Tagesarchiv für 14. März 2009

RT im Kino

Der rosarote Panther 2

Samstag, den 14. März 2009

Chefinspektor Dreyfus (John Cleese) hat Inspektor Clouseau (Steve Martin) strafversetzt: Obwohl Clouseau einst den gestohlenen “Rosaroten Panther” wiedergefunden hat, muss er nun in Paris Streife laufen, um Strafzettel zu verteilen.
Doch dann kommt alles anders. Erneut wird der wertvolle Diamant und weitere teure Gegenstände auf aller Welt gestohlen. Clouseau wird Teil eines internationalen Expertenteams, die in Rom und Paris ermitteln sollen. Und wie sollte es anders sei: Clouseau sorgt für den einen oder anderen Eklat.
Zum zweiten Mal ist Komiker Steve Martin als Retter des Rosaroten Panthers unterwegs. Unter der Regie von Harald Zwart bringt er den Papst zur Weißglut und steckt ein Restaurant zweimal in Brand. Der oftmals slapsickhafte Humor bewegt sich zwar nur zwischen Klamauk, Zote und Schmunzelwitz, unterhaltsam ist der Film aber allemal.

6/10

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aRTikel

Wendejahr 1989: Misstöne

Samstag, den 14. März 2009
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Geschichte: Politiker sagen Messe-Besuch ab

MAZ, 14.3.2009

LEIPZIG
„Er habe in Leipzig Gelegenheit zu einem guten Gespräch mit Erich Honecker gehabt.“ So steht es am 13. März 1989 in einem Beitrag der Märkischen Volkstimme. Johannes Rau (SPD), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, war zu Gast auf der Leipziger Messe. Es war Raus letztes Zusammentreffen mit Honecker.
Nicht vermerkt ist, dass es zu dieser Zeit auch Misstöne gab. Am 10. März 1989 hatten Grenzsoldaten an der Berliner Mauer auf Flüchtende geschossen. Daraufhin sagten Bundeswirtschaftsminister Helmut Haussmann (FDP), Bauminister Oscar Schneider (CSU) und der bayerische SPD-Bundestagsabgeordnete Robert Leidinger den geplanten Besuch der Leipziger Messe ab. Eine fruchtbare Atmosphäre vor dem Hintergrund der jüngsten Vorfälle sei nicht gegeben, schrieb das Bundesbauministerium dem DDR-Bauminister Wolfgang Junker.
In einer Niederschrift der SED ist die Absage Haussmanns und Schneiders von Rau bedauert worden. Tatsächlich löste sie einen Streit in der Bundesrepublik aus. SPD und Grüne übten Kritik. SPD-Chef Hans-Jochen Vogel begrüßte Raus Entscheidung, am Besuch festzuhalten und Honecker seine Sorgen vorzutragen. Regierungssprecher Friedhelm Ost unterstrich das Interesse an deutsch-deutschen Beziehungen, die DDR müsse aber „elementare Menschenrechte“ beachten.
Auch Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Martin Herzog (CDU) reiste aus Leipzig ab. Er sei aber der Meinung, dass die „fachlichen Gespräche fortgesetzt werden sollten“, wie das Hamburger Abendblatt am 15. März 1989 schrieb, weshalb er später erneut nach Leipzig reiste.
Honecker entgegnete Rau bei der Begegnung auf der Messe in Leipzig, dass die Westmedien die Ereignisse nur hochspielen würden. Umgekehrt hatte die Absage von Haussmann und Schneider ein Nachspiel: Als Vergeltung lud die DDR Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) aus Leipzig aus.

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ORA aktuell

Aussichtsplattform in der Nicolaikirche

Samstag, den 14. März 2009

Am Ostersonntag wird in der Oranienburger Nicolaikirche eine Aussichtsplattform eröffnet, die es bis zu 15 Besuchern gleichzeitig möglich macht, einen Blick von oben auf die Stadt zu erhaschen.
Der Kirchturm hat eine Höhe von 57 Metern, die Plattform befindet sich in 47 Metern. Derzeit werden stählerne Geländer im Treppenhaus installiert.
Während der Landesgartenschau soll die Plattform täglich geöffnet sein.

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RTZapper

Tagesschau vor 20 Jahren: 14.03.1989

Samstag, den 14. März 2009
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FR 13.03.2009 | 3.00 Uhr (Sa.) | NDR fernsehen

Es gibt Leute, die behaupten, dass sich die “Tagesschau” in den vergangenen Jahrzehnten überhaupt nicht geändert hat. Doch diejenigen sollten sich mal in der Nacht die Sendungen aus dem Jahr 1989 ansehen (oder aufnehmen).
Im Gegensatz zur “Tagesschau” von 1989 kommen die heutigen 20-Uhr-Ausgaben richtig flott daher. Der Aufmacher der Sendung vom 14. März 1989 war die Koalitionsbildung in Berlin. Das Besondere: Mehr Frauen als Männer im Senat. Zu dieser Zeit einzigartig.
Es folgen fünf (!) ausschließlich vorgelesene Meldungen von Sprecherin Ellen Arnhold. Politiker, die zu einem Thema etwas zu sagen würden heute in bewegten Bildern ihren Senf abgeben. 1989 ist das nur verlesen worden. Vier Minuten nichts anderes als die Sprecherin. Heute unvorstellbar.
Fast am Ende der Sendung: die Folgen eines Erdbebens in der DDR. Die Erschütterungen in Thüringen seien bis nach Frankfurt/Main spürbar gewesen. Dazu zeigte die “Tagesschau” von der “Aktuellen Kamera” des Fernsehens der DDR übernommene Bilder eines fast zerstörten Ortes. Heutzutage käme so ein Beitrag wahrscheinlich sehr viel früher in der Sendung.
Die “Tagesschau” von 2009 ist sehr viel moderner von 1989. Spannend sind die Rückblicke aber dennoch – schon allein, weil das Jahr 1989 an sich hochinteressant war.

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RTZapper

Trailer: Newstime – Fringe

Samstag, den 14. März 2009
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FR 13.03.2009 | 21.29 Uhr | ProSieben

Plötzlich wird der “Musikantenstadl” unterbrochen für Sondernachrichten:
“Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit einer Extra-Ausgabe der Tagesschau. Guten Abend meine Damen und Herren. Ein schwerer Unfall sorgte am Abend in München für Panik. Eine 38-jährige Frau stürzte aus dem Fenster der vierten Etage eines Mehrfamilienhauses. Beim Aufprall auf den Gehweg riss sie eine Gruppe Kinder zu Boden. Vier von ihnen sind lebensgefährlich verletzt worden, die Frau selbst erlitt schwere Knochenbrüche. Hier sehen Sie Amateurvideoaufnahmen. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, wollen Experten bis zum kommenden Sonntag klären. Wir halten Sie auf dem laufenden.”
Dann ertönt kurz die Melodie der “Lindenstraße” mit dem Hinweis: Sonntag, um 18.50 Uhr im Ersten.

Eine Sondernachrichtensendung entpuppt sich als Fake. Die “Tagesschau” als Programmhinweis für die “Lindenstraße”. Unvorstellbar.
Die Nachrichtensendung wird als Serientrailer missbraucht. Gibt’s nicht? Gibt es doch!
Eine “Newstime”-Sondersendung unterbrach am Freitagabend die ProSieben-Show “Schlag den Star”. Nachrichtenmoderator Michael Marx zeigte erschreckende Bilder eines in Minuten alternden Neugeborenen. Dazu Videoaufnahmen aus einem Krankenhaus.
Dass es sich nicht um echte Nachrichten handelte, sondern um einen Programmhinweis für eine neuen Mysteryserie, haben nur sehr geübte Zuschauer erkannt.
Man stelle sich mal vor, dass die “Tagesschau” so etwas machen würde – siehe oben. Ihre Seriösität wäre komplett im Eimer. Da trifft es sich gut, dass “Newstime” von ProSieben noch nie für eine besondere Seriösität standen. Aber in einer Zeit, wo die Sender ihr Programm wegen eines Amoklaufes unterbrechen, kommt also ProSieben daher und bringt Breaking News in ihrem echten Nachrichtenformat, um unechte Nachrichten zu bringen.
ProSieben geht es dabei natürlich nur um PR. Dass sie ihre eigene, sowieso kaum noch vorhandene Nachrichtenkompetenz, vollends in die Tonne treten, scheint dabei vollkommen egal zu sein. Schäbig ist es aber so oder so, die Zuschauer auf so eine Art zu verarschen, vielleicht sogar kurzzeitig zu erschüttern und schockieren. Vor allem dann, wenn das Ganze auch noch vorher schon in der “Simpsons”-Werbepause läuft, wenn Familien vor dem Bildschirm sitzen.
Armer Michael Marx. Ein Journalist wird zur Comicfigur. Denn “Newstime” kann nun überhaupt niemand mehr ernstnehmen.

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