Tagesarchiv für 23. März 2009

RT im Kino

Hilde

Montag, den 23. März 2009
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Heike Makatsch spielt Hildegard Knef. Und das schon mal vorweg: Das macht sie großartig! Heike Makatsch hatte keinen leichten Job, hat doch die Knef einige Eigenheiten in Sprache, Bewegung und Aussehen gehabt. Das alles für den Film umsetzen, ist der Makatsch auf vortreffliche Weise gelungen. Fast will man sagen: Heike ist Hilde! Für diese Rolle muss sie einfach mit Preisen überhäuft werden – und wenn schon nicht mit Preisen, dann wenigstens mit roten Rosen. So ist nämlich der Knef-Auftritt in der Berliner Philharmonie, wo sie genau das Rosen-Lied singt, auch der Höhepunkt des Films.
“Hilde” zeigt den Auf- und Abstiege der Hildegard Knef, dem ersten deutschen Star der Nachkriegszeit. Bekanntheit erlange sie mit “Die Mörder sind unter uns”, doch mit dem Skandalfilm “Die Sünderin” kamen die Verrisse, als sie sich nackt zeigte. Die Knef wurde zur Neff – in den USA, wo sie ebenfalls zum Star wurde. Mit sich selbst zufrieden – das war sie jedoch sehr lange nicht.
Mehr als zwei Stunden kann der Zuschauer die wechselhafte Karriere der Knef beobachten. Ihre Erfolge, ihre Zweifel. Der Film transportiert auch auch ein großes Stück Zeitgeist, liefert Einblicke in die deutsche Seele in der Nachkriegszeit.
Und vielleicht kommt irgendwann mal ein zweiter Teil ins Kino, denn in den 60ern endet die Biografie über die Knef, und es gebe noch einiges zu erzählen.

9/10

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ORA aktuell

Demos: Rechte, Linke und viel Polizei

Montag, den 23. März 2009
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Mehrere hundert Leute nahmen am Sonntagnachmittag an einer Demonstration gegen Rassismus und Rechtsextremismus teil. Die Oranienburger Antifa hatte aus Anlass des “Internationalen Tages gegen Rassismus” dazu aufgerufen. Der Zug führte vom Bahnhof durch das Stadtzentrum. Unter den Demonstranten waren auch Kommunalpolitiker.
Krawalle von linken Chaoten blieben aus.
Zur Demo der Rechtsextremen, die in Lehnitz startete, kamen gerade mal 28 Teilnehmer.
Zahlenmäßig am stärksten war die Polizei vertreten. 400 Beamte waren am Sonntag in Oranienburg im Dienst.

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RTelenovela

Das Angebot steht – für eine knappe Sekunde

Montag, den 23. März 2009
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An dieser Stelle mal ein kleiner Tipp für den Eisverkäufer im Cinestar-Kino in Berlin-Tegel. Nach dem Eis-Werbespot kommt der nämlich in den Saal, um genau dieses Produkt zu verkaufen. Nur ist dieser Auftritt noch zu optimieren.
Mit seinem Bauchladen kam der junge Mann in den Saal. “Möchte jemand ein Eis? Nein? Dann noch einen schönen Abend!”
Das dauerte genauso lange, wie man das jetzt hier lesen kann. Die Leute im Saal hatten eine Entscheidungszeit von einer knappen Sekunde. Der Job scheint ihm nicht besonders Spaß zu machen.
Okay, einerseits ist es ja gut, dass er den Vorgang so kurz hält. Dann geht es wenigstens gleich weiter. Andererseits war der Mann gerade verschwunden, als die älteren Damen in der vorletzten Reihe überhaupt erstmal realisierten, dass der Eismann da war – und sie tatsächlich Lust auf ein Eis hatten. Der Verkaufserfolg wäre also möglich gewesen.
Also, mein Tipp an den Eisverkäufer: ruhig mal ein paar Sekunden abwarten!

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RT im Kino

Slumdog Millionär

Montag, den 23. März 2009

Die Quizshow “Wer wird Millionär?” startete vor einigen Jahren seinen Siegeszug in großen Teilen der Welt. Jetzt folgt der Sprung auf die Leinwand. Und das mit einer faszinierenden Geschichte aus Indien.
Jamal (Dev Patel) kommt aus den Slums von Mumbai, dem früheren Bombay. Inzwischen arbeitet er in einem Callcenter. Doch nun ist sein großer Augenblick gekommen: Er ist Kandidat bei “Wer wird Millionär?”. Und hat nach dem ersten Tag einen grandiosen Durchmarsch hinter sich: 14 Fragen konnte er schon bantworten. Nun fehlt nur noch die 20-Millionen-Rupien-Frage, der Hauptgewinn.
Doch der Moderator der Show glaubt Jamal nicht, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Der Polizei muss der junge Mann einige Fragen beantworten.
“Slumdog Millionär” war der große Gewinner bei der Oscar-Verleihung 2009. Und das völlig zu recht. Danny Boyle schuf einen großartigen Film voller Spannung, Dramatik, Liebe.
Alle Quizfragen und deren Antworten haben eine Verbindung zu Jamals Leben. Der Zuschauer wird auf eine Reise in das Leben eines Jungen geschickt, der viel mitmachen musste. Verschleppt, geflüchtet, Geld gestohlen oder auf aberwitzige Weise verdient und immer viel Glück gehabt. Und immer im Mittelpunkt: seine große Liebe Latika (Freida Pinto).
Der Zuschauer kann zudem eines feststellen: Wir können glücklich sein, dass Günther Jauch, der Moderator der deutschen Showversion, nicht so ein Arschloch ist wie der im Film.

9/10

Hits: 31