Tagesarchiv für 9. Februar 2009

RTelenovela

Frohnau: Das Ost-West-Symbol war in zehn Sekunden Geschichte

Montag, den 9. Februar 2009
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Es heißt, etwa 20000 Menschen waren in Berlin-Frohnau und Hohen Neuendorf Zeuge der Sprengung des Frohnauer Funkturms. Tatsächlich waren Himmel und Menschen auf den Beinen, um minutenlang einen hässlichen Stahlturm anzusehen.
Die Situation war schon merkwürdig: Da standen wir in der Gewerbestraße von Hohen Neuendorf und sahen uns den Turm an. Und ließen uns noch mal seine Geschichte durch den Kopf gehen. Der Turm als Ost-West-Symbol. Gestern blinkte er ein letztes Mal durch die Oberhavel-Nacht. Das war auch immer wieder aus den Gesprächen rauszuhören, die die Leute rund um uns führten: Weißt du noch? Als wir den Turm sahen, aber nicht hin durften. Dass er uns immer von weitem begrüßte. Ein Stück Heimat. Und so weiter. Viele Emotionen. Er sah irgendwie hässlich aus, und so lange wie heute hatten wir uns das Bauwerk auch noch noch angesehen, dennoch verbanden wir alle etwas mit ihm.
Und dann: Dann machte es Peng. Und er fiel in sich zusammen. Fast schon grazil sank er zu Boden und verschwand im Frohnauer Forst. Da, wo gerade noch der Funkturm stand war nichts mehr. Applaus. Und es war kein ausschließlich fröhlicher. Eher ein Anschiedsapplaus. Sein Blinken wird uns fehlen.

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RTZapper

Preishit TV: Fotokamera

Montag, den 9. Februar 2009
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SO 08.02.2009 | 14.35 Uhr | Das Vierte

Jetzt, da das Fest der Feste näher rückt, sollte man sich schon mal Gedanken über ein passendes Geschenk machen.
Und, damit das mal klar ist: Mit dem Fest der Feste ist tatsächlich Weihnachten gemeint. Sind ja auch nur noch zehn Monate und ein paar Tage.
Da regen wir uns auf, wenn es ab Ende August Schokoweihnachtsmänner im Supermarkt zu kaufen gibt. Wenn aber in einer Dauerwerbesenung auf dem ehemaligen Hollywoodkanal Das Vierte an einem 8. Februar “Frohe Festtage” gewünscht wird und Moderator Walter Freiwald ständig darauf hinweist, dass die tolle Fotokamera das ideale Weihnachtsgeschenk sei, fragt man sich schon, was hier schiefgelaufen ist. Sendet “Preishit TV” tatsächlich olle Kamellen und tut so, als sei man live auf Sendung? Schließlich faselte Freiwald ständig etwas von Wartezeiten in der Telefonleitung. Woher will er das wissen während der Aufzeichnung? Seriös ist das nicht, und dämlich dazu: Eine Vorweihnachtssendung im Februar macht nicht wirklich einen Live-Eindruck.
Aber vielleicht war das ja alles auch nur ein Missverständnis, und sie meinten Ostern. Na denn: Frohes Fest, welches auch immer.

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RTelenovela

Popcornverbot: Es müsste immer Berlinale sein

Montag, den 9. Februar 2009
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Im Berliner Colosseum-Kino ist im großen Saal Berlinale-Zeit. Und für echte Cineasten ist das ein Fest. Nicht nur wegen der Filme.
Auf einem großen Schild wird darauf hingewiesen, dass man im Berlinale-Saal kein Popcorn und ähnlichen Kram essen darf.
Was für ein Paradies! Es müsste immer Berlinale sein! Denn die Popcornschmatzerei, das Geraschel und vor allem die Chipstüten nerven im Saal sowieso nur. Vielleicht sollten sich die Kinos mal ein anderes Konzept ausdenken, wenn es um das Catering geht. Und nicht nur während der Berlinale.

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RT im Kino

Frost/Nixon

Montag, den 9. Februar 2009
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David Frost (Michael Sheen) steckt in einer beruflichen Krise: Seine Talkshows in England und Australien stehen vor dem Aus. In den USA bekommt er keinen Fuß in die Tür. Aber er hat eine Vision: ein Gespräch mit Richard Nixon. Nach dem Watergate-Skandal soll der ehemalige US-Präsident endlich auspacken. Zuvor hüllte er sich drei Jahre lang in Schweigen. Nun sagt Nixon nur zu, weil er erstens sehr viel Geld bekommt, und zweitens weil er glaubt, dass ihm Frost wenig anhaben kann.
Tatsächlich werden die ersten Teile des Interviews ein debakel, und Frost weiß: So kann es nicht weitergehen. Er steht unter Druck: Niemand will ihm sein Interview abkaufen und senden. Die ganze Sache droht zum Desaster zu werden.
“Frost/Nixon” beruht auf dem legendären Interview, in dem sich Richard Nixon vor dem Fernsehpublikum entblößte, das Interview, das hunderte Millionen Menschen sahen. Ron Howard (“The Da Vinci Code”) inszenierte den Film nach einem Zwei-Personen-Theaterstück. Gerade die Schlusspassage ist sehr packend, wenn nur noch Frost und Nixon agieren. Gern hätten diese Szenen noch ausführlicher gezeigt werden können. Der Film zeigt aber auch die Zwänge und den Druck, dem das Team um Frost ausgesetzt war. Auch die Arroganz von Nixon, die einvernehmende Kühle des Ex-Präsidenten und seiner Berater.
Somit wurde ein spannendes Stück Zeitgeschichte auf die Leinwand gebracht, und der Film kann diese Spannung in seinen stärksten Momenten auch sehr gut transportieren.

8/10

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