Tagesarchiv für 29. Januar 2009

RTelenovela

München (5): Das schnellste Wasser der Welt

Donnerstag, den 29. Januar 2009
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(4) -> 26.1.2009

Entspannungsabend an einem ganz besonderen Ort. Im Jahr 1972 gewann Mark Spitz bei den Olympischen Spielen in München siebenmal Gold. Genau hier, im Olympiaschwimmbad, im “schnellsten Wasser der Welt”.
Nun gut, es war nicht zu rechnen, dass auch nur irgendjemand applaudierte, als ich heute Abend in besagtes Schwimmbecken eintauchte.
Die Schwimmhalle im Olympiapark ist gut besucht. Das Publikum ist im Durchschnitt recht jung. Auf den Zuschauerrängen sitzen einige Leute und beobachten das Treiben im Nass. Nebenan stehen die Sprungtürme, von denen auch Stefan Raab und seine Promis schon gesprungen sind.
Die Bahnen sind dann natürlich auch länger als die, die ich aus dem TURM-Schwimmbecken in Oranienburg gewohnt bin. Das schafft. Und ständig irgendwelche Leute, die einem in die Bahn schwimmen.
Also rüber in die Sauna. Aber irgendwie hat die Olympiaschwimmhalle ein seltsames Eintrittssystem: Nach em Bezahlen gibt es eine Chipkarte für den Zutritt. Dann Schrank aussuchen, im Saunabereich gibt es keine. Umziehen und schwimmen gehen. So weit, so gut. Dann rüber in die Sauna. Chipkarte nicht vergessen, die braucht man für den Übergang. Im Saunabereich gibt es erneut kleine Safes. Dort wird die Karte reingeschoben, und man bekommt einen weiteren Schlüssel. Mit dem widerrum kann man so oft man will, zwischen Bad und sauna wechseln. Kompliziert? Ja. Ich habe mich erstmal fix mit der Chipkarte ausgesperrt… Da steigt ein Preuße halt nicht hinter, wenn sich die Bayern so was Umständliches ausdenken…

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RT im Kino

Feuerherz – Die Reise der jungen Awet

Donnerstag, den 29. Januar 2009

“Feuerherz” sorgte schon im Vorfeld, auf der Berlinale 2008, für großen Wirbel. U.a. das NDR-Medienmagazin “Zapp” warf anhand von Zeugenaussagen Senait Mehari, der Autorin der Romanvorlage, vor, dass ihre Darstellung der Kindersoldaten in Eritrea so nicht richtig sei.
Tatsächlich scheint sich Luigi Falorni nun davon ein wenig zu distanzieren – im Vorspann wird explizit darauf hingewiesen, dass die Hauptfugur in “Feuerherz” nichts mit der in der Romanvorlage zu tun habe.
Wie auch immer: Der Film erzählt eine Geschichte, die vielen deutschen Kinozuschauern höchstwahrscheinlich völlig fremd ist: von einer scheinbar aussichtslosen Kindheit in Arfika, in Eritrea. Kinder, die schon Dienst an der Waffe schieben müssen.
Die 10-jährige Awet (Letekdan Micael) wurde als Baby in einem Kloster ausgesetzt. Als sie in die Familie zurückkehrt, gibt ihr Vater sie und ihre Schwester zu einer militärischen Kampfeinheit als “Töchter Eritreas”. Dort erlebt Awet sowohl die Ideale der Freiheit, Freundschaft und Begeisterung, aber auch den Wahhnsinn des Krieges, Blut und Tote. Doch sie kämpft und versucht, ihre Ideale durchzusetzen.
“Feuerherz” wirkt mehr wie eine Dokumentation, dabei handelt sich dabei um einen fiktionalen Stoff. Das nützt es auch wenig, dass er hier und da ein wenig mit zu theatralischer Musik überladen ist.
Das alles hat vor allem zur Folge, dass der Film emotional eher weniger packend ist. Die Inszenierung ist für unsere Verhätnisse mitunter ein wenig behäbig. Andererseits setzt die junge Hauptdarstellerin Letekdan Micael ein echtes Achtungssignal. Von ihr könnte man noch hören.
Vielleicht lässt sich “Feuerherz” im Schulunterricht einsetzen – falls dort Afrika und das Leben der Kinder dort überhaupt noch ein Thema sein sollte.

5/10

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