Tagesarchiv für 30. Juli 2009

aRTikel

Mit dem Dienstwagen nach Spanien

Donnerstag, den 30. Juli 2009
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Neuruppiner dürfen von eigenen Reisezielen träumen, zu denen sie mal chauffiert werden möchten

MAZ Neuruppin, 30.7.2009

Die Dienstwagenaffäre von Ulla Schmidt ist auch in Neuruppin ein Thema. Die MAZ wollte wissen: Wohin würden Sie gern mal mit Chauffeur verreisen?

NEURUPPIN
Die Ostsee. Die steht bei den Neuruppinern ganz hoch im Kurs. Oder Italien. Zumindest wenn sie einen Dienstwagen hätten und ihn wie Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auch mal privat für eine Fernreise nutzen können. Nachdem sich die Politikerin versehentlich ihren Dienstwagen in Spanien hat klauen lassen – inzwischen gaben ihn die Diebe zurück – , wollte es die MAZ genauer wissen: Wohin möchten Sie mal mit dem Dienstwagen chauffiert werden?

Susann Speck und Yvonne Weiland, Verkäuferinnen bei Dahlback in der Neuruppiner Altstadt, sind sich dabei nicht einig. „Da gäbe es so viele Ziele“, sagt Susann Speck. „Ich wollte schon immer mal nach Spanien, am liebsten nach Barcelona.“ Yvonne Weiland schüttelt den Kopf: „Ganz ehrlich? Da ist es nicht schön. Ich würde ja gar nicht ins Ausland fahren“, sagt sie. „In Spanien hole ich mir nur die Schweinegrippe. Wenn ich die Wahl hätte, wären die Ostsee, der Harz und der Schwarzwald meine Ziele.“

Sebastian Nebellin aus Breddin muss einen Moment überlegen, während er an seinem Eis leckt. Dann fällt dem 28-Jährigen aber auch ein Reiseziel für seine Dienstwagenfahrt ein: „Nach Italien, an den Gardasee, da soll es so schön sein.“ Er würde sogar seine Freundin mitnehmen. „Allerdings finde ich die Aktion von Frau Schmidt eine Schweinerei“, ergänzt er. „Für diese Fahrt musste doch bestimmt der Steuerzahler blechen.“

Volker Hollo ist sich sicher: „Ich würde meinen Dienstwagen nie privat nutzen.“ Der Hamburger, der mit seiner Frau für einen Tag in Neuruppin zu Gast ist, vermisst bei Ulla Schmidt das Gespür für die aktuelle politische Situation. „Völlig bescheuert, dass sie das gemacht hat.“

Am Stammtisch in der Salatbar in der Schinkelstraße ist die Dienstwagenaffäre seit ein paar Tagen ein großes Thema. „Dass die Ministerin den Wagen genommen hat, ist nicht verboten“, sagt Peter Wagenknecht, der in dem Geschäft hinterm Tresen steht. „Aber es ist peinlich, wenn er dann geklaut wird.“ Er selbst würde den Dienstwagen genau in dem Rahmen nutzen, wie er es dürfte. „Ich halte das Thema für eine reine Sommerlochgeschichte“, so Wagenknecht weiter. Seine Kundin Marlies Mahmood ist da ganz anderer Meinung. Die Neuruppinerin findet es unverschämt, den Dienstwagen für Privatreisen zu nutzen. „Die sollte man absetzen, die Frau“, schimpft sie. „Für die paar Kilometer hätte sie sich auch ein Auto mieten können.“
Bert Wisotzky, ein weiterer Salatkunde, glaubt: „Das machen sie doch alle in Berlin.“ Dennoch hätte auch er ein Reiseziel, das er gern mit Dienstwagen und Chauffeur ansteuern würde: „Frankreich würde mir gefallen“, sagt er. „Oder die Malediven.“

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ORA aktuell

14-Jährige nach Besäufnis im Krankenhaus

Donnerstag, den 30. Juli 2009
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Mehrere Jugendliche besoffen sich am Dienstag in Oranienburg fast bis zur Bewusstlosigkeit. Sie trafen sich in der Berliner/Ecke Walther-Bothe-Straße in Höhe des Maxnat-Marktes und der Tankstelle.
Die Polizei griffen ein 14-jähriges Mädchen auf. Sie hatte 1,44 Promille Atemalkohol und war völlig hilflos. Sie musste ins Krankenhaus.
Das Jugendamt ermittelt.

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RTZapper

Vor 30 Jahren: Spreeufer in Süd-Ost

Donnerstag, den 30. Juli 2009
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MO 27.07.2009 | 2.35 Uhr (Di.) | ZDF

Berlin-Kreuzberg. Niemandsland. In der Schlesischen Straße herrscht praktisch kein Autoverkehr. Die Kreuzungen sind verwaist, die Häuser runtergekommen. Die alternative Szene blüht auf.
Kreuzberg war das Ende der Welt. Das Ende West-Berlins.
1979. Es war ein ganz anderes Berlin als das, was wir heute kennen.

2009 liegt die Schlesische Straße im Herzen der Stadt. Einmal rechts abgebogen, über die Oberbaumbrücke – und schon ist man in Friedrichshain. Im alten Osten. Dort, wo die Kreuzberger 1979 nicht so einfach hin konnte.

In der Reihe “Vor 30 Jahren” zeigte das ZDF in der Nacht zum Dienstag einen faszinierenden Berlin-Film aus einer längst vergessen geglaubten Zeit – “Spreeufer Süd-Ost”.
Solche Filme sind wichtig, und sie bleiben auch wichtig, weil sie ein ganz anderes Berlin zeigen. Ein Trauriges. Düsteres.
Gut, dass es jetzt anders ist.

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RTelenovela

Volojahre (31): Gwenikow – oder so

Donnerstag, den 30. Juli 2009
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(30) -> 13.7.2009

Kleine Stolperfallen können einem das Leben schwermachen. Oder auch den Job.
Der Ort Gnewikow beispielsweise. Das Dorf ist ein Ortsteil von Neuruppin und ein Zungenbrecher. Nicht nur, dass es mir passiert ist, dass ich den Ort nicht aussprechen konnte, als ich in Gnewikow gerade ein Interview führte. Als ich den Artikel dazu schrieb, stand im Text zunächst Gwenikow statt Gnewikow.
Nun ja, es klingt beides kompliziert, aber es sollte natürlich richtig sein. War es am Ende auch.

Zweite Stolperfalle: Der Bürgermeister von Neuruppin heißt Golde. Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin Gilde. Ich verwechsel die beiden Namen immer noch und immer wieder. Auch heute bin ich in die Falle gelatscht. Ich wähle eine Neuruppiner Telefonnummer, habe das Sekretariat dran und frage nach Herrn Golde – und bekomme die Antwort, dass es im Hause einen Golde nicht gibt. Dafür aber Herrn Gilde. Aber wenigstens hatte ich die richtige Telefonnumer gewählt, weil ich tatsächlich den Herrn Gilde sprechen wollte.

Gwenikow – Gnewikow. Golde – Gilde. Ich werde es noch lernen. Da bin ich mir sicher.

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