Tagesarchiv für 12. April 2009

RTelenovela

Traumtagebuch (57): Österliche Katastrophen

Sonntag, den 12. April 2009
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(56) -> 10.3.2009

Ereignisreiche Traumnacht zu Ostern. Gleich drei brisante Geschichten innerhalb weniger Minuten.

Eins.
Vor dem Grundstück meiner Eltern stehen viele Menschen, offenbar findet eine Party statt. Wir beobachten, wie U. losfährt, obwohl er dazu nach größerer Flüssigkeitsaufnahme eigentlich nicht mehr fähig sein sollte. Nur ein paar Meter weiter kommt ihm ein anderes Auto entgegen. U. weicht aus, donnert in einen Graben und wird vom entgegen gekommenen Auto gerammt. Von hinten stößt ein dritter Wagen dazu und rein.

Zwei.
Ich beobachte, wie zwei Flugzeuge aufeinander zufliegen, erst in letzter Sekunden leitet eines ein Ausweichmanöver ein. Scheinbar war ich aber der einzige, der das Ganze beobachtet hat, denn als ich im Büro total aufgeregt davon erzählt, will mir niemand glauben.

Drei.
An der See. Es regnet heftig. Ich stehe unterhalb einer befestigten Düne, als der Pegel beginnt, zu steigen. Immer schneller steigt das Wasser nach oben. Ich halte mich am Geländer fest und ziehe mich langsam nach oben, auf die Düne. Das Wasser steigt unaufhörlich, immer schneller.
Plötzlich strömt das Wasser auch von der anderen Seite über die Düne zu mir runter. Der Wasserstand steigt rasant, wie bei einer Welle. In rasender Geschwindigkeit ziehe ich mich nach oben. Überall Wasser. Aber ich kann entkommen.

Was für eine Aufregung…

RTZapper

Die Dubrow-Krise

Sonntag, den 12. April 2009
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SA 11.04.2009 | 3.00 Uhr (So.) | NDR fernsehen

1969 in einem DDR-Dorf in Mecklenburg: Plötzlich ist die Grenze weg. Oder besser: Sie ist woanders. Dubrow gehört von einem Tag zum anderen nicht mehr zur DDR, sondern zur Bundesrepublik. Und das aus Versehen, weil sich NVA-Grenzer beim Vermessen und bei der Modernisierung der Grenzanlagen verrechnet haben.
Der NDR wiederholte zum 85. Geburtstag von Wolfgang Menge (“Ein Herz und eine Seele”) den Film über die fiktive Dubrow-Krise.
Und zeigte sich 20 Jahre vor dem Mauerfall als Prophet. Denn er zeigte, was eigentlich passiert, wenn ein DDR-Dorf plötzlich zum Westen gehört. Nicht nur, dass die LPG gleich aufgelöst wird und die Leute erst mal Klamotten kaufen fahren. Händler kommen ins Dorf, um ihre Ware unters Volk zu bringen – was zu Massenaufläufen führt. Abowerber stürmen ins Dorf. Großmarkthändler wollen den kleinen konsum übernehmen.
Nach dem Wendeherbst 1989 und der Währungsreform 1990 war genau das alles über die DDR hereingebrochen. Und Menge hat das in der “Dubrow-Krise” genau so vorhergesehen. Vielleicht hätten sich vor 20 Jahren viele Menschen den Film noch mal ansehen sollen – vielleicht wäre ja einiges anders verlaufen.
Obwohl: nein. Den Wahnsinn hätte wohl niemand aufhalten können.

RTelenovela

Aufdringliche Höflichkeit

Sonntag, den 12. April 2009
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Ich finde, Kundenfreundlichkeit hat seine Grenzen.
Da ich an der Supermarktkasse meistens per Karte bezahle, können die Damen und Herren dann natürlich auch einen Blick auf den Namen werfen – um sich dann zu erkundigen: “Haben Sie alles bekommen, Herr T.?
Bei Kaufland (sicherlich nicht nur) in Oranienburg wird das wahrscheinlich als freundliche Ansprache betrachtet. Ich finde es dagegen nur aufdringlich. Kaufland ist schließlich nicht der Krämerladen um die Ecke – da kennen die Ladenbesitzer den Namen aber nicht nur deshalb, weil sie den zufällig auf der Karte erspähen.
Ich sollte mir angewöhnen, mir den Namen des Kassierers, der Kassiererin, durchzulesen – um dann zu antworten: “Nein, Frau Y., es war alles hervorragend!”
Kaufland – sei bitte wieder kundenunfreundlicher!

RTZapper

Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben

Sonntag, den 12. April 2009
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FR 10.04.2009 | 21.00 Uhr | arte

Deutschlands gefürchtetster Literaturkritiker veröffentlichte vor zehn Jahren seine eigene Biografie. Jetzt verfilmte der WDR einen Teil des Lebens von Marcel Reich-Ranicki. Den sicherlich wichtigsten Teil seines Lebens.
Heraus kam ein Film mit durchaus beeindruckendem Inhalt: Mit neun Jahren siedelt Marcel mit seiner Familie von Polen nach Berlin. Als die Nazis an die Macht kamen, mussten die Reichs nach Warschau. Als Juden mussten sie im Ghetto schreckliche Demütigungen erfahren. Als sie ins KZ sollen, fliehen Marcel und seine Frau Teofila. Sie überleben, weil ihnen eine deutsche Familie Unterschlupf gewährt. Aus reiner Nächstenliebe.
Eine bemerkenswerte Biografie, die mit der Verfilmung nun noch ein größeres Publikum erreichen könnte. Schon bei der arte-Erstausstrahlung waren fast eine Million Zuschauer dabei. Am kommenden Mittwoch ist “Mein Leben” im Ersten zu sehen.
Zu sehen sind die Demütigungen, die die Juden im Deutschen Reich über sich ergehen lassen mussten. Die Widerwärtigkeiten der Deutschen, die sich als Herrenmenschen aufführten. Und mittendrin Marcel Reich-Ranicki (gespielt von Matthias Schweighöfer), der oft besonnen handelte, später großes Glück hatte und nach dem Krieg offenbar ein klares Ziel vor Augen hatte.