Tagesarchiv für 8. Februar 2009

RTelenovela

Ein bisschen Karaoke oder: Birkenwerder sucht den Superstar

Sonntag, den 8. Februar 2009
Tags: , ,

Ich habe mich in die Sache reinquatschen lassen: Karaokeparty. Mit Kollege Helge traf ich mich in einer Gaststätte in Birkenwerder, die die Party monatlich veranstaltet.
Ich hatte mir das schon in den schwärzesten Farben ausgemalt: Hunderte von Leute sitzen in einem großen Saal, und ich stehe auf der Bühne und blamiere mich.
Ganz so war es dann doch nicht: Die Gaststätte ist eher klein und war gestern auch nicht sehr voll. Eine fast schon intime Atmosphäre.
Dennoch: Wir mussten ran, und das in mehrfacher Hinsicht öffentlich. Wir waren mit unsere “Macht mit”-Reihe nach Birkenwerder gefahren, das Ganze wird also nicht nur an dieser Stelle breitgetreten, sondern auch am Dienstag in der Zeitung.
Birkenwerder sucht den Superstar.
Helge und ich saßen an einem der Tische und studierten fieberhaft das Heft mit den Songvorschlägen. Gleichzeitig schwor ich, dass es wohl unsere letzte derartige Aktion sein würde (was ich mich natürlich schon öfter geschworen hatte).
Das Personal legte inzwischen mit “An der Nordseeküste” vor, ich ging die Liste durch: “Großer Bruder” von Zlatko und Jürgen. Ein NDW-Hitmix. Ich entschied mich für “Ein bisschen Frieden” von Nicole. Da war mir mir jedenfalls sicher, dass ich die Stophen- und die Refrainmelodie kannte. Helge entschied sich für den Holzmichel.
Und Helge musste als erster ran. Und sagen wir mal so: Es war… nun ja… das Lied war zu erkennen. Gleich danach dann ich mit dem Siegel-Hit. Und, joa, es war gar nicht mal so übel. Ich zeigte all meine Entertainment-Qualitäten.
Doch damit nicht genug. Jetzt wollten wir aufs Ganze gehen: ein Duett. Es sollte “1000 und eine Nacht” von Klaus Lage sein. “1000-mal berührt… 1000-mal ist nichts passiert…” Wir schmetten den Song und brachten den Saal zum… applaudieren. Glücklicherweise hatte ich mich schon vorher für alles kommende entschuldigt.
Meine Karaokepremiere hatte ich an dieser Stelle dann erledigt. Nächstes Mal – wenn es denn ein nächstes Mal gibt – bereite ich mich allerdings besser drauf vor und höre mir gewisse Songs vorher mal an. Man weiß ja nie, wann die nächste Karaokeparty steigt.

Hits: 203

RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Castings 2009

Sonntag, den 8. Februar 2009
Tags: , ,

SA 07.02.2009 | 20.15 Uhr | RTL

Es gibt sie immer wieder: Leute, die gar nicht singen können, denken, dass sie singen können. Dann stellen sie sich vor die Jury der RTL-Castingshow “Deutschland sucht den superstar” und müssen sich die vernichtende Kritik von Dieter Bohlen und Co. anhören.
Das ist für die meisten schon schlimm genug. Dann kommt aber die Ausstrahlung im Fernsehen. Und sie müssen erkennen: Sie werden noch lächerlicher gemacht, als sie es sich schon selbst getan haben.
RTL legt Pong-Ping-Zong-Geräusche unter Bewegungen und Gesten.
Das ist auch tatsächlich ganz amüsant, bewegt sich aber an einem sehr schmalen Grat.
2008 musste sich RTL dafür viel Kritik anhören. 2009 bekommt man den Eindruck, dass RTL die Kritik nicht interessiert hat. Im Gegenteil. Die Zisch-Wumm-Geräusche und die grafischen Hinzufügungen scheinen zugenommen zu haben. Wer sich mies präsentierte, den machte RTL noch mieser.
Und irgendwie hat es RTL in diesem Jahr übertrieben. Es war oft nicht mehr lustig. Stattdessen: Mitleid.
Okay, niemand wird gezwungen, dort mitzumachen, und die Methoden von RTL sind längst bekannt. Niemand wird auch gezwungen, Privates preiszugeben und so einem Millionenpublikum mitzuteilen. Dennoch sollte man bei RTL auch mal einen Gang zurückfahren.
Jedoch: 2010 ist damit auch wieder nicht zu rechnen. Dafür hat es in diesem Jahr wieder zu gut funktioniert. Und beschwert hat sich auch noch niemand. Auch so ein Zeichen dafür, dass das alles schon längst normal zu sein scheint.

Hits: 138

RT im Kino

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Sonntag, den 8. Februar 2009

Als Benjamin (Brad Pitt) und Daisy (Cate Blanchett) sich im Spiegel betrachten, wollen sie sich dieses Bild genau einprägen. Denn mit den beiden wird eine Wandlung geschehen. Sie wird, wie sollte es anders sein, mit den Jahren älter. Bekommt Falten, wird gebrechlicher. Er jedoch – er wird jünger. Seine Falten verschwinden. Seine Brille wird er bald nicht mehr brauchen. Irgendwann bekommt er Akne. Wird kleiner, kindlicher, ein Baby. Benjamins Leben verläuft rückwärts. Geboren als etwa 80-jähriger Mann, ein schrumpeliges Kind, wird er jünger und jünger. Während seine Seele älter wird, wird sein Körper jünger.
Und fast möchte man rufen, wenn man das “Kind” reifen sieht: “Oh mein Gott, es ist ein Brad Pitt!”
Es war in New Orleans im Jahr 1918 als Benjamin von seinem Vater auf der Treppe eines Altenheimes abgesetzt wurde. Immer wieder kehrt er dorthin zurück. Eine der wenigen Konstanten in seinem Leben.
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” ist zwar nicht das einzigartige Meisterwerk, wie man angesichts der 13 Oscarnominierungen glauben könnte – aufwühlend ist er aber trotzdem. Zu sehen, wie das Leben vergänglich ist, die magischen Momente, wenn er verjüngt auf Diasy trifft – wie Benjamin ein ganz besonderes Leben führt, ist über die vollen 166 Minuten spannend zu betrachten. Das letzte Kapitel des Films ist sogar sehr rührend und darf als durchaus ungewöhnlich betrachtet werden.
Am Ende bleibt die Überlegung, ob man nicht doch ganz locker auf das Alter hinarbeiten kann, da es auch dann noch Dinge gibt, über die man sich freuen kann. Und dass jedes Alter Schwierigkeiten mit sich bringt. Lebenswert ist unsere zeit auf Erden jedoch immer.

8/10

Hits: 173