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Auf Tumorsuche

Das Wildauer Unternehmen Medinnovation hat eine neue Krebsdiagnostik entwickelt

MAZ, 16.6.2009

Es ist nur ein kleiner Piks, nur ein wenig Blut, das abgezapft wird. Doch die Erkenntnis, die daraus gewonnen wird, ist für den Patienten bedeutend. Anhand der Probe können die Medizintechniker von der Firma Medinnovation feststellen, ob sich im Körper ein aktiver Tumor befindet oder nicht. Und das oft schon, bevor das Geschwür durch bildgebende Verfahren zu erkennen ist.
„Wir analysieren dafür die Proteine im Blutkreislauf“, erklärt Holger Schäfer, Geschäftsführer von Medinnovation in Wildau (Dahme-Spreewald). Ist der menschliche Körper von Krebs befallen, ist das Protein blockiert und kann weniger Nährstoffe transportieren und Gifte aussondern. „Anhand dieser Funktionseinschränkung lässt sich feststellen, ob im Körper eine magline Aktivität stattfindet“, so Schäfer weiter. Gemeint ist die Bildung eines Tumors. Zwar könne durch das Verfahren noch nicht gesagt werden, um welche Krebsart es sich handele, entsprechende Untersuchungen könnten nach dem Test aber sofort eingeleitet werden.

Das Verfahren, die Elektronenspinresonanzspektroskopie (ESR), ist in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Russland erstmals angewendet worden. „Einen Entwicklungssprung gab es aber erst nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl“, erklärt Schäfer. Durch die ESR-Technologie konnten Forscher untersuchen, wie sich Proteine durch radioaktive Verseuchung veränderten.
Heute kommt die Technik vor allem in der Krebsdiagnostik sowie bei der Qualitätsanalyse von künstlich hergestellten Proteinen zum Einsatz. „Wir haben Patienten, die direkt zu uns kommen und sich Blut abnehmen lassen“, so Schäfer, „aber auch einige Ärzte bieten diese Untersuchung an.“ Die Krankenkassen haben diese Analyse jedoch noch nicht ins Programm aufgenommen. „Dazu brauchen wir entsprechende Studien mit mindestens 1000 Patienten“, sagt Schäfer. „Und das kostet viel Geld.“ Dennoch arbeitet Medinnovation bereits jetzt mit der Berliner Charité, mit dem Kreiskrankenhaus Beeskow (Oder Spree) sowie mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zusammen. „Von dort bekommen wir auch Blutproben, die wir bei uns analysieren“, so Schäfer. Anhand dieser Proben wird in Wildau weiter geforscht.

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