Tagesarchiv für 5. Februar 2009

RTZapper

Berlinale 2009 – Die Eröffnung

Donnerstag, den 5. Februar 2009
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DO 05.02.2009 | 20.00 Uhr | 3sat

Manchmal ist nicht so ganz klar, ob es putzig ist oder man sich schämen soll. Berlinale 2009. Dieter Kosslick, der Festivalleiter steht auf der Bühne der Berlinale-Palastes am Potsdamer Platz und stammelt auf Englisch eine Antwort auf eine Frage von Moderatorin Katrin Bauerfeind. Obwohl es sich um eine internationale Veranstaltung handelt, kann der Boss des Ganzen kein einwandfreies Englisch. Allerdings gibt er das auch selbst zu.
Dennoch frage ich mich: Macht das den Charme des Berliner Festivals aus oder ist es einfach nur posemuckelig. Vielleicht sollte man da aber die internationalen Stars fragen, die scharenweise im Saal saßen. Vielleicht finden die das ja ganz putzig.

PS: Die Kleiderauswahl von Katrin Bauerfeind war auch in diesem Jahr eher bedenklich.
PPS: Neid! Karen darf für den “Prinz” von der Berlinale berichten und bloggt hier.

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aRTikel

Wendejahr 1989: Die letzten Todesschüsse an der Mauer

Donnerstag, den 5. Februar 2009
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Geschichte: Am 5. Februar 1989 wollten Chris Gueffroy und Christian Gaudian nach West-Berlin flüchten und scheiterten

MAZ, 5.2.2009

BERLIN
Eine Gedenksäule am Britzer Zweigkanal in Berlin-Treptow erinnert an Chris Gueffroy, gestorben am 6. Februar 1989. In der Todesanzeige in der Berliner Zeitung war ein paar Tage später von einem tragischen Unglücksfall die Rede. Das klang nach Unfall. Tatsächlich war Chris Gueffroy das letzte Opfer der Berliner Mauer.
Der Abend des 5. Februar 1989: Chris Gueffroy und sein Freund Christian Gaudian hatten einen Traum. Sie wollten um die Welt reisen. Die Wirklichkeit war weniger romantisch. Beide sollten zur Nationalen Volksarmee eingezogen werden.
Sie hatten gehört, dass es keinen Schießbefehl mehr gäbe. Tatsächlich hatte SED-Generalsekretär Erich Honecker im Dezember 1988 verkündet: „Wenn jetzt noch Schüsse fallen, dann sind es Warnschüsse.“
Gueffroy und Gaudian näherten sich dem Teltowkanal, der die Grenze zwischen Treptow (Ost) und Neukölln (West) bildet. Es herrschten minus drei Grad. Mehrere Stunden lang krochen sie durch die Schrebergartensiedlung, bis sie an die Hinterlandmauer gelangten. Gegen 23.40 Uhr konnten sie diese überwinden. Bis dahin blieben sie unentdeckt, auch als sie fünf Meter weiter über den Signalzaun kletterten. Dort jedoch lösten sie den optischen Alarm aus.
Nun ging alles ganz schnell: Die beiden Männer rannten auf den Streckmetallzaun zu, das letzte Sperrelement. Bevor sie ihn erreichen konnten, wurden sie bereits von zwei Grenzsoldaten beschossen. Gueffroy und Gaudian versuchten wegzurennen und per Räuberleiter den Zaun zu erklimmen. Dabei rannten sie jedoch in die Arme eines zweiten Postenpaares. Schüsse fielen. Keine Warnschüsse. Chris Gueffroy brach zusammen, die Kugeln hatten ihn in der Brust getroffen, der Herzmuskel war zerfetzt. Leblos lag der 20-Jährige neben seinem Freund, den es am Fuß erwischt hatte.
Christian Gaudian überlebte. Das Stadtbezirksgericht Berlin-Pankow verurteilte ihn am 24. Mai 1989 zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Später wurde er von der Bundesrepublik freigekauft und am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR, in den Westen abgeschoben.
In der Märkischen Volksstimme stand zum Fall Gueff-roy kein Wort. Nur eine kryptische Meldung am 11. Februar 1989, in der ein DDR-Sprecher eine Behauptung von Ottfried Hennig als „Lug und Trug“ bezeichnete. Der Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen hatte verlauten lassen, dass die DDR-Grenzsoldaten über besonders gefährliche Hochsicherheitsgeschosse verfügten. Dennoch: Die internationalen Proteste gegen den Schießbefehl hatte die SED-Führung so nicht einkalkuliert. In einer geheimen Anweisung hob ihn Honecker im April 1989 auf.
Das Landgericht Berlin verurteilte am 20. Januar 1992 die Todesschützen: Ingo H., der aus 40 Metern Entfernung schoss, bekam drei Jahre und sechs Monate. Andreas K., der mit seiner Kalaschnikow aus 100 Metern auf die Männer gefeuert hatte, zwei Jahre auf Bewährung. Der Bundesgerichtshof hob die Urteile jedoch im März 1993 wieder auf. K. wurde freigesprochen, H. zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

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RTelenovela

Blaulicht

Donnerstag, den 5. Februar 2009
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Kilometerlang fuhr ich auf dem Nachhauseweg hinter einem Krankenwagen her, seit er am Veltener Bahnübergang vor mir stand. Es schien jedenfalls nicht eilig zu sein, denn das Blaulicht war ausgeschaltet.
Das änderte sich schlagartig auf den Havelbrücken in Borgsdorf. In der Dunkelheit wurde ich von den zuckenden blauen Lichtern geblendet. Und man fragt sich: Was ist im Inneren des Krankenwagens in diesem Moment passiert? Ist der Transportierte kollabiert? Kam es zu einem Zwischenfall?
An der Borgsdorfer Kreuzung verlor sich die spur des Notfallautos.

Woran erkennt man übrigens Autofahrer, die in der DDR ihren Führerschein gemacht haben? Sehen sie im Rückspiegel Blaulicht, fahren sie ihr Autos an den äußersten Fahrbahnrand und bleiben stehen. Am liebsten würden sich sich in den Straßengraben schmeißen – auch wenn kein Gegenverkehr ist und der Krankenwagen locker überholen kann.
Ich kann mich dunkel erinnern, dass man in der DDR auf jeden Fall anhalten musste, wenn sich ein Einsatzfahrzeug näherte.

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RTelenovela

Neu: Playlist

Donnerstag, den 5. Februar 2009
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Wieder mal eine neue Rubrik: Da die Musik irgendwie immer im Leben präsent ist und öfter mal gefragt wird, welche Songs ich denn momentan ganz gut finde, kann ich auf meine Playlist verweisen.
Sie steht ab sofort rechts in der Randspalte. Sie enthält immer die 30 Songs, die sich aktuell in meiner ganz persönlichen Playlist befinden.
Vielleicht ist ja auch die eine oder andere Anregung dabei. Und der Rest ist wahrscheinlich Kopfschütteln.

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RTZapper

Willkommen Österreich

Donnerstag, den 5. Februar 2009
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MI 04.02.2009 | 23.25 Uhr | 3sat

Wie eine gute Late-Night-Show mit zwei Moderatoren funktioniert, können die Österreicher jeden Donnerstag auf ORF1 sehen. Dirk Stermann und Christoph Grissemann moderieren “Willkommen Österreich”. Im Grunde ist es die Ösi-Version von “Schmidt & Pocher”. Mit dem Unterschied, dass die ORF-Sendung besser funktioniert als die der ARD. Sehr viel besser sogar.
Die deutschen Zuschauer konnten sich davon überzeugen, 3sat übernahm mit 6 Tagen Verspätung die 60. Sendung vom 29. Januar.
Im Gegensatz zu Schmidt und Pocher sind Stermann und Grissemann ein perfekt eingespieltes Team. Seit Jahren moderieren sie gemeinsam (u.a. in Berlin/Brandenburg sonntags auf radioeins die “Show Royale”) und stehen auch zusammen auf Theater- und Kabarettbühnen.
Somit überschneidet sich der Humor der beiden auf wunderbare Weise. Witze über das Zeitgeschehen oder über sonderbare ORF-Sendungen. Man muss kein Österreicher sein, um die Gags lustig zu finden. Dazu zwei Studiogäste, mit denen zwar keine tiefschürfenden, aber dafür sehr unterhaltsame Gespräche geführt werden.
3sat zeigte “Willkommen Österreich” offenbar einmalig. Das ist sehr schade, zumal ORF1 in den allermeisten Teilen Deutschlands nicht zu empfangen ist. Also, liebe 3sat-Entscheider: Bitte regelmäßig ausstrahlen!

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RT im Kino

The Spirit

Donnerstag, den 5. Februar 2009

Huh, es ist dunkel und neblig in Central City. Ja, so richtig düster. Ein junger Polizist kehrt als Spirit (Gabriel Macht) ins Leben zurück und bekämpft als Schattenwesen die Verbrechen in der Stadt. Alle finden ihn irgendwie toll, auch die Polizei, denen er ständig hilft. Auch wenn die danach murren, weil sie aufräumen müssen, was Spirit nebenher angerichtet hat.
Sein Erzfeind ist Octopus (Samuel L. Jackson). Der Größenwahnsinnige will Spirits geliebte Stadt auslöschen und selbst unsterblich werden. Eine wilde Verfolgungsjagd entsteht, währenddessen Spirit diverse Begegnungen für mystischen, seltsamen und erotischen Frauen (u.a. Scarlett Johansson) hat. Ein Biest, eine Nackttänzerin, eine geheimnisvolle Sirene. Und Sand Saref (Eva Mendes), die Juwelendiebin.
“The Spirit” basiert auf einen Comic von Will Eisner. Frank Miller bringt nun einen Stoff ins Kino, der mehr sein will als Comicverfilmung. Hochtrabende Dialoge, minutenlange Szenen, die wirken wie ein Theaterstück auf einer einsamen Bühne, seltsame Kostüme und wegweisende Weisheiten. Ein ätzender Arthousekinoversuch, der in dieser Art unheimlich auf den Keks geht. Samuel L. Jackson als der Irre, geschminkt wie für einen Theaterabend auf arte, dazu pseudolustige Hitler-Seitenhiebe und dümmliche Ballerszenen. Erotisch ist in diesem Fall jedenfalls nichts. Scarlett Johansson in einer dämlichen Verkleidung, die zwar tatsächlich comichaft, aber dann doch in real eher lächerlich wirkt.
Ein Film, der von vorne bis hinten einfach nur nervt. Wenigstens geht am Ende wenigstens die Sonne auf.

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