Tagesarchiv für 29. April 2009

RTelenovela

Röntgen: Bitte einmal in Kabine 4!

Mittwoch, den 29. April 2009
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Faszinierend: Ich bin seit heute Besitzer einer CD, auf der sich Fotos von meiner Halswirbelsäule befinden. Genauer gesagt: Röntgenaufnahmen. Was das Bild jedoch aussagt, was wird mir mein Arzt erst in gut vier Wochen sagen. So lange werde ich befundlos auf diese Aufnahme starren.
Heute Morgen im Oranienburger Krankenhaus: Dort gibt es eine Röntgenstation, bei der allerdings niemand (außer vielleicht Privatpatienten) einfach so vorbeischneien kann. Termin in vier Wochen. Die waren heute um, und so begab ich mich in den Taubenschlag. Ein großes Kommen und Gehen. Auf den Bänken saßen ein paar müde Leute. Immer mal wieder wurde jemand aufgerufen – Herr X in Kabine 5. Machen Sie sich schon mal frei. Aus Kabine 4 kam eine bereits fotografierte Frau und setzte sich.
Dann war ich dran, Kabine 4. Oberkörper frei, und legen Sie alle Ketten und Zahnprothesen ab. Gut, dass ich beides nicht habe. Das Röntgen selbst ging fix. Hinstellen, stillhalten und Ende.
Nach einigem Warten bekommt jeder besagte CD in die Hand gedrückt, der Befund wird zum Arzt gefaxt. In ein paar Wochen weiß ich dann auch mehr.

RT im Kino

Radio Rock Revolution

Mittwoch, den 29. April 2009
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(mit Spoilern)

Was für ein Märchen! Die Menschen kommen zusammen, haben Spaß und kennen nur ein Thema: das Radio. Eine bestimmte Sendung. Einen bestimmten Sender. DJs, die Emotionen hervorrufen, eine Hysterie.
Aber das war einmal.
Mitte der 60er-Jahre sah das noch anders aus. In England sendete die BBC, aber die wollten viele nicht hören – viel zu spießig.
Dann aber gab es noch den Radiosender, der irgendwo von der Nordsee ausstrahlte: Radio Rock. Der absolute Kult. Der pure Rock, beliebte DJs – schlicht das, was die Massen wollen.
Doch die englische Regierung, allen voran Minister Dormandy (Kenneth Branagh) will dem Spuk ein Ende setzen. Mit allen Mitteln.
Mit “Radio Rock Revolution” wird dem Radio ein Denkmal gesetzt, das es so schon lange nicht mehr gibt. Den Sender, der gern und extra eingeschaltet wird. Die Leute, die moderierten, die wir so gern hörten. Ein Film voller Nostalgie, cooler Typen und noch sehr viel coolere Musik.
Philip Seymour Hoffman als “The Count”, Bill Nighy, Rhys Ifans und alle anderen erinnern an große Radiopersönlichkeiten.
Doch leider, leider ist es Richard Curtis dennoch nicht gelungen, einen richtig guten Film zu schaffen. Und um es mal ganz klar zu sagen: Er hat es versemmelt. Er hat den Schluss des Filmes komplett ruiniert. Als das Schiff, von dem “Radio Rock” sendet, untergeht, geht auch die Glaubwürdigkeit des Filmes flöten. So ziemlich alles wirkt willkürlich. Ein Anschlussfehler reiht sich an den nächsten. Von einer Sekunde zur nächsten wird es hell, in anderen Szenen bewegen sich Uhren minutenlang nicht. Beim Untergang hat das Schiff plötzlich keine Crew mehr – oder niemand interessiert sich für sie. Auch das Weihnachtsfest auf der Nordsee wirkt seltsam sommerlich. Silvester um Mitternacht scheinen die Radio-Rock-Zuhörer in ihrem Arbeitsalltag zu verbringen – hier wirken die Zwuschenschnitte komplett wahllos.
So wirkt dieser eigentlich sehr schöne Film zum Ende hin schrecklich lieblos. Das ganze Gefühl ist dahin. Selten war ein Filmende dermaßen misslungen wie in diesem Fall.

6/10