

Donnerstag, den 24. September 2009
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MI 23.09.2009 | 21.00 Uhr | NDR fernsehen

Kuscheliges TV-Duell? Nicht in Schleswig-Holstein!
Auch in Kiel regierte bisher wie im Bundestag eine Große Koalition aus CDU und SPD. Und auch beim TV-Duell trafen Kandidaten dieser beiden Parteien aufeinander. Und doch war beim NDR-Duell alles anders, als beim großen Duell zwischen Merkel und Steinmeier.
Denn Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und Herausforderer Ralf Stegner (SPD) können sich nicht leiden. Um es mal milde auszurücken.
Die große Koalition in Kiel ist zerbrochen, Schleswig-Holstein erlebt am Sonntag eine vorzeitige Neuwahl. Auch und gerade weil sich die beiden Herren in vielen Fragen nicht einigen konnten.
Es versprach also, ein spannendes TV-Duell zu werden. Und das war auch. Von einem Kuschelkurs konnte keine Rede sein.

Das Duell im NDR dauerte keine drei Minuten, schon stritten sich Carstensen und Stegner um die Frage, ob die Entlassung der SPD-Minister durch die Hintertür geschah. Es folgten Zoff um die Bildung. Zoff um die Schulden. Zoff um den Arbeitsmarkt. Zoff in jedem Themengebiet.
Was nicht zwingend heißt, dass der Erkenntnisgewinn größer war als beim großen Duell. Und glücklicherweise muss ich dort nicht wählen. Interessanter und vor allem kontroverser war diese Sendung dennoch als die vor zehn Tagen.

RTelenovela

Vor den Wahlen: Laternen-Plakatflut

Donnerstag, den 24. September 2009
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Lieber Herr Ney! Kann ich Ihnen irgendwie helfen? Seit Wochen hängt Ihr Wahlplakat in meiner Straße. Jeden Tag sehe ich Ihr Gesicht. Und Sie sehen nicht glücklich aus. Was ist da nur los?
Michael Ney ist Landtagskandidat der CDU in Oberhavel. Und dennoch gehört er nicht zu den Politikern, die uns gerade von den Laternenmasten anlächeln. Ney lächelt nämlich nicht. Ney sieht uns nicht mal an. Es weiß auch niemand so genau, wo er hinsieht. Wie ein “klarer Kurs” – so der Slogan – sieht das Ganze jedenfalls nicht aus.
Das führt zu der Frage, ob beim Fototermin vielleicht irgendwas schief gelaufen ist? Bekam er gerade eine unerfreuliche Nachricht, als der Fotograf auf den Auslöser drückte? Wenn Ney ein Soapdarsteller sein würde, könnte man sagen, er stellt gerade dar, wie er erfährt, dass er gefeuert wird. Und er stellt es schlecht dar.
Aber vielleicht hat der mürrische Blick ja auch andere Gründe.

Eines hat Ney aber geschafft: Sein Plakat ist bekannt. Das kann man von vielen anderen jedenfalls nicht behaupten. Wenn man mal von den üblichen Großplakaten mit Merkel, Steinmeier und Co. absieht.
Angelika (”AKL”) Krüger-Leißner hat ihre Knuffelnase ein bisschen entschärft, “Runge”-Veteran Tino Kunert (beide SPD) seine großen Ohren und die seltsame Kurzhaarfrisur dafür nicht.
Es ist sowieso erstaunlich, wie unvorteilhaft die meisten Kandidaten fotografiert sind. Uwe Feiler von der CDU wirkt verkrampft, Oranienburgs linker und chancenloser Bürgermeisterkandidat wird schon wegen seines seltsamen Plaktes nicht gewinnen. Und gegen das locker-flockig-sympathische Bild von Bürgermeister Laesicke, auf dem Fahrrad vor dem Schloss, kommt sowieso keiner an.

Ob es die lokalen Grünen oder die FDP besser machen? Ich weiß es nicht. Auf deren Plakate sind keine Köpfe abgebildet, dafür deren Botschaften. Ich kann mich ehrlich gesagt an kein Plakat der beiden Parteien konkret erinnern. Aber das ist ja vielleicht auch eine Botschaft an dessen PR-Leute.

Es wird Zeit, dass die Wahlen vorbei sind. An den Laternen in Oranienburg hängen mitunter fünf Plakate. Die totale Reizüberflutung.

RTZapper

Wahlwerbung: SPD-Spam

Donnerstag, den 24. September 2009
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MI 23.09.2009 | Wochenspiegel

Am Sonntag sind Wahlen. Wem das noch nicht aufgefallen sein sollte, muss wohl blind durch die Gegend laufen. Und auch Leser der Anzeigenzeitung “Wochenspiegel” sind nun im Bilde, dass sie im Idealfall am 27. September einen wichtigen Termin haben. Ein Kreuzchen bei der SPD zu setzen.
Die SPD ist nämlich die einzige Partei, die im aktuellen Wochenspiegel (Oranienburger Ausgabe) für sich wirbt. Dafür kann zwar die Anzeigenabteilung des Wochenspiegels nichts, es fällt aber trotzdem auf. Im Internet würde man das als Spam bezeichnen.

Die Großanzeige, die als halber Umschlag den Titel sowie den kompletten Rücktitel ziert, kann auch keinem Leser entgehen. Die SPD und Ministerpräsident Matthias Platzeck werben dort um jede Stimme. Doch damit hatte die SPD nicht genug: Auf Seite 3 folgt die nächste drittelseitige sowie eine kleine Anzeige, gefolgt von zwei weiteren auf Seite 8. Nicht zu vergessen der SPD-Beileger.
Das ist ganz schön viel SPD – und ganz schön wenig Restparteien. Bei den Sozialdemokraten weiß man offenbar, wie man eine Zeitung mal so richtig vollspamt. Ich finde es aufdringlich.