Monatsarchiv für Juli 2009

RTZapper

Nachtmagazin: Tagesschau international

Freitag, den 31. Juli 2009
Tags:

DO 30.07.2009 | 0.25 Uhr (Fr.) | Das Erste

Lottowahn in Italien. Das war dem “Nachtmagazin” der ARD in der Nacht zum Freitag einen Beitrag wert. Innerhalb der italienischen “Tagesschau” seien die aktuellen Glückszahlen gezogen worden, hieß es in dem Bericht.
Die italienische Tagesschau? Es gibt eine Tagesschau in Italien? Wohl eher nicht. Aber die ARD will seinen Zuschauern das gern weismachen, dass es ihre Sendung auch anderswo gibt. Und so wird jede Hauptnachrichtensendung in anderen Ländern zur Tagesschau.
So wurde den ARD-Zuschauern vor Monaten auch schon eine angeblich russische Tagesschau präsentiert.
Und wer weiß, vielleicht hatte die ARD auch schon eine chinesische, eine ungarische und ghanaische Tagesschau im Programm.

Und die Kollegen? Wenn die Leute vom ZDF Ausschnitte aus internationalen Nachrichtensendungen zeigen, sprechen die dann auch von der italienischen “heute”-Sendung? Oder bei RTL das russische “RTL aktuell”?

Es ist albern, den Zuschauern klar machen zu wollen, dass es überall eine Tagesschau gibt. Wir können zwar froh sein, dass wir in Deutschland sie haben, international wird sie dadurch aber noch lange nicht.

Übrigens: Nur die Schweizer haben auch eine Tagesschau. Die hießt da tatsächlich auch so.

RTZapper

Sweet Home Alabama – Liebe auf Umwegen

Freitag, den 31. Juli 2009
Tags: ,

DO 30.07.2009 | 20.15 Uhr | Sat.1

Mode-Designerin Melanie (Reese Witherspoon) hat sich verliebt. Nicht in irgendwen, sondern in Andrew (Patrick Dempsey), den Sohn der Bürgermeisterin von New York. Der hat was auf dem Kasten und hat ihr sogar schon einen Heiratsantrag gemacht. Im Grunde ist alles perfekt. Doch eine kleine Hürde muss Melanie dann doch noch überwinden. Was Andrew nicht weiß: Die junge Frau ist verheiratet. Noch verheiratet. Mit Jake (Josh Lucas). Doch die Liebe zu ihm ist schon lange vorbei, eigentlich ist die Scheidung nur eine Formalität. Sie muss nur in ihre alte Heimat Alabama reisen, um alles zu regeln. Als sie Jake wieder trifft, ist Melanie in ihrem Vorhaben bestätigt. Jake ist ein alter Kotzbrocken. Unerträglich.

Allerdings – wer kennt nicht das gute alte Sprichwort „Alte Liebe rostet nicht“? Eigentlich brauchen wir uns über diesen Film gar nicht lange unterhalten. Die Story in “Sweet Home Alabama” ist bekanntermaßen wirklich nicht neu. Nun gut, es gibt einige Aspekte, die vielleicht in anderen Herz-Schmerz-Filmen bisher nicht vorkamen – viele sind das aber nicht. So gibt es während des Films natürlich auch nicht wirklich einen überraschenden Moment oder eine dramatische Wendung. Aber wen interessiert das schon? Die Geschichte ist ganz nett, die Schauspieler nicht herausragend, durchschnittlich.
Wer sich an einem lauen Sommerabend eine Komödie reinziehen, sein Hirn auf Durchzug schalten und in starken Gefühlen schwelgen will, der ist hier ganz gut aufgehoben. Leichte Unterhaltung für Kuschelfans eben.

aRTikel

Mit dem Dienstwagen nach Spanien

Donnerstag, den 30. Juli 2009
Tags: , , ,

Neuruppiner dürfen von eigenen Reisezielen träumen, zu denen sie mal chauffiert werden möchten

MAZ Neuruppin, 30.7.2009

Die Dienstwagenaffäre von Ulla Schmidt ist auch in Neuruppin ein Thema. Die MAZ wollte wissen: Wohin würden Sie gern mal mit Chauffeur verreisen?

NEURUPPIN
Die Ostsee. Die steht bei den Neuruppinern ganz hoch im Kurs. Oder Italien. Zumindest wenn sie einen Dienstwagen hätten und ihn wie Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auch mal privat für eine Fernreise nutzen können. Nachdem sich die Politikerin versehentlich ihren Dienstwagen in Spanien hat klauen lassen – inzwischen gaben ihn die Diebe zurück – , wollte es die MAZ genauer wissen: Wohin möchten Sie mal mit dem Dienstwagen chauffiert werden?

Susann Speck und Yvonne Weiland, Verkäuferinnen bei Dahlback in der Neuruppiner Altstadt, sind sich dabei nicht einig. „Da gäbe es so viele Ziele“, sagt Susann Speck. „Ich wollte schon immer mal nach Spanien, am liebsten nach Barcelona.“ Yvonne Weiland schüttelt den Kopf: „Ganz ehrlich? Da ist es nicht schön. Ich würde ja gar nicht ins Ausland fahren“, sagt sie. „In Spanien hole ich mir nur die Schweinegrippe. Wenn ich die Wahl hätte, wären die Ostsee, der Harz und der Schwarzwald meine Ziele.“

Sebastian Nebellin aus Breddin muss einen Moment überlegen, während er an seinem Eis leckt. Dann fällt dem 28-Jährigen aber auch ein Reiseziel für seine Dienstwagenfahrt ein: „Nach Italien, an den Gardasee, da soll es so schön sein.“ Er würde sogar seine Freundin mitnehmen. „Allerdings finde ich die Aktion von Frau Schmidt eine Schweinerei“, ergänzt er. „Für diese Fahrt musste doch bestimmt der Steuerzahler blechen.“

Volker Hollo ist sich sicher: „Ich würde meinen Dienstwagen nie privat nutzen.“ Der Hamburger, der mit seiner Frau für einen Tag in Neuruppin zu Gast ist, vermisst bei Ulla Schmidt das Gespür für die aktuelle politische Situation. „Völlig bescheuert, dass sie das gemacht hat.“

Am Stammtisch in der Salatbar in der Schinkelstraße ist die Dienstwagenaffäre seit ein paar Tagen ein großes Thema. „Dass die Ministerin den Wagen genommen hat, ist nicht verboten“, sagt Peter Wagenknecht, der in dem Geschäft hinterm Tresen steht. „Aber es ist peinlich, wenn er dann geklaut wird.“ Er selbst würde den Dienstwagen genau in dem Rahmen nutzen, wie er es dürfte. „Ich halte das Thema für eine reine Sommerlochgeschichte“, so Wagenknecht weiter. Seine Kundin Marlies Mahmood ist da ganz anderer Meinung. Die Neuruppinerin findet es unverschämt, den Dienstwagen für Privatreisen zu nutzen. „Die sollte man absetzen, die Frau“, schimpft sie. „Für die paar Kilometer hätte sie sich auch ein Auto mieten können.“
Bert Wisotzky, ein weiterer Salatkunde, glaubt: „Das machen sie doch alle in Berlin.“ Dennoch hätte auch er ein Reiseziel, das er gern mit Dienstwagen und Chauffeur ansteuern würde: „Frankreich würde mir gefallen“, sagt er. „Oder die Malediven.“

ORA aktuell

14-Jährige nach Besäufnis im Krankenhaus

Donnerstag, den 30. Juli 2009
Tags: ,

Mehrere Jugendliche besoffen sich am Dienstag in Oranienburg fast bis zur Bewusstlosigkeit. Sie trafen sich in der Berliner/Ecke Walther-Bothe-Straße in Höhe des Maxnat-Marktes und der Tankstelle.
Die Polizei griffen ein 14-jähriges Mädchen auf. Sie hatte 1,44 Promille Atemalkohol und war völlig hilflos. Sie musste ins Krankenhaus.
Das Jugendamt ermittelt.

RTZapper

Vor 30 Jahren: Spreeufer in Süd-Ost

Donnerstag, den 30. Juli 2009
Tags: , ,

MO 27.07.2009 | 2.35 Uhr (Di.) | ZDF

Berlin-Kreuzberg. Niemandsland. In der Schlesischen Straße herrscht praktisch kein Autoverkehr. Die Kreuzungen sind verwaist, die Häuser runtergekommen. Die alternative Szene blüht auf.
Kreuzberg war das Ende der Welt. Das Ende West-Berlins.
1979. Es war ein ganz anderes Berlin als das, was wir heute kennen.

2009 liegt die Schlesische Straße im Herzen der Stadt. Einmal rechts abgebogen, über die Oberbaumbrücke – und schon ist man in Friedrichshain. Im alten Osten. Dort, wo die Kreuzberger 1979 nicht so einfach hin konnte.

In der Reihe “Vor 30 Jahren” zeigte das ZDF in der Nacht zum Dienstag einen faszinierenden Berlin-Film aus einer längst vergessen geglaubten Zeit – “Spreeufer Süd-Ost”.
Solche Filme sind wichtig, und sie bleiben auch wichtig, weil sie ein ganz anderes Berlin zeigen. Ein Trauriges. Düsteres.
Gut, dass es jetzt anders ist.

RTelenovela

Volojahre (31): Gwenikow – oder so

Donnerstag, den 30. Juli 2009
Tags: , ,

(30) -> 13.7.2009

Kleine Stolperfallen können einem das Leben schwermachen. Oder auch den Job.
Der Ort Gnewikow beispielsweise. Das Dorf ist ein Ortsteil von Neuruppin und ein Zungenbrecher. Nicht nur, dass es mir passiert ist, dass ich den Ort nicht aussprechen konnte, als ich in Gnewikow gerade ein Interview führte. Als ich den Artikel dazu schrieb, stand im Text zunächst Gwenikow statt Gnewikow.
Nun ja, es klingt beides kompliziert, aber es sollte natürlich richtig sein. War es am Ende auch.

Zweite Stolperfalle: Der Bürgermeister von Neuruppin heißt Golde. Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin Gilde. Ich verwechsel die beiden Namen immer noch und immer wieder. Auch heute bin ich in die Falle gelatscht. Ich wähle eine Neuruppiner Telefonnummer, habe das Sekretariat dran und frage nach Herrn Golde – und bekomme die Antwort, dass es im Hause einen Golde nicht gibt. Dafür aber Herrn Gilde. Aber wenigstens hatte ich die richtige Telefonnumer gewählt, weil ich tatsächlich den Herrn Gilde sprechen wollte.

Gwenikow – Gnewikow. Golde – Gilde. Ich werde es noch lernen. Da bin ich mir sicher.

aRTikel

Moment mal: Das Signal verhallt

Mittwoch, den 29. Juli 2009
Tags: , ,

Das Arbeitsamt feiert zwei neue feste Stellen – RT will nicht mitfeiern

MAZ Neuruppin, 29.7.2009

Ein bisschen stolz sind sie ja schon beim Neuruppiner Arbeitsamt: Zwei Studentinnen der Hochschule der Bundesagentur haben ihren Abschluss. Nun unterschrieben sie beim regionalen Jobcenter einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Die Neuruppinerin arbeitet in Zukunft in ihrer Heimatstadt. Die Zehdenickerin zog nach Oranienburg und wird dort in der Agentur arbeiten.

Zwei neue feste Stellen. Nach vier langen Jahren. Das scheint dann wohl schon ein Grund zum Feiern zu sein. Nur, dass zu dem Fest die tausenden Arbeitslosen in der Region nicht eingeladen sind. Sie werden eher den Kopf darüber schütteln, was die Agentur für sogenannte Erfolgsgeschichten vermeldet. Währenddessen bleibt der Arbeitsmarkt krisengeschüttelt, und die Bundesagenturen stehen im Verdacht, ihre Zahlen durch neue Strukturen zu schönen.

Sie wolle mit den zwei festen Stellen im Amt ein Signal setzen, sagt Cornelie Schlegel von der Arbeitsagentur. Die Fachkräfte müssten in der Region gehalten werden, und die Unternehmen sollten da mit dran arbeiten. Die Firmen hören die Signale bestimmt, und sie würden sicher gern ihre jungen Fachkräfte behalten. Nur, wer bezahlt die? Die Unternehmen werden, anders als die Arbeitsagentur, ja nicht vom Bund finanziert.