Tagesarchiv für 1. August 2009

RTZapper

Spiegel TV Extra: Urlaubszeit, Sommerzeit – Die Urlaubsgewohnheiten der Deutschen

Samstag, den 1. August 2009
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FR 31.07.2009 | 0.35 Uhr (Sa.) | VOX

Eine Urlaubsgruppe in Lloret de Mar. Mehrere junge Männer filmen sich selbst am Strand. Und die Titten der Frau vom Handtuch gegenüber.
Ein Mann erzählt von seiner Leidenschaft als FKK-Radfahrer. Wobei die Kamera sein besten Stück eher selten aus dem Auge lässt.
Eine Urlauberin erzählt am Strand von Binz, dass sich die Wessis darüber aufregen, dass sich die Ossis lieber nackt sonnen. Die Kamera hält unverdrossen auf ihre Glocken.
Und das viereinhalb Stunden (!) lang, bei VOX.

Das ist Fernsehen, das zugegebermaßen nicht uninteressant ist, ein Niveau aber auch nur erahnen lässt. Die Nacktschau ist keine RTL-II-Produktion, was auch nicht weiter überraschen würde. Nein, sie kommt von Spiegel TV.
Ja, genau, der Spiegel, das seriöse Nachrichtenmagazin.
Interessant, wie der Anspruch des Printprodukts mit dem Fernsehprodukt regelrecht auseinaderklaffen.
Da berichtet Spiegel TV über Nacktes, über St. Pauli (also Nacktes) und Pornos (also Nacktes) und anderer Krawalldokukram.
Im Spiegel-Heft würde es das nie geben.

Das Gleiche ist übrigens auch von der TV-Version der Süddeutschen Zeitung zu sagen. Die läuft ebenfalls bei VOX. Die Zeitung ist ach so seriös, SZ-TV dagegen genauso tittenlastig wie Spiegel TV.
Für mich ist das durchaus ganz schön heuchlerisch. Von wegen seriös…

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RT im Kino

Mitte Ende August

Samstag, den 1. August 2009

Der Vertrag ist unterschrieben. Hanna (Marie Bäumer) und Thomas (Milan Peschel) haben nun ein eigenes Haus. Irgendwo in der Pampa. Und es muss noch viel daran getan werden. Eine Wand soll raus, Tapeten müssen gekauft werden, die Fußböden, und und und.
Doch irgendwie ist der Wurm drin. Thomas ist eher der Polterjochen, wenig taktvoll. Hanna dagegen macht sich über alles Gedanken. Und eigentlich möchte sie gern allein mit ihrem Mann sein. Der jedoch hat seinen Bruder Friedrich (André Hennicke) quasi schon eingeladen. Als dann noch Augustine (Anna Brüggemann), die Tochter von Hannas Freundin, auftaucht ist es mit der Einsamkeit vorbei – aber auch mit der Harmonie.

Sebastian Schippers Filme “Absolute Giganten” und “Ein Freund von mir” waren großartig, jeder für sich. “Mitte Ende August” dagegen ist schwach, sehr schwach.
Mal abgesehen davon, dass der Film eine geschlagene Stunde braucht, um eine halbwegs spannende Geschichte zu erzählen – vieles nervt einfach. Die nicht gerade sympathischen Menschen, bis auf Marie Bäumer, lassen einen völlig kalt. Der seltsame Thomas, von dem niemand so genau weiß, was er eigentlich will.
Dazu kommt ein anstrengender Soundtrack, ein fast permanentes Gitarrengezupfe, das bald Ohrenschmerzen bereitet. Außerdem noch ätzende Schnitte mitten in Szenen – wie bei Homevideos, bei denen man zwischendurch beim Filmen auf die Stopptaste drückt.
Erst im letzten Drittel baut der Film ein wenig Spannung auf, eine ansatzweise packende Atmosphäre. Leider verliert die sich im Nichts, noch dazu mit einem einfallslosen Ende.
Schippers neuer Film enttäuscht.

4/10

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RTelenovela

Der Krieg der Straßenkünstler

Samstag, den 1. August 2009
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Ein lauer Sommerabend auf dem Berliner Alexanderplatz. Der Springbrunnen rauscht, die Leute tummeln sich und die Straßenkünstler zeigen, was sie drauf haben.
Auf dem Platz selbst, gleich neben dem Brunnen, spielt ein Typ auf dem Didgeridoo. Er hat zwei junge Damen im Schlepptau. Die eine fuchtelt wild mit Feuerstäben herum. Was totalen Eindruck unter den Leuten macht, die sich zahlreich um die Szenerie scharen. Die andere Frau kann so ziemlich alle Körperteile so verbiegen, dass man schon beim Zusehen Rückenschmerzen bekommt. Und Knieschmerzen. Und Schulterschmerzen. Und so weiter.

Nur wenige Meter entfernt, im Fußgängertunnel unter dem Warenhaus, stehen schon die nächsten Musiker. Das Gedudel schallt noch zu uns auf den Platz herüber. Besonders, als der Didgeridoo-Heini Pause macht.

Plötzlich macht es Trrrrööööööt! Ein Clown steht vor uns, beginnt, mit einem kleinen Jungen zu spielen, nimmt ihm den Fotoapparat weg und tut so, als ob er damit abhauen will. Und wieder: Trrrröööööööt!!
Joa, so ein Clown könnte ganz lustig sein. Er hätte auch ganz lustig sein können, wenn da nicht der Didgeridoo-Fritze gewesen wäre.
Der Clown erfreute keine Minute das Publikum, da kam gleich einer der Didgeridoo-Heini-Begleiter und wies den Clown darauf hin, dass sie ja bereits hier seien und gerade jetzt, in diesem Augenblick, auch wieder spielen und wirbeln und biegen wollen.
Traurig zog der Clown von dannen. Kampflos räumte er das Feld. Und uns hat sowieso niemand gefragt, welche der Künste wir denn nun gerade lieber genießen wollen. Also ich hätte ja für den Clown gevotet. Deshalb entfiel leider auch die freiwillige Gage für den Didgeridoo-Kriegstreiber. Das hat er nun davon.

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