Tagesarchiv für 24. Juli 2009

RTZapper

Jarhead – Willkommen im Dreck

Freitag, den 24. Juli 2009
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DO 23.07.2009 | 21.50 Uhr | VOX

Der Krieg ist so sinnlos. Jedenfalls für Anthony Swofford (Jake Gyllenhall). Nach einer langen quälenden Ausbildung bei den Marines muss er nun in den Auslandseinsatz – in den Irak. Doch zum großen Kampf will es einfach nicht kommen. Stattdessen herrscht die pure Langeweile. Irgendwelche Übungen können daran auch nichts ändern.

„Jarhead – Willkommen im Dreck“ ist ein Kriegsfilm der etwas anderen Art. In diesem Kriegsfilm kommt der eigentliche Krieg nämlich gar nicht vor. Stattdessen: warten. Ablenkung. Und wieder warten.
„Jarhead“ basiert auf den Tagebuchaufzeichnungen eben jenes Anthony Swofford, der diese Geschichte genauso erlebt hat. Wer also einen reinen Kriegsfilm mit harten Actionszenen erwartet, könnte hier enttäuscht sein. „Jarhead“ erzählt die Geschichte der Männer, die zwar ebenfalls im Einsatz waren, aber nie zum Zuge kamen. Ein sehr beeindruckendes Werk.
Als knallharter Ausbilder ist übrigens Jamie „Ray“ Foxx zu sehen.

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RTelenovela

Mehr als nur ein Hauch DDR

Freitag, den 24. Juli 2009
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Auf meinem Weg zum Abendtermin macht sich in meinem Magen ein Hungergefühl breit. In dem kleinen Dorf Herzberg, zwischen Löwenberg und Neuruppin, finde ich eine Dorfkneipe. Ich stelle mein Auto auf dem Parkplatz ab, laufe über die Straße.
Draußen stehen ein paar Tische, an der Hauswand hängt eine Schautafel mit der Speisekarte. Bockwurst mit Brot für 1,30 Euro. Passt!

Ich öffne die Tür und stehe in einem Miniflur. An einer weiteren Tür steht “Eingang”.
Drinnen macht es Plopp, und ich stehe mitten in der DDR.
Okay. Es machte natürlich nicht Plopp, aber in der DDR stehe ich trotzdem.
In der Kneipe befindet sich genau ein Mensch. Ich. Es riecht moderig. Die Möbel haben schon einige Jahrzehnte auf dem Puckel. Das Mobilär hinter dem Tresen muss aus den 60er-Jahren sein, alt und schäbig. Die Gläser, die darin aufgereiht sind, sind die typischen DDR-Gläser, die früher in jeder Gaststätte und in jedem FDGB-Ferienheim rumstanden.
Plötzlich sind wir zu zweit. Der Kneipenbesitzer schleicht sich rein. Ich bestelle meine Bockwurst, bezahle sie sofort.
Auf dem Tresen liegt eine Zeitung, das Papier ist weich und leicht feucht.
Ich frage mich: Wann war hier der letzte Gast? Und wovon lebt der Wirt? Und weiß er, dass es die DDR nicht mehr gibt? Nun gut, die Preise sind in Euro angegeben.

Nach fünf Minuten kommt der Wirt mit meiner Bockwurst. Ich nehme den Teller, gehe raus und beginne zu essen.
Die Bockwurst ist innen noch kalt. Ein Reinfall. Ich lasse sie samt Teller auf dem Tisch stehen, nehme mir nur noch das Brötchen und gehe zum Auto zurück.
Meine erste und einzige Begegnung mit der Herzberger Dorfkneipe. Dass es so was noch gibt…
Alles Gute!

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