Tagesarchiv für 1. September 2009

RTelenovela

Vor 20 Jahren (2):Die Pioniere sind zurück

Dienstag, den 1. September 2009
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(1) -> 20.8.2009

Freitag, 1. September 1989.
Morgens um 7.45 Uhr an der Oranienburger Pablo-Neruda-Oberschule. Das neue Schuljahr beginnt. Mein letztes schuljahr als Thälmannpionier. Aber das wusste ich am 1. September 1989 noch nicht.
Ich bin nun in der 5b. Wir haben eine neue Lehrerin, Frau E.
Jedes Schuljahr hat in der DDR ein Motto. Diesmal: Meine Liebe, meine Tat, meiner Heimat DDR. Lustigerweise war das auch das Motto des Vorgängerschuljahres. Es muss eben gespart werden – auch bei den Losungen.

Hinter mir liegen mehr als acht Wochen Ferien. Davon zwei Wochen auf Rügen, in Sagard und diverse Nachmittage am Stolzenhagener Strand.

Gleichzeitig ist dieser 1. September ein wichtiger Gedenktag: der 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges. Um 10 Uhr heulen in Oranienburg die Sirenen.
Wie in der DDR üblich hat jedes

Zu dieser Zeit ist die Fluchtwelle über Ungarn ein großes Thema im Fernsehen. Und nicht nur dort, auch bei uns in der Klasse. Von einem Tag auf den anderen fehlte einer unserer Mitschülerinnen. Ich glaube, sie hieß Mandy und war noch relativ neu bei uns. Erst später habe ich erfahren, dass sie und ihre Familie in den Westen geflüchtet waren.

aRTikel

1855 Euro für die Rohrlacker Kirche

Dienstag, den 1. September 2009
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-> 31.8.2009

Benefiz: 54 Teilnehmer waren beim ersten Temnitztallauf dabei / Auch ein MAZ-Mitarbeiter rannte mit

MAZ Neuruppin, 1.9.2009

ROHRLACK
Acht rote Punkte kleben schon auf meinem T-Shirt. Acht Runden bin ich also beim Temnitztallauf schon gerannt. Von der Rohrlacker Packhalle zum Gewächshaus und zurück. Und die Strecke hat es in sich. Auf einem mit kleinen Steinchen gespickten Sandweg geht es ganz leicht einen Berg hinauf. Doch jeder noch so kleine Anstieg ist zu spüren nach acht Runden. Aber es ist ja für einen guten Zweck. Für jede gelaufene Runde kommt mehr Geld für die Kirche in Rohrlack zusammen. Dort soll die Turmspitze wieder errichtet werden. Eigentlich hatte ich meinen Sponsoren, meinen Neuruppiner MAZ-Kollegen, angekündigt, vielleicht fünf, sechs oder sieben zu laufen. Zehn sind es am Ende. Zehn ist eine schöne runde Zahl. Das macht bei einem Rundenpreis von 6,50 Euro dann 65 Euro.

Insgesamt sind beim Temnitztallauf durch die 54 Teilnehmer 1855 Euro zusammengekommen. Jeder hatte mindestens einen Sponsor, der einen frei wählbaren Betrag auf den Läufer setzen konnte. Er lag zwischen zehn Cent und zehn Euro pro Runde. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagte Annegret Koch im Kulturverein Temnitztal. „Es hat allen gut gefallen. Und dass es so viel Geld wird, damit haben wir nicht gerechnet.“ Im Zieleinlauf standen Dutzende Leute und klatschten den Läufern Beifall und reichten Wasser und Bananenstückchen.

Vor dem Start war noch völlig unklar, wie viel auf der Strecke zu schaffen ist: „Fünf Runden“, waren das Ziel von Till Nuesken (25). Letztlich schaffte er sogar das Doppelte. Der Garzer Jens Thierock hatte auch keine Vorstellung, wie lange seine Kondition halten würde. Am Ende klebten 13 Pünktchen auf seinem Trikot. „Ein bisschen Sport ist immer gut“, sagte er vor dem Start. „Außerdem möchte ich die Kirche unterstützen.“ Das war auch der Grund, warum die Neuruppinerin Heidrun Kaesche mit ihrer Nichte Anna Zietz dabei war: „Ich finde das Konzept des Laufes gut“, so Heidrun Kaesche. Der 15-jährige Felix Gaetke aus Manker schaffte 22 der etwa 500 Meter langen Runden. „Ich hatte mir vorher kein Ziel gesetzt“, sagte er. „Ich laufe aber viel nebenbei und spiele Fußball.“ Der Temnitzer Amtsdirektor Mathias Wittmoser nahm ebenfalls am Benefizlauf teil und rannte 30 Runden. Selbst einige der Kinder joggten 20-mal durch den Zieleinlauf, was die Zuschauer sehr begeisterte. Der absolute Laufkönig war am Sonntag jedoch Olaf Gaetke. Er schaffte in den etwa 90 Minuten Laufzeit 45 Runden, das waren mehr als 20 Kilometer.

Der Kirchturm von Rohrlack stand in Sichtweite zum Zieleinlauf. Der Kulturverein Temnitztal sammelt seit Jahren Geld dafür, die Turmspitze wieder aufzubauen, die seit 1988 auf dem Gotteshaus fehlt. Die fast 2000 Euro bringen den Verein wieder ein Stück näher ans Ziel.

Der erste Temnitztallauf könnte der Auftakt für ein jährliches Spektakel sein. „Vielleicht richtet ihn nächstes Jahr ein anderer Ort der Gemeinde aus“, sagte Annegret Koch vom Kulturverein. „Und wenn nicht, findet er wieder in Rohrlack statt.“