Monatsarchiv für Februar 2009

RT im Kino

Er steht einfach nicht auf dich

Mittwoch, den 25. Februar 2009

Alle haben sie Probleme, Probleme, Probleme. Entweder mosern sie, weil er nicht zurückruft. Oder weil er falsche Signale gibt. Oder weil er eine andere hat. Oder weil sowieso alles total niederschmetternd ist.
Frustrierte Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Und der (männliche) Zuschauer gleich mit. Dem schwirrt schon nach zehn Minuten angesichts des Beziehungsdedönswortschwalls der Kopf und möchte am liebsten schreiend rausrennen oder klärend ins Leinwandgeschehen eingreifen.
In der Ehe von Janine (Jennifer Connelly) läuft es nicht so gut, irgendwie ist zwischen ihr und Ben (Bradley Cooper) der Wurm drin. Frust.
Gigi (Ginnifer Goodwin) versemmelt eine Beziehungsanbahnung nach der nächsten. Noch mehr Frust. Vor allem beim Zuschauer.
Beth (Jennifer Aniston) will ihren Freund (Ben Affleck) endlich heiraten. Der will aber nicht. Frust. Beim zuschauer vor allem wegen der öden Hackfresse Ben A.
Anna (Scarlett Johansson) will mehr als nur eine Affäre sein, aber gleichzeitig hat sie eine Sexbeziehung mit einem langjährigen Freund. Frust. Warum, Scarlett, drehst du so einen Müll?
Ach ja, und dann ist da noch Mary (Drew Barrymore), die natürlich auch auf der Suche ist. Umfassender Frust.
“Er steht einfach nicht auf dich” möchte man allen zuschreien und dann den Saal verlassen. Ken Kwapis hat einen Film gedreht, den man gut und gerne als wirklich hassenswert bezeichnen kann. Unglaublich in die Länge gezogene, manchmal extrem öde Dialoge, dazu stunzdumme Tussies, die hochgradig naiv, aber eben leider nicht lustig, in ein Unflück nach dem anderen stürzen. Dazu lauter Weicheier, die nicht wissen, was sie wollen und dann reumütig nach Liebe lechzen.
Mit 129 Minuten ist das Ding außerdem unverschämt lang geworden. Ein Film nicht zum Aushalten. Der Frust.

1/10

Hits: 24

aRTikel

Lius und sein vertontes Tagebuch

Dienstag, den 24. Februar 2009
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Musik: 20-Jähriger aus Paretz mit erster CD

MAZ Havelkultur, 24.2.2009

PARETZ
Wenn jemand ein Tagebuch führt, sollten das in den meisten Fällen keine anderen Leute zu lesen bekommen. Bei Lius ist das nicht so. Er möchte, dass jeder hört, was er zu sagen hat. Er packte sein Tagebuch in Form von 20 Rapsongs auf eine CD. Und das hört sich dann so an: „Deine erste Rose, dieser erste Kuss, ich weiß ja, wir verstehen uns; hatten jeden Tag nur uns zwei, Liebe, Werte und …“
Lius ist 20, heißt eigentlich Matthias Müller und wohnt im Ketziner Ortsteil Paretz. In Berlin absolviert er eine Lehre als Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen. Da bleibt gar nicht mal so viel Zeit für den Rap. Ein Jahr lang arbeitete er gemeinsam mit befreundeten Musikern in einem kleinen Tonstudio in Brieselang an seinem ersten Album. Auf „Tagebuch“ geht es im Allgemeinen um ihn selbst, wie Lius sagt. „Es sind aber auch Dinge, mit denen sich jeder identifizieren kann.“ Beziehungen, Lebensschmerz und Elternstress. In dem Song „Gemeinsam zerstört“ berichtet er von der Trennung von seiner Freundin, mit der er zweieinhalb Jahre zusammen war. „Ich erzähle, wie wir uns geliebt haben und dann gehasst“, sagt Lius. Das Lied lief vor Kurzem sogar im Radio, bei „Unsigned“, der Show, in der junge Musiker auf der rbb-Jugendwelle Fritz präsentiert werden.
Lius war zwölf, als er seinen ersten Text geschrieben hat. „Seitdem habe ich mich richtig da reingesteigert“, erinnert er sich. Den Namen hat sich seine Mutter ausgedacht. Sie nannte ihn früher scherzhaft „Corny“, denn Cornelius ist Matthias’ zweiter Vorname. „Corny“ hat ihm jedoch nicht gefallen, und seine Mutter schlug ihm vor: „Nenne dich doch Lius.“ Sie ist auch sein größter Fan und Kritiker.
Im Herbst 2007 stand er das erste Mal auf einer Bühne, in der Falkenseer Diskothek „Capitol“. Lius sagt, er sei sehr aufgeregt gewesen. Aber sein Traum ist es trotzdem, mal auf einem großen Hip-Hop-Event auftreten zu dürfen.
Aber darauf kommt es gar nicht so an. „Die Musik ist mein Hobby, aber ich habe auch noch ein anderes Leben“, sagt Lius. „Wenn es mit dem Rap nicht funktioniert, dann ist es eben so.“ Deshalb lässt er es langsam angehen. Über seine Internetseite bei Myspace können Interessierte seine CD für 7 Euro bestellen. „Ja, das ist nicht so billig“, sagt er, „aber ich saß über ein Jahr dran, und ein bisschen will ich schon dran verdienen.“ Zumal das Pressen der Scheiben über Myspace Lius auch einiges kostet. Als Nächstes will der 20-Jährige gemeinsam mit einem Freund ein kleines Studio bei sich zu Hause in Paretz aufbauen. Auf lange Sicht möchte er aber lieber in Berlin leben. „Meine Eltern haben hier ein schönes Leben, aber für Junge ist das nichts.“ Aber darüber wird er wohl auf seinem zweiten Album mehr erzählen.

Lius im Internet: www.myspace.com/100prozentlius

Hits: 15

RTelenovela

Volojahre (11): Pendler sind fixe Leute

Dienstag, den 24. Februar 2009
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(10) -> 22.2.2009

In meinem morgendlichen Tran bin ich heute doch glatt wieder meine Strecke nach Nauen gefahren. Anstatt nach links, Richtung Borgsdorf, lenkte ich mein Auto zur Umgehungsstraße.
Egal, auch über die Autobahn geht es nach Falkensee.

Bis Ostern werde ich die Gartenstadt und deren Umgebung abgrasen.
Zum Beispiel gestern den Bahnhof von Finkenkrug, in einem einem Stadtteil von Falkensee. Bald wird eine der Regionalbahnlinien wegen Bauarbeiten unterbrochen. Grund für eine Umfrage unter den Pendlern, was die davon halten.
Und Umfragen gehören zu den beliebtesten Aufgaben. Sag ich jetzt mal so.
Ich wusste, wann die Bahn in Finkenkrug ankommt. Zwei der Leute, die dort aussteigen, wollte ich befragen. Es musste schnell gehen.
Und es ging schnell: Die erste Frau wollte nichts sagen. Ein weiterer Typ wollte auch nichts sagen. Und ein dritter… ja, der war nicht mehr da, schon weg. Die Pendler sind fixe Leute.
Das Ding ging dann schon mal gründlich in die Hose. Aber ich handelte fix: Ich lief einigen der Leute durch den Tunnel nach, um sie dann an den Fahrrädern abzufangen. Das hat dann glücklicherweise funktioniert. Aber es hätte besser laufen können. Bei meiner nächsten Umfrage dann.

Hits: 20

RTelenovela

Fast ein Pollerspektakel

Dienstag, den 24. Februar 2009
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Da war der Parkplatz wohl ein bisschen zu eng. In der Falkenseer Bahnhofstraße sind die kleinen Begrenzungspoller einem Lieferwagenfahrer aus Oberhavel fast zum Verhängnis geworden.
Beim Einparken brachte er den Poller vor ihm in eine Schräglage. Das problem: Er verkeilte sich unter der Stoßstange, eine Plastikverkleidung.
Es machte kurz “Peng”, und schon saß der Fahrer fest. Nach er sein Telefonat beendet hatte, stieg er erst mal aus, um sich das Unglück anzusehen.
Mit dem Fuß versuchte er, den Poller noch ein wenig weiter nach unten zu drücken, was ihm jedoch nicht gelang.
Ich hatte schon ein wüstes Manöver vor Augen, das darin gipfelte, dass er sich die vordere Verkleidung an seinem Auto abriss. Das wäre ein schönes Rosenmontagsspektakel für die Falkenseer geworden.
Aber der Mann war clever, cleverer, als ich es wahrscheinlich in seiner Situation gewesen wäre: Er setzte ein Stück vor, lenkte ein, so dass der Poller seitlich ans Licht zurück befördert wurde.
Seine Fahrt konnte weitergehen, aber geschwitzt hat er ganz bestimmt ein paar Minuten lang.

Hits: 17

RTZapper

Extra – Das RTL-Magazin: Jägerschnitzel

Montag, den 23. Februar 2009
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MO 23.02.2009 | 22.15 Uhr | RTL

Oha, RTL ist in die Ossifalle getappt. Aber ganz böse. Und es ist ein besonders tiefer Fettnapf.
Die Reporter von “Extra” haben sich mit dem widerlichen XXL-Fraß beschäftigt, der ja u.a. auch in Liebenwalde angeboten wird.
In einer Kneipe irgendwo im Norden von Berlin, RTL ließ sich nicht näher dazu aus, gab es ein preiswertes Nudelgericht. Die Fleischbeilage: panierte Jagdwurst aus der Fritteuse. Und der RTL-Kommentar: “Das ist kein Jägerschnitzel.”
Und der gesamte Osten Deutschlands schreit auf!
Doch, RTL! Das ist Jägerschnitzel. Das ist das Ost-Jägerschnitzel!
In Köln ist dieses Ossigericht natürlich völlig unbekannt, und damit beschäftigen muss man sich auch nicht, obwohl selbst Wikipedia erklärt, dass es zwei Variationen gibt.
Tja, RTL. Mit dem Osten habt ihr euch es erst mal verdorben mit ihrer Ignoranz und Ahnungslosigkeit.
Und wir feiern bald eine Jägerschnitzelparty. Mit Jagdwurst. Damit das mal klar ist!

Hits: 26

RTelenovela

Kosten Sie mal! Ist abgelaufen.

Montag, den 23. Februar 2009
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Ich habe mich erstaunlich schnell entschieden: Ich bestellte eine grüne Berliner Weiße. Sabrina fand das toll und bestellte eine rote. Ist zwar ein Sommergetränk, aber was soll’s.
Doch der Abend beim Kroaten in Berlin-Prenzlauer Berg sollte noch eine spannende Wendung nehmen. Und damit meine ich nicht, dass die grüne Weiße leider nicht vorrätig war. Ich schwenkte auf die rote um.
Als der Kellner mit den Gläsern am Tresen stand, schien es eine Irritation zu geben. Eines der Gläser wurde nochmal runtergenommen, aber dann zurückgestellt und uns gebracht. Scherzhaft meinte ich: Jetzt hat er reingspuckt.
Ich gehe davon aus, dass er es nicht getan hat.
Wir tranken. Es schmeckte wie immer.
Dann kam der Kellner. Fragte uns, wie die Weiße schmeckt. “Gut”, meinte ich. “Nicht bitter?”, fragte er. Woraus sollte die Fragerei hinauslaufen?
Lachend meinte der Kellner irgendwas davon, dass die Haltbarkeit abgelaufen sei. Fand ich lustig, weil er sich auch so seltsam ausdrückte. Ich mag solche Witze nicht, aber da dachte ich ja auch noch, dass es ein Witz war.
Der Kellner ging weg und kam mit der Flasche wieder. Aufschrift: Haltbar bis 12/08.
Da blieb mir erst mal die Spucke weg. Wo ich doch zu den Leuten gehöre, die schon mäkeln, wenn das Haltbarkeitsdatum gerade mal erreicht ist. Und unsere Weiße war schon zwei Monate drüber. Mir war ein wenig mulmig.
Aber der Kellner lächelte immer noch. Na ja, das sei ja nicht so schlimm. Hätte man aber ruhig vorher mal erwähnen können.
Ich erpresste ihn mit einer kostenlosen Cola, womit der fall erledigt war. Aber im Nachhinein denke ich schon, dass wir eigentlich die faulige Weiße hätten erstattet bekommen müssen. Mal ganz abgesehen davon, dass es für ein Restaurant ein Armutszeugnis ist, eine fertige Berliner Weiße aus der Flasche zu servieren.
In Zukunft werden wir dort etwas anderes trinken. Oder woanders hingehen. Prost.

Hits: 27

RTZapper

Oscar 2009

Montag, den 23. Februar 2009
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SO 22.02.2009 | 2.30 Uhr (Mo.) | ProSieben

Der “Baader Meinhof Komplex” ging bei den Oscars 2009 zwar leer aus, aber wenigstens dürfen wir uns über den Preis für den besten Kurzfilm “Spielzeugland” freuen.
Es war mal wieder eine lange Nacht. Und wenn zwischen den unzähligen Werbepausen auch mal ein Preis vergeben wurde, war das hier und da auch recht spannend. Aber eigentlich düfen sich die Produzenten der Show nicht wundern, dass die Einschaltquoten zurückgehen: Die Werbeorgie nervt. Mitunter lag eine Oscarvergabe zwischen zwei Werbepausen. Der Gipfel war eine etwa einminütige Moderation, die von Werbung geflankt wurde. Kein Wunder, dass die Leute entnervt wegschalten, wenn der Eindruck da ist, dass wir eine Werbeshow mit Oscarunterbrechungen sehen.
In Deutschland läuft die Show in der tiefsten Nacht. Dennoch müssen ja die Pausen irgendwie gefüllt werden. Und da zeigte sich ProSieben mal wieder völlig einfalls- und lieblos. Immer wieder die gleichen ätzenden “The Next Uri Geller”-Trailer. Immer wieder die gleichen Eigenwerbespots mit den Oscarfilm-DVDs – gern auch zweimal in einem Werbeblock. Und dazu noch Filmtrailer zu den nominierten Streifen. Nur leider selten passend zum folgenden Programmpunkt. So liefen die “Baader Meinhof”-Ausschnitte nachdem schon klar war, dass der Preis an Deutschland vorbei ging.
ProSieben überträgt seit Jahren die Oscar-Nacht: Warum bekommen die das nicht hin? Es ist ein Trauerspiel.

Hits: 18