Tagesarchiv für 13. Februar 2009

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Aus dem Gerichtssaal: Streit endete mit Kopfstoß

Freitag, den 13. Februar 2009
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Prozess: 22-jähriger Brieselanger ist vor dem Nauener Jugendschöffengericht in zwei Fällen angeklagt

MAZ Falkensee, 13.2.2009

BRIESELANG/NAUEN
Wegen fehlender Alibizeugen wurde am Nauener Jugendschöffengericht die Verhandlung gegen den 22-jährigen C. aus Brieselang nach einer mehr als zweistündigen Sitzung vertagt. In gleich zwei Fällen ist C. angeklagt.
Am 23. Mai 2007 soll der junge Mann maskiert gemeinsam mit einer weiteren Person den heute 20-jährigen B. überfallen haben. B. war gegen 21 Uhr in Brieselang mit einem Freund auf dem Fahrrad unterwegs. Auf einem verwilderten Grundstück legten sie eine Rast ein. „Die Kette war von meinem Fahrrad abgesprungen“, erzählte B. vor Gericht. Plötzlich seien zwei Maskierte in schwarzer Kleidung auf sie zugerannt. Der Freund von B. sei daraufhin sofort geflüchtet, B. selbst wurde von den Männern zu Boden gerissen und getreten. Die Maskierten nahmen ihm den Rucksack ab und rannten davon. Als die Tasche später wieder auftauchte, fehlten 50 Euro und ein Taschenrechner.
Der Beschuldigte C. bestreitet die Tat. Er gab an, am besagten Abend bei einem Freund das Fußball-Champions-League-Finale gesehen zu haben. Zur besagten Zeit hielte er sich gar nicht auf der Straße auf.
Tatsächlich beruht die Beschuldigung durch B. offenbar nur auf das Erkennen der Statur und der Stimme des maskierten Mannes. Die Fremden hätten sich anfangs als Polizisten ausgewiesen. Aus der Ferne will B. den Beschuldigten später noch einmal gesehen haben.
Am 20. Februar wird der Prozess mit der Anhörung der Männer fortgesetzt, mit denen C. das Fußballspiel gesehen haben will. Dann soll auch geklärt werden, wie glaubwürdig die Aussagen des Anklägers sind: Als er berichtete, was nach dem Überfall geschah, konnte er sich an Details nicht erinnern. So machten B. und sein Freund verschiedene Aussagen darüber, ob sie sich danach nochmal getroffen hatten. B. schob die Ungenauigkeiten darauf, dass der Fall schon fast zwei Jahre her sei. Unklar ist auch, wer der zweite Täter war. C. nannte in dem Zusammenhang mehrere Namen. Doch mehr als Vermutungen seinerseits sind das nicht.
Auch der zweite Fall, den das Jugendschöffengericht zu beraten hat, spielte sich in Brieselang ab. Am frühen Morgen des 7. Juli 2007 stritt sich der angeklagte C. nach einem Diskobesuch in der Nauener „Musicarena“ lautstark mit seiner damaligen Freundin. Beide waren gerade mit dem Zug auf dem Brieselanger Bahnhof angekommen. Der heute 22-jährige L. bekam die Auseinandersetzung mit. Er befürchtete, dass C. die Frau schlagen könnte und wollte nach eigenen Angaben schlimmeres verhindern. C. fühlte sich jedoch noch mehr provoziert und verpasste L. einen Kopfstoß. Der war danach handlungsunfähig. Mit einem Nasenbeinbruch und einem abgebrochenen Schneidezahn ließ er sich danach im Nauener Krankenhaus behandeln. Am Nachmittag des selben Tages meldete er sich bei der Polizei und zeigte C. an.
C. gibt diese Tat zu, allerdings hatte L. im Vernehmungsprotokoll ausgesagt, er sei auch getreten worden. Nun ist nur noch von dem Kopfstoß die Rede.
Am 20. Februar wird das Urteil des Vorsitzenden Richters Paßmann erwartet.

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RTZapper

112 – Sie retten dein Leben

Freitag, den 13. Februar 2009
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FR 13.02.2009 | 17.00 Uhr | RTL

RTL hat ein Problem. Der Sender kann um 17 Uhr ausstrahlen, was er will, die Zuschauer strafen den Kanal mit Missachtung. Neuestes Opfer: Die Actionserie “112 – Sie retten dein Leben”. Am vergangenen Donnerstag lief die letzte Folge. Mangels guter Quote setzte RTL die reihe ab. Stattdessen läuft nun: “112 – Sie retten dein Leben”.
Ja, das ist überraschend. Eine Serie läuft so mies, dass Schluss. Stattdessen läuft das Ganze nochmal von vorn.
Das ist nichts anderes als eine Brankrotterklärung. RTL weiß schlicht nicht, was um 17 Uhr gut laufen könnte. Die Dailysoap “Ahornallee” war inhaltlich und quotenmäßig eine Katastrophe, auch diverse Dokureihen und Serien funktionierten ebenso nicht wie eine Spielshow.
Was also tun? RTL nimmt sich jedenfalls Zeit, um auf dem Sendeplatz etwas Neues zu präsentieren. So lange dümpelt “112” vor sich hin.

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