Tagesarchiv für 17. Juni 2009

RTelenovela

Volojahre (25): Der Satz, der gut formuliert ist, kann gut formuliert sein

Mittwoch, den 17. Juni 2009
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(24) -> 14.6.2009

Drei Tage unseres zweiten Grundkurses liegen bereits hinter uns. Und wir haben schon viel gelernt. Sage ich jetzt mal so. Falsch ist diese Behauptung auf keinen Fall.

Tag 1: Sprache. Wieder mal ging es darum, wie Texte für den Leser so ansprechend wie möglich gestaltet werden.

Ein Thema war die Verwendung von Aktiv und Passiv.
Aufgabe: Woran kranken diese Sätze und wie können sie besser formuliert werden?
Die Qualität der Erzeugnisse muss von uns immer wieder überprüft werden.
Mit dieser Feststellung wurde die Bedeutung der Zeitung unterstrichen.
Jährlich 2000 Liter Benzin werden in dem Betrieb künftig weniger gebraucht werden.

Umklammerung in Sätzen.
Aufgabe: Was ist der Satzkern und wie können die Sätze transparenter formuliert werden?
Die Debatte hat, nachdem sich die Parteien, mit Ausnahme der PDS, lebhaft am Schlagabtausch beteiligt hatten, nicht viel Relevantes ergeben.
Versuche der Polizei, den 36-Jährigen, möglicherweise unter Drogeneinfluss stehenden, fanatischen Sektenführer, der sich für Jesus Christus hält, zum Aufgeben zu bewegen, blieben ohne Erfolg.

Satz des Tages unseres Dozenten – natürlich eher ein Versprecher: Der Satz, der gut formuliert ist, kann gut formuliert sein.

Am zweiten Tag ging es ums Feuilleton und um Kritiken.
Hier verrissen wir u.a das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, die auf der ersten Seite nur Bleiwüste und ewig lange Riemen zu bieten hatte.
An Tag 3, also heute, musste ich mich ein wenig zusammenreißen. Wir sprachen über Sportberichte – und die sind ja nicht so wirklich mein Thema. Schließlich habe ich erst neulich mit einem Kollegen darüber gesprochen, dass ich zwar oft beim Handball zusehe, aber niemals drüber schreiben könnte, was da genau passiert ist.

Morgen gehen wir zum Gericht, dürfen bei einer Verhandlung dabei sein.

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RTelenovela

München (8): Tagliatelle von Melmac

Mittwoch, den 17. Juni 2009
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(7) -> 16.6.2009

München zeigt sich heute von seiner besten Seite. Das Wetter ist herrlich. Gestern hatten wir zum ersten Mal die Gelegenheit, uns in der Innenstadt umzusehen. Am späten Nachmittag war sie dicht bevölkert von Menschen, die sich in Cafés unterhielten oder gemütlich in den Straßen umherspazierten. Wenn man Glück hat, sieht man auch die Herren und Pferde der berittenenen Polizei an sich vorbeitrippeln.

In einer Art Imbissrestaurant namens Vapiano. Ich kannte das Wort bisher nur im Zusammenhang mit Alf: Das Thanks-Giving auf Melmac hieß Vapiano. Mit dem Außerirdischen hatte das aber wenig zu tun. Stattdessen gibt es hinter einer langen Theke verschiedene Bereiche, bei denen man Pizzen, Nudeln oder Salate bestellen konnte. Alles wird dann frisch zubereitet. Meine Tagliatelle mit Bolognese waren jedenfalls ganz anständig. In Berlin soll es einen solchen Laden auch geben. Vielleicht sollte ich da auch mal hin, zumal mir hier in München ein Getränk gratis überlassen wurde – aber sicherlich eher aus Versehen.

Danach wandten wir uns der Hochkultur. In den Kammerspielen besuchten wir die Vorstellung “Rechnitz (Die Würgeengel)” von Elfriede Jelinek. Das Stück hat einen sehr ernsten Hintergrund, es geht um eine Massenerschießung 1945 im österreichischen Ort Rechnitz. Im Stück, bei dem permanent fünf Leute auf der Bühne standen und erzählten, kam das allerdings nur im gesprochenen Wort rüber. Zumindest mich hat die Geschichte nicht so ganz erreicht, und hätten wir nicht vorher eine Einführung bekommen, hätte ich gar nicht kapiert, worum es überhaupt ging. Anderen scheint das auch so gegangen zu sein, denn der Apllaus kann nuir als höflich bezeichnet werden – frenetischer Beifall hört sich anders an. Ich habe gehört (vielleicht ist es auch eine Ente), dass einige Leute, darunter unser Dozent kurz eingenickt sein sollen. So weit kam es bei mir nicht, und völlig uninteressant war es ja auch nicht.
Bis Sonntag müssen wir eine Kritik zu dem Stück verfassen, und ich Streber habe die Rohfassung gestern noch auf dem Laptop geschrieben – auf meinem Bett in meinem Zimmer liegend.

Apropos Zimmer: Dass das Internet letztens nicht funktionierte, hat dann doch nichts mit unserem Hotel zu tun. In einigen Teilen Münchens fiel das Netz wohl komplett aus.
Ich genieße übrigens sehr meine Aussicht aus meinem Zimmer: Ich sehe genau auf die Ecke eines riesigen, grauen Betonklotzes. Echt malerisch. Links und rechts daneben befinden sich Werkstatthöfe. Irgendwie macht das depressiv.
Im Prospekt des Hotels steht der Spruch: Sie werden es lieben.
Ich glaube nicht.

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RTZapper

München testet die “Bild City”

Mittwoch, den 17. Juni 2009
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Uschi Glas ist total überwältigt. Denn Uschi Glas ist Fan von “Bild City”. So steht es zumindest in der “Bild City”. Und niemand weiß, was ihr die “Bild City” dafür gezahlt hat, damit sie sagt, dass sie die “Bild City” unfassbar toll findet und in die Fotokamera grinst – natürlich samit “Bild City” in der Hand.

Seit Montag gibt es in München nicht nur die reguläre “Bild”, sondern auch besagte City-Ausgabe. Das einzige Besondere ist ihr Format. Das ganze Blatt erscheint im Tabloid-Format, ist ist halb so groß wie das Original.
Im Gegensatz zu “Welt kompakt”, in die die Inhalte neu zusammengestellt werden, gleichen sich die Inhalte der beiden “Bild”-Ausgaben. Nur dass die Schrift in der Cityzeitung lupenhaft klein ist. Man hätte das Blatt auch “Minibild” nennen können. Es steht das Selbe drin, nur kleiner. Spätestens bei einigen der Kleinanzeigen muss dann echt zur Lupe gegriffen werden.
Für die “Bild” hat es den eigentlich eher negativen Effekt, dass beispielsweise der Seite-1-Aufmacher in der Miniversion total poplig aussieht.

Im Grunde genommen handelt es sich bei der Aktion nur um eine Papiersparmaßnahme – zum selben Preis.
Aber schön, wenn Uschi Glas mit solchen Aktionen schon dermaßen zu begeistern ist.

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RTZapper

Anything Else

Mittwoch, den 17. Juni 2009
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DI 16.06.2009 | 23.00 Uhr | 3sat

Ein Film voller leicht durchgeknallter Typen. Neurotiker. Egoisten. Psychofälle. Und das ist herrlich anzusehen. “Anything Else” zeigt komplizierte Beziehungen, mehr oder weniger kompetente Ratgeber in Sachen Leben, Karriere und Liebe. Das Hin und Her zwischen Falk und Amanda ist für den Zuschauer hochinteressant. Jason Biggs und Christina Ricci spielen ihre Rollen voll überzeugend. Biggs zeigt sich nach den “American Pie”-Filmen von einer seriös-heiteren Seite. Ricci stellt die oftmals unerträgliche und hochgradig unsympathische Amanda sehr glaubwürdig dar. Dazu noch Woody Allen als etwas schruliger Weiser.
Ein Beziehungsfilm abseits der Teeniekomödien-Klischees.

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