Tagesarchiv für 22. August 2009

RTelenovela

Da haben wir alle was von

Samstag, den 22. August 2009
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Ich weiß gar nicht, warum die Leute tatsächlich zum Weißen Strand nach Lehnitz fahren und für das Konzert von Right Now Eintritt zahlen. Schließlich hat man doch in ganz Oranienburg etwas davon. Die Bässe dröhnen zumindest bis zur Innenstadt, und wenn der Wind günstig steht, kann man sogar sehr gut hören, was da gerade gespielt wird. Vorhin war es “Dance With Somebody” von Mando Diao.
Ich möchte nicht wissen, wie hoch der Lärmpegel direkt am Lehnitzsee ist. Zumal das Konzert ja noch bis in die Nacht geht.

RTZapper

Spiegel TV Special: Das Glück der Camper

Samstag, den 22. August 2009
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FR 21.08.2009 | 0.00 Uhr (Sa.) | VOX

Das Glück der Camper scheinen zwei Wochen auf dem italienischen Campingplatz Union Lido zu sein. Ist ja auch idyllisch. Jeder kann die Seele baumeln lassen, so lange das Baumelnlassen nicht zu laut ist. Denn die Regeln bei union Lido sind streng. Strenger als wahrscheinlich zu Hause.

Radiohören? Nein, nein, verboten! Es könnten ja andere Leute belästigt werden. Da kommt gleich der Platzwart und erteilt eine Ermahnung. Grillen? Mit Holzkohle? Nein, nein, verboten! Es könnte ja eine Rauchbelästigung entstehen. Und dann die Bäume! Da kommt gleich der Platzwart und erteilt eine Ermahnung. Rollenfahren während der Mittagsruhe? Nein, nein, verboten! Es könnte ja jemand aus dem Mittagsschlaf hochschrecken. Da kommt gleich der Platzwart und… schon klar. Und dann noch die Nachtruhe. Und die badezone im See. Und dann noch dies und noch das.

VOX und das “Spiegel TV Special” lieferten mal wieder eindeutige Gründe, warum es auf einem Campingplatz ganz schön ätzend sein kann. Bei Union Lido offenbar ganz besonders.

RT im Kino

Horst Schlämmer – Isch kandidiere!

Samstag, den 22. August 2009
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Nachdem seit Wochen die Werbemaschinerie für den Horst-Schlämmer-Film auf Hochtouren läuft, ist er nun endlich im Kino zu sehen: “Horst Schlämmer – Isch kandidiere!”. Zu sehen ist der Komiker Hape Kerkeling in seiner aktuellen Paraderolle: als schleimiger Journalist Horst Schlämmer. Nebenbei noch als Schlagersängerin Uschi Blum. Und als diverse Politiker.

Ach ja, die Politik. Die ist es, die den stellvertretenden Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblattes antreibt. Er hat einfach keine Lust mehr, über Kaninchenzüchter zu berichten. Oder sich vom Chef trietzen zu lassen. Stattdessen will er Bundeskanzler werden und gründet dafür seine eigene Partei: die Horst-Schlämmer-Partei (HSP).
So besucht er Grevenbroicher Lokalpolitiker, um zu fragen, wie das alles funktioniert, den NRW-Ministerpräsident Rüttgers, wie man überhaupt eine Partei gründet. Mit seinem Praktikaten Ulle (Simon Gosejohann) reist er nach Berlin – um Wahlkampf zu betreiben.
Eine Muse hat er auch schon: die Schauspielerin Alexandra Kamp. Die spielt sich übrigens selbst. Wie auch die meisten Stars.
So gibt einige durchaus denkwürdige Auftritte: Ganz gruselig ist die Runde von, hüstel, Stars wie Kader Loth, Martina Effenberg, Bernhard Brink und Co, die über Politik diskutieren. Und (der in dieser Runde am sympathischste) Jürgen Drews, der die Welt nicht versteht. Witzig ist auch das Zusammentreffen von Bushido und Schlämmer, die auch gleich einen Song gemeinsam produzieren.

Überhaupt: Kerkelings Beitrag zur anstehenden Wahl ist überraschend lustig – und das über die volle Zeit. Wie er immer wieder Leute anquatscht, um Wahlwerbung zu machen, ist witzig. Seine Fernsehauftritte in diversen Sendungen zeigen den Medienwahnsinn, seine Politiker- und Promiinterviews sind meistens auch herrlich abgedreht.
Man darf zwar keine Hochkultur und keinen ernsthaften Wahlbeitrag von Kerkeling und Regisseur Angelo Colagrossi erwarten, wird aber mit kurzweiliger Unterhaltung und vielen Lachern belohnt.
Trotzdem sollten wir einen Kanzler Schlämmer nicht unbedingt erstreben…

8/10

RT im Kino

Inglourious Basterds

Samstag, den 22. August 2009
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Der Wirbel um Quentin Tarantinos “Inglourious Basterds” war im Vorfeld groß. Und das nicht nur, weil der Film größtenteils in Deutschland entstand, viele Szenen wurden in Potsdam gedreht, aber auch nach Nauen kam das Filmteam.
Auf dem Filmfest in Cannes lief der Streifen erstmals – und wurde weitgehend verrissen. Ob Tarantino sich dann noch mal an den Film gesetzt hat? Denn was nun in den Kinos zu sehen ist, ist spannend, unterhaltsam, lange Zeit richtig packend – und somit auf jeden Fall sehenswert.

Frankreich, zur Zeit der deutschen Besetzung Anfang der 40er-Jahre. Es läuft für die deutschen Soldaten nicht alle so, wie es soll. Aldo Raine (Brad Pitt) und seine “Basterds” treiben ihr Unwesen. Die jüdischen Soldaten jagen den deutschen Angst ein, bringen jeden Soldaten um, der ihnen vor die Nase kommt. Und sie haben einen Plan: In einem Pariser Kino soll die Premiere eines Nazifilms stattfinden, in dem Frederick Zoller (Daniel Brühl) seine Heldentaten im Krieg nachspielt. Alle hohen Tiere sollen sich dazu einfinden. Während der Vorstellung sollen Bomben hochgehen. Aber sie haben nicht mit dem “Judenjäger” Hans Landa (Christoph Waltz) gerechnet.

Von dem Gedanken, dass in “Inglourious Basterds” eine wahre Kriegsgeschichte erzählt wird, muss man sich verabschieden. Quentin Tarantino präsentiert eine fiktive Story, die im zweiten Weltkrieg spielt. Mit 154 Minuten Länge wird dem Zuschauer zwar Sitzfleisch abverlangt, und mit der ersten relativ langen Sequenz auch Geduld, aber er wird belohnt. Denn in diesem Film spielt der Regisseur mit seinen Charakteren, die allesamt sehr spannend sind. Da ist der Soldat, der Hunderte Menschen abknallte und das zunächst gar nicht schlimm findet. Da ist der Oberst, der Judenjäger, der erstaunlich kultiviert ist. Da sind die Rächer, die mit purer Gewalt agieren. Die kühle Kinobesitzerin, die einen Plan hat.
Das Ganze in mal rasanten, mal leisen und langsamen Bildern.
Unbedingt sehenswert ist der Film schon wegen Christoph Waltz, der den Oberst geradezu virtuos spielt. Mal ruhig, mal irre, sinnierend oder brüllend.
Am Ende hat der Zuschauer einen irren Trip miterlebt.

Mich haben Tarantino-Filme bisher nie angesprochen, ich fand sie allesamt langweilig. Das ist der erste seiner Filme, bei dem das nicht so ist.

8/10