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Oberhavel TV: Kunst und Reklame

DO 20.08.2009 | 3.30 Uhr (Fr.) | Oberhavel TV

Oberhavel TV präsentiert eine ganz neue Art des Fernsehens. Die reine Kunst. In einem Beitrag über einen PR-Stand von Venetien in Oranienburg vermischte sich die reale Welt mit der künstlichen. Scheinbar betreibt Oberhavel TV seit neuestem ein Trickfilmstudio. Anders ist es nicht zu erklären, was da über die Bildschirme flimmert.
Die Leute in dem Beitrag sahen aus wie am Computer erstellt, wie in einem neumodischen, aber schwer verunglückten Animationsfilm: krankhaft orange im Gesicht – wie schon vor Jahren gestorben, aber nochmal reanimiert.
Farben werden nicht mehr realistisch dargestellt, sondern nur noch in Grell. Der Himmel hat keine gar Farbe mehr, sondern ist nur noch hell, schneeweiß. Bei Bewegungen ruckelt das Bild.
Oberhavel TV ist nur noch Leuten zu empfehlen, die eine Augenkrankheit herausfordern wollen. Und es liegt nicht an der Übertragung, dass das Bild so mies ist. Wie schon mal erwähnt: Die Kamera des Teams ist nur noch Sondermüll. Denn ein Beitrag über den Potsdamer Landtag, mit einer anderen Kamera aufgenommen, ist technisch in Ordnung.

Aber mal ganz nebenbei: Wer interessiert sich – außer Oberhavel TV – eigentlich für einen PR-Stand in Oranienburg, der für die italienische Region Venetien wirbt? Warum muss es zu diesem spannenden Thema einen Beitrag geben?
Der Grund könnte sein, dass die Venetien-PR-Leute Werbekunden von Oberhavel TV sind. Ein entsprechender Spot geistert schon seit Wochen durch den Werbeblock des Kanals. Da war der redaktionelle (oder so) Beitrag – inclusive PR-Filmausschnitt – wahrscheinlich ein kleiner Nachschlag. Angesichts der grauenvollen Bildqualität werden die Zahler bestimmt begeistert sein.

Reine Werbung war auch der Beitrag über eine Nieder Neuendorfer Gaststätte. Hat sich Oberhavel TV dafür bezahlen lassen? Unabhängig und distanziert klang der Bericht jedenfalls nicht. Alles super. Alles total toll. Sommerbericht nannte sich das Ganze. Nebst Adresseneinblendung am Ende.
Werbung und Programm sind bei Oberhavel TV kaum noch zu unterscheiden. Und das nervt. Auch, weil in Oberhavel mehr los ist als im Programm von Oberhavel TV.
Mal ganz abgesehen davon, dass es in Oberhavel nicht aussieht wie nach zehn Jahren Schweinegrippe. So sehen jedenfalls seit Monaten die Berichte bei dem Sender aus.

Da blickt man schon mal neidisch in die Nachbarkreise: Sowohl der Barnim als auch Ostprignitz-Ruppin haben Lokalsender, gegen die Oberhavel TV den Machern einfach nur noch peinlich sein sollte.

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4 Kommentare zu “Oberhavel TV: Kunst und Reklame”

  1. Kibachiyo

    Die Lösung des Problems ist eigentlich ganz einfach:Den Sender nicht mehr anschauen. Der scheint ja ohnehin im sterben zu liegen.

  2. RT

    Das könnte man. Aber es ist nun mal unser Lokalsender, da sieht man eben automatisch immer mal wieder rein.

  3. Carlos

    Ich bevorzuge auch eine kostruktive Kritik einer destruktiven Missachtung und teile die Aussage, dass OHV genug zu bieten hätte, für eine inhaltsreiche Berichterstattung. Die Beiträge sind oft zu lang (zu viel Gefasel) und in diesem alles-ist-gut-Tenor gehalten.
    Und hast du den Beitrag zum Löwenberger Olympiastützpunkt gesehen? Die englischsprachige Trainerin wurde vorübersetzt. D.h. erst wurden Bilder gezeigt und dazu das gesprochen, was die Dame gleich sage würde und dann sagte sie das nochmal in Englisch in voller Länge vor der Kamera…

  4. RT

    Ja, das ist mir auch aufgefallen.

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