Tagesarchiv für 22. Januar 2009

RT im Kino

Bolt – Ein Hund für alle Fälle

Donnerstag, den 22. Januar 2009

Bolt (Stimme: Christian Tramitz) ist ein Superhund. Er kämpft unermüdlich für das Gute, beschützt seinen Menschen Penny (Luisa Wietzorek) wo es nur geht. Todesmutig stürzt er sich auf jeden Angreifer, auf jede Mauer.
Nun ja, zumindest so lange die Kameras laufen. Das weiß Bolt jedoch nicht. Für ihn ist das alles real. Dass er Star einer Actionserie ist ihm nicht bewusst. Das wird ihm zum Verhängnis, als sein Frauchen entführt wird – in der Serie. Er glaubt’s und begibt sich auf die vermeintliche Suche. Die Katze Mittens (Vera Teltz) und der Hamster Dino (Axel Stein) helfen ihm dabei und zeigen ihm gleichzeitig, wie ein Hund – ein richtiger Hund – im normalen Leben agiert.
“Bolt – Ein Hund für alle Fälle” ist ein rasantes Actionabenteuer, der wie ein teurer Actionblockbuster beginnt. Fast möchte man schon sich schon aufregen, dass das für Kinder alles ein bisschen viel ist. Doch in Wirklichkeit blickt der Film aus der Disney-Werkstatt hinter die Kulissen des Films. Falsche Stürze und Explosionen werden entlarvt, Tricks der Filmbranche enthüllt.
Zwar fehlt es dem Film an echtem Charme und beißendem Witz, unterhaltsam ist “Bolt” aber allemal. Die Geschichte ist abwechslungs- und temporeich und entführt besonders die Kinder in eine Welt, die sie so wahrscheinlich eher selten sehen.

7/10

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RTelenovela

München (2): Gweißlt

Donnerstag, den 22. Januar 2009
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(1) -> 19.1.2009

Wenn ich aus dem Fenster meines Hotelzimmers sehe, blicke ich direkt auf die Nymphenburger Straße, auf den Münchner Rotkreuzplatz. Was den Verkehr angeht, ist es draußen nicht sehr ruhig, durch die Fenster aber gut abgedämpft, also nicht störend. Diverse Banken drumherum, ein Supermarkt und ein McDonalds sowie diverse Gaststätten, Apotheken, Bäcker – eigentlich alles. Hier pulsiert das Leben.
Mein Zimmer ist klein, erfüllt aber sehr gut seinen Zweck. Ein schmaler Raum, nebenan ein kleines Bad, ein Schreibtisch, ein Schrank, ein Bett und (nein, den darf man nicht unterschlagen) ein Flachbildfernseher. Angeblich ist der Raum frisch gweißlt, wie die Frau an der Rezeption meinte, also frisch renoviert. Sauber ist er tatsächlich, aber wohl eher ggelblt.

“Servus” oder “Grüß Gott” hört man hier sehr oft. Aber ansonsten ist der bayerische Dialekt in München ziemlich selten zu hören. Gegenüber im Supermarkt sächseln und schwäbeln die Mitarbeiter oder sprechen deutsch-türkisch – aber Bayern sind selten zu finden.

Im reichen Bayern macht nicht alles einen reichen Eindruck. Bei der Bahn ist der Osten sehr viel fortgeschrittener. Rumplige Regionalzüge rattern über Münchens Gleise. Die U-Bahn scheint auch schon einige Jahre auf dem Puckel zu haben. Die Schaffner moderieren hier die fahrt selbst, sagen den nächsten Bahnhof an und im Bahnhof selbst dann schon mal “Bitte jetzt nicht mehr zusteigen” statt “Zurückbleiben”. Die S-Bahnen dagegen sind, auf den meisten Linien, auf dem neuesten Stand.

Die Innenstadt rund um Karls- und Marienplatz ist gediegen, hier lässt es sich wunderbar spazieren und einkaufen gehen. Der Viktualienmarkt dagegen war eine Enttäuschung, was aber vielleicht auch am leichten Schneefall lag. Auf dem eher kleinen Platz stehen lauter festgebaute Büdchen. Das Angebot aber hat durchaus hohes Niveau: Metzger, Fischgeschäfte, Blumen und mehr.

Eigentlich hielten wir es für einen Spaß. Es war aber keiner. Beim kleinen Italiener um die Ecke hatte der Chef eine Überraschung für uns Männer parat. Wir vier sollten die Zeche für die drei Frauen mitübernehmen. In Italien sei das so üblich. So mussten wir jeder einen 20-Euro-Schein hinlegen. Dass der Wirt damit einen Großteil seines Trinkgeldes verloren hat, scheint ihn nicht gestört zu haben. Er bekam 80 Euro, davon waren gerade mal 1,20 Euro Trinkgeld. Hätte jeder von uns einzeln gezahlt, wäre ganz sicher viel mehr für ihn bei rausgesprungen. Aber Tradition ist Tradition…

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