Tagesarchiv für 20. September 2009

RTelenovela

Herrlich: Das grüne Oranienburg

Sonntag, den 20. September 2009
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Das grüne Oranienburg. Eine Woche vor den Wahlen soll es an dieser Stelle aber nicht um die Partei, sondern das das Grün da draußen gehen. Oranienburg ist nämlich sehr viel grüner, als viele denken.
Um das zu erkunden, machten wir heute eine Fahrt mit dem Schiff “Pirol”. Vom Oranienburger Bollwerk am Landratsamt ging es am Schloss vorbei zum Laga-Hafen, wieder zurück, bis zum Oder-havel-Kanal, auf den Lehnitzsee und wieder zum bollwerk zurück.
Herrlich!

Entlang der gesamten Havel ist fast ausschließlich grüne Idylle zu sehen. Und selbst da, wo es nicht grün ist, am Schloss nämlich, staunt man über das neu gestaltete Umfeld: der Schlossplatz, das Schloss selbst und die neuen Uferwege bis zum erst vor kurzem errichteten August-Wilhelm-Steg.
Vorbei an vielen Enten, Schwänen, Nutrias. Diverse kleine Bootshäfen. Dem herrlichen Park auf der Pferdeinsel. Die schönen Malereien am Blauen Wunder, wo ein Graffitikünstler Stadtmotive verewigte.
Idylle auch am Oder-Havel-Havel. Rechts und links haben die Grundstücksbesitzer Tische und Stühle aufgestellt und verbringen ihre Nachmittage direkt am Wasser. Die brauchen wahrscheinlich nicht in den Urlaub zu fahren.
Dann weiter zum Lehnitzsee, inklusive Wettfahrten mit anderen Booten und einem 1:1-Unentschieden.

Nach einer Stunde legten wir wieder am Bollwerk an und haben wieder einmal eine ganz andere, wunderbare Seite von Oranienburg kennengelernt.

RTZapper

Sportplatz extra: 36. Berlin-Marathon 2009

Sonntag, den 20. September 2009
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SO 20.09.2009 | 8.30 Uhr | rbb

Was haben sich die Berliner nur dabei gedacht? Da wird in München das Oktoberfest eröffnet und wie immer am zweiten Tag der Trachten- und Schützenumzug gestartet, und die Berliner haben nichts besseres zu tun, als ihren Marathon an genau diesem Tag zu veranstalten.
Und was haben die Berliner davon? Die ARD verzichtet auf eine Live-Übertragung im Ersten und sendet stattdessen eben jeden Trachten- und Schützenumzug vom Münchner Oktoberfest.

Sonst gibt es diese Terminüberschneidung nicht. Sonst startet der Marathon immer am letzten September-Sonntag. Aber vielleicht wollten die Organisatoren nicht, dass der Lauf mit der Bundestagswahl am 27. September kollidiert. Was ja auch vernünftig ist.
Aber so war der Marathon in diesem jahr nur im rbb, dem Dritten Programm zu sehen. Die Trachtenvereine haben also die Sportler geschlagen. der Sieg ging nach München.

RTZapper

Die 25 witzigsten TV-Momente 2009

Sonntag, den 20. September 2009
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SA 19.09.2009 | 20.15 Uhr | RTL

Respekt, RTL! Mehr als ein dreiviertel Jahr vor Silvester kommen die mit einem ersten Jahresrückblick: die witzigsten TV-Momente 2009. Kann man ja mal bringen, Mitte September.

Jetzt müsste RTL genau diese witzigen TV-Momente aber auch noch zeigen. Aber anstatt auf die Witzigkeit dieser Ausschnitte zu vertrauen, zerhackt RTL diese mit tausend Schnitten, D-Promi-Blabla, Kommentaren und Hintergrundmusiken.
So wurde vom Streit zwischen den Politikern Dirk Niebel und Ronald Pofalla nur Sekundenbruchteile gezeigt. Ansonsten redeten allerlei Leute in dem Beitrag nur über den Streit.
Aber, RTL: Es ist nicht lustig, wenn jemand nur über eine Begebenheit spricht, wir wollen sie auch sehen – und das nicht nur in Minihäppchen.
Ebenso die Technikpannen und Versprecher – allesamt so eng aneinanderschnitten, dass der Witz in die Tonne getreten wird.

So waren “Die 25 witzigsten TV-Momente 2009″ nur selten witzig, aber dafür meistens ziemlich nervtötend.

RT im Kino

Oben

Sonntag, den 20. September 2009

Carl Fredericksen hatte ein schönes Leben mit seiner Frau. Aber das ist jetzt vorbei, sie ist gestorben. Nun sitzt er allein in seinem Haus – umgeben von Großbaustellen. Und sein Haus will der Immobilienhai auch haben.
Was ist bloß aus den Träumen geworden, die er und seine Frau immer hatten? Sie wollten reisen, in Südamerika die Paradise Falls ansehen. Aber nie sind sie dazu gekommen. Doch jetzt – jetzt ist die Gelegenheit.
Er räumt sein Haus, um den Weg für den Immobilienhai freizumachen. Das heißt: Nein, eigentlich räumt er nicht das Haus, sondern gleich das ganze Grundstück. Allerdings: kleine Planänderung. Mit an Bord ist der kleine, leicht übergewichtige Russell. Und so reisen sie zu zweit zu den Wasserfällen – leider nicht ohne Zwischenfälle.

“Oben” ist der neue Film aus den Pixar-Studios. Und nach dem grandiosen “Ratatouille”-Rattenspaß und dem etwas schwächeren, aber immer noch soliden “Wall-E” spielt Peter Docter nun mit “Oben” wieder alle Trümpfe aus.
Eine Geschichte über einen alten Mann, der in seinem Leben glücklich war, aber dennoch sein großes, bisher versäumtes Abenteuer sucht. Ein Junge, auf der Jagd nach seinem letzten Gute-Tat-Abzeichen. Eine phantastische Reise. Ein böser Mann, der anderen an den Kragen will und wunderliche Erfindungen geschaffen hat.
Das sind perfekte Zutaten für einen extrem spannenden, emotionalen Familienfilm. Die Botschaft ist: Gibt dein Leben nicht auf und tue etwas dafür. Das merkt man aber erst hinterher, als Fazit. Wenn man eine herrliche, kurzweilige Reise hinter sich hat.
Am allerstärksten ist “Oben” übrigens in den ersten 30 Minuten. Wenn im Zeitraffer das Leben von Carl und seiner Frau gezeigt wird. Schon das ist grandios, herzerweichend und hätte für einen 1-a-Kurzfilm gereicht.
Auch danach bleibt es sehenswert, der Höhepunkt liegt dann aber schon hinter den Zuschauern.

8/10


Natürlich hat auch “Oben”, wie immer bei den Pixar-Filmen einen Vorfilm.
“Teilweise wolkig” zeigt, wo eigentlich unser Nachwuchs herkommt. Und das ist ja nicht neu: Die Störche bringen ihn. Was aber neu ist: Woher bekommt der Storch den Nachwuchs? Und was ist mit den armen Störchen, die gefährliche Tierkinder wie Krokodile bringen müssen?
Es sind nur knapp 5 Minuten. Aber die haben es in sich. Lustig, rührend, einfach großartig. Der perfrekte Kurzfilm.

10/10

RT im Kino

Der Dorflehrer

Sonntag, den 20. September 2009
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Normalerweise ist es ja so: Jemand möchte endlich raus aus dem Land, in die Stadt und da Erfolge feiern. Beruflich und persönlich. Deshlab wundern sich auch die Bewohner des kleinen böhmischen Dorfes, als Petr (Pavel Liska) bei ihnen auftaucht. Er trifft die Stelle des Dorflehrers an. Und alle fragen ihn, wieso er seine Stelle an einem Gymnasium in Prag hat sausen lassen. Doch Petr schweigt.
Dabei hat er tatsächlich einen Grund: Er ist vor einer Beziehung geflüchtet. Er hielt es nicht mehr aus – und war, sagt er, gar nicht verliebt. Unterdessen freudet er sich mit einer der Bewohnerinnen an.
Dann aber steht plötzlich sein Ex-Freund im Klassenzimmer und bringt Petrs neues Leben durcheinander. Denn erstens will er ihn wieder loswerden. Und zweitens muss er es nun endlich im Dorf sagen, dass er auf Männer steht.

“Der Dorflehrer” gehört in Tschechien zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres und bekam mehrere Preise: unter anderen den Publikumspreis beim Festival des osteuropäischen Films Cottbus 2008 sowie zwei Löwen, den tschechischen Filmpreis.
tatsächlich erzählt der Film eine durchaus spannende Geschichte, wenn auch unklar ist, warum Petr ausgerechnet aufs Dorf zieht. Seine Einsamkeit, seine Zerrissenheit, seine Verzweiflung: In einigen Szenen sind diese gefühle fast hautnah zu spüren.

Schade nur, dass die Übersetzung teilweise etwas spröde geraten ist (oder vielleicht ist das ja auch im Original so). “Ich bitte Sie um Entschuldigung” ist ein Satz der so oder ähnlich mehrmals fällt und irgendwie ein bisschen gestelzt wirkt.
Blödsinnig ist es auch, wie krampfhaft ein deutscher Bezug in den Film geschrieben wurde: Aus Mitteldeutschland kamen Geldmittel für den “Dorflehrer”. So fährt also ein Auto mit HAL-Kennzeichen für Halle durchs Bild. Obwohl der Fahrer mit Deutschland nichts zu tun hatte. Und eine Szene spielt an der Autobahn bei Schkeuditz, obwohl der Junge eigentlich seine Freundin in Prag besuchte. Aber um Geld zu bekommen, lässt man die Logik schon mal links liegen.

Diese Logikfehler sollte man jedoch übersehen, wenn es um die Bewertung geht. Am Ende bleibt eine liebevolle Geschichte über Liebe, Vertrauen und den zusammenhalt unter den Menschen.

7/10

RTelenovela

Die Berliner Fischbüchsenbahn

Sonntag, den 20. September 2009
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Das Berliner Zentrum muss seit Tagen mal wieder weitgehend ohne S-Bahn auskommen. Auf der Ost-West-Achse passiert in dieser Hinsicht gar nichts mehr, und die zusätzlich eingesetzten Regionalzüge halten nur an den größeren Stationen. Bahnhöfe wie der Savignyplatz oder Bellevue sind von der Bahn momentan komplett abgeschnitten.

Sonnabendnachmittag im Berliner Hauptbahnhof. Die Situation ist erstaunlich entspannt. Der Regionalbahnsteig Richtung Westen ist relativ leer, nebenan, wo sonst die S-Bahn abfährt ist kein Mensch. Ich dachte, es wird stressiger.
Da war aber die Bahn Richtung Nauen noch nicht da. Denn als sie da war, zeigte sich dann doch das Ausmaß der kaputten Bahnbremsen: Wie aus einer Fischbüchse quollen die Leute aus dem hoffnungslos überfüllten Zug. Alle schwitzten und sahen nicht besonders glücklich aus.
Der Waggon selbst war weitgehend sauerstofffrei, aber glücklicherweise musste ich nur zwei Stationen bis Charlottenburg fahren.

Für den Bahnhof Zoologischer Garten hat der S-Bahn-Ausfall aber auch was Gutes. Der S-Bahnsteig ist zwar leer, dafür ist aber auf den Regionalbahnsteigen endlich wieder mal was los.
Und kein Zug kommt pünktlich an, alle sind verspätet. Kein Wunder bei den extrem dichten Taktfolgen, die durch die Zusatzzüge entstanden sind.

Und auch die Hennigsdorfer freuen sich. Die haben wieder eine Regionalbahn ins Berliner Zentrum. Diesmal fährt der Zug, der auch schon bei der Krise I eingesetzt wurde nicht nur bis Gesundbrunnen, sondern bis zum Südkreuz durch.
Alle 20 Minuten düsen Verstärkerzüge durch den Nord-Süd-Tunnel. Die sind allerdings immer leer, wenn ich damit fahre. Zumindest am Abend sind sie eigentlich auch ziemlich überflüssig, da die S-Bahn in Nord-Süd-Richtung ja fährt, wenn auch seltener als sonst.

Ich frage mich sowieso: Ist tatsächlich nur die Berliner S-Bahn betroffen? Wie sieht es in den anderen Städten Deutschlands aus? Und was ist eigentlich mit den teilweise ganz schön rumpeligen alten Regionalzügen? Hat die schon mal jemand genauer unter die Lupe genommen? Wann kommt der Tag, an dem der Bahnverkehr in der Hauptstadt komplett ruht?

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Erst fragen, dann wählen

Sonntag, den 20. September 2009
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SA 19.09.2009 | 12.30 Uhr | ZDFinfokanal

Ganz schön fies vom ZDF: Erst laden sie Guido Westerwelle an die Bar ein, damit er sich ein Tässchen Kaffee bestellen kann – und darf kommt er gar nicht dazu, auch mal einen Schluck zu nehmen.
Aber der Guido hatte auch viel zu erzählen. Über Steuern. Arbeitslosigkeit. Familie und Kinder. Koalitionen. Und immer im Gespräch mit den Internetusern. Das bleibt für Kaffee keine Zeit mehr.

Aber Moment mal: Internetuser? Im ZDF? Im Rentnersender?
Nicht ganz. Die dreistündige Politsendung “Erst fragen, dann wählen” lief ganz versteckt am Sonnabendnachmittag im ZDFinfokanal. Das Gemeinschaftsprojekt u.a. mit StudiVZ sollte die junge Internetgemeinde an die anstehende Wahl erinnern.
Ein guter Ansatz, und gut dass sich die Öffentlich-Rechtlichen – wenn auch als Nische – an die Jugendlichen wenden.

Im Laufe der Sendung – und der am Sonntag – sollen alle Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien zu Wort kommen.
Außer Angela Merkel. Die hat nämlich mal wieder abgesagt. Und das ist ärgerlich. Sicher, die Frau hat viele Termine. Aber kann es wirkluch sein, dass sich die Kanzlerein zu gerade mal einem Aufritt in einem TV-Polithearing herablässt?