Tagesarchiv für 8. Januar 2009

RTZapper

Das wandelnde Schloss

Donnerstag, den 8. Januar 2009
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MI 07.01.2009 | 0.55 Uhr (Do.) | Das Erste

Mit dem “wandelnden Schloss” begibt sich der Zuschauer auf eine wundervolle filmische Reise voller phantastischer Abenteuer.
Das Mädchen Sophie wird in eine Greisin verwandelt und sucht Zuflucht beim Zauberer Hauro.
Hayao Miyazaki hat nach “Chihiros Reise ins Zauberland” wieder einen Zeichentrickfilm in die Kinos gebracht, dem es an schönen Einfällen nicht mangelt. Dabei geht es sowohl homorvoll als auch nachdenklich zur Sache. Miyazaki schuf viele außergewöhnliche Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen. Da ist zum Beispiel Feuerteufel Calcifer oder die Vogelscheuche Rübe. Obwohl gerade letzterer nicht mal eine Sprechrolle hat…
Leider lässt das Tempo in der zweiten Hälfte ein wenig zu wünschen übrig, so dass einige Längen entstehen.

Hits: 12

RT im Kino

Sieben Leben

Donnerstag, den 8. Januar 2009

Man weiß wenig über Ben Thomas (Will Smith). Und das, was man erfährt, ist auch relativ geheimnisvoll und nebulös.
Wir wissen, oder wir sehen: Ben scheint Geldeintreiber der Steuerbehörde zu sein. Als solcher besucht er Leute, hört sich ihre Probleme an, beobachtet ihre Lebenssituation. Wenn er gut drauf ist und der Mann oder die Frau es tatsächlich verdient, schreitet er ein und tut Gutes.
Aber aber dahinter steckt? Wir wissen es nicht. Genauso seltsam wie Bens Privatleben – in einem Motel, offenbar heimatlos, obwohl hin und wieder eine Frau ins Spiel kommt.
“Sieben Leben” spielt mit der Ahnungslosigkeit der Zuschauer. Er beobachtet, was Ben den ganzen Tag treibt, wie er hadert, wie er lacht, wie er depressiv vor sich hindämmert. Erst nach und nach kommen Puzzleteile dazu, erst nach und nach erfährt der Zuschauer, was das alles eigentlich zu bedeuten hat. Was sich stellenweise als etwas nervig erweist, ist es am Ende gar nicht.
Ohne etwas zu verraten: “Sieben Leben” ist ein durchaus beeindruckender, dennoch leiser Film. Will Smith spielt den sympathisch-zwielichtigen Mann durchdringend, einfach hervorragend. Der Homor blitzt durch die harte Schale des offenbar gebrochenen Mannes namens Ben.
Das Ende hätte etwas straffer sein können, dennoch ist der Film von Gabriele Muccino ein beachtliches Werk.

8/10

Hits: 39

RTelenovela

Volojahre (2): Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs

Donnerstag, den 8. Januar 2009
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(1) -> 2.1.2009

So ein Autogau hat ja auch seine gute Seite: Ich habe bereits Menschen im Verlag näher kennengelernt, die ich sonst wahrscheinlich gar nicht wirklich wahrgenommen hätte.
Aber ganz von vorn.
Mein Auto streikt. Seit Dienstag steht es in Potsdam und gibt keinen Mucks von sich. Ich nahm stattdessen die Bahn.
Und schon den ganzen Mittwoch stand die Frage im Raum: Hat irgendjemand ein Starterkabel? Bei meinen direkten Kollegen hatte ich kein Glück. Auch mein Chef schüttelte nur den Kopf.

Am Nachmittag, nach Feierabend, begann dann die wirkliche Suche.
Nachfrage beim Pförtner. Haben Sie ein Startkabel? Oder gibt es eins bei den Techikern rund um die Druckerei und den Vertrieb? Er selbst hatte keins, aber bei der Technik könnte ich ja mal fragen.
Da traf es sich gut, dass wir gerade eben die Zeitungsherstellung beobachtet hatten und mit dem technischen Leiter des Hauses zusammentrafen. Also ging ich zurück in dessen Sekretariat.

Die Sekretärin war zwar schon auf dem Sprung, half aber trotzdem. Sie selbst hatte natürlich auch kein Starterkabel. Also rief sie bei den Technikern an.
Man will mal rumfragen und im eigenen Auto nachsehen, ob eins da sei.
Also: warten. Wir warteten gemeinsam. Die Sekretärin meinte, dass sie nun Angst bekomme: Nicht, dass auch ihr Auto nicht mehr anspringt.
Anruf: Kein Starterkabel da. Eigentlich wäre eins da, aber der Gesprächspartner war mit dem Wagen seiner Frau da.
Nächster Anruf, oben in im Sekretariat der Chefredaktion. Mein Problem zog weite Kreise.
Man wolle oben mal rumfragen, vielleicht auch beim Autoredakteur.
Wieder: warten. Wir warteten weiterhin gemeinsam.
Anruf: Kein Starterkabel da. Allerdings soll unten einer der Pförtner eins haben. Offenbar kam noch jemand dazu, denn ich hatte da ja vorher schon nachgefragt.
So gingen wir gemeinsam. Die Sekretärin in den Feierabend und ich… noch nicht.

Beim Pförtner. Inzwischen waren sie tatsächlich zu zweit, und es war nun auch tatsächlich ein Starterkabel da.
Gut! Und nun brauchen wir noch ein zweites Auto.
Oh.
Ich solle mal kurz warten, es sei grad einiges zu tun, aber gleich komme er raus, dann komme er mit seinem Auto zu meinem.
Dann die Wende: Ein Verlagsauto fährt draußen auf den Parkplatz. Laufen Sie schnell dorthin, der wird Ihnen helfen!

Draußen, auf dem Parkplatz. Der Mann vom hauseigenen Postunternehmen deckt gerade seine Frontscheibe zu. Aber einmal gefragt, schon wird Hilfe geleistet.
Zumindest ist der Wille da.
Er fährt seinen Wagen neben meinen. Und dann beginnt die Fummelei. Er bekommt seine Motorhaube nicht auf. Sie ist dicht. Wohl auch vereist. Er schimpft auf den Fiat.
Also Plan B: Glücklicherweise steht ein zweites Postauto da.
Autowechsel. Diesmal geht auch die Motorhaube auf.
Nur leider passt das Starterkabel nicht an die Batterie des Fiat. Warum auch immer. Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs.
Einer der Pförtner kommt. Ungläubig nimmt er zur Kenntnis, dass der Postmann nicht helfen konnte. Also muss er doch ran. Er läuft zum Hofparkplatz und holt seinen eigenen Wagen.
Wir rollen mein Auto aus der Parklücke, so dass sie sich gegenüber stehen.
Eine große Fummelei. Er muss noch mal los, eine Taschenlampe holen.
Dann sind die Kabel endlich verlegt und angesteckt. Ich steige in mein Auto, er startet seinen Wagen und ich … hätte es auch gern getan. Aber es tut sich gar nichts.
Alles umsonst. Die gesamte Verlagskennenlernaktion war zwar nett, hat aber leider nicht das gewünschte Ergebnis gebracht.
Es ist vielleicht der Anlasser, meinte der Pförtner. Der Postmann war inzwischen schon weg.
Das Zurückschieben meines Autos in die Parklücke war dann die letzte große Hürde. Der vereiste Parkplatz war da nicht sehr hilfreich. Und wieder: Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ein dritter Herr, der gerade sein Auto abstellte, musste mit anpacken.
Dann war alles wie vorher, ich habe ein paar Leute mehr kennengelernt und lief ein zweites Mal zum Potsdamer Hauptbahnhof…

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RTZapper

Nachtmagazin: Frost

Donnerstag, den 8. Januar 2009
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MI 07.01.2009 | 0.35 Uhr (Do.) | Das Erste

Da war der ARD-Reporter in Dresden tatsächlich ein bisschen enttäuscht: Poplige -9 Grad zeigte das Thermometer neben ihm an. Dabei stand er doch in der (vermutlichen) Live-Kälte, um von Rekordtemperaturen zu berichten. Und überhaupt: So richtig kalt wird es ja erst im Laufe der Nacht, gegen Morgen. Da bestehe ja noch Hoff… äh, nun ja, also, es kann sein, dass es noch viel, viel kälter wird.
In Dresden ist es also schon wieder wärmer, als es der Reporter des “Nachtmagazins” wahrscheinlich gern sensationslüstern vermeldet hätte. Von -29 Grad, die als tiefste Temperatur gemeldet wurden (und sicher seien irgendwo auch -30 Grad erreicht worden, so der Wetterdienst), war man da leider weit entfernt.
Reporter haben es auch nicht immer leicht…

Hits: 13

RT im Kino

The Warlords

Donnerstag, den 8. Januar 2009

Herbst 1870 in China. General Pang (Jet Li) steht im Blut seiner gefallenen Soldaten. In der Taipin-Rebellion gegen die korrupte Qin-Dynastie sterben 50 Millionen Chinesen. Pang folgt einer Fremden (Xu Jinglei), die ihn bei sich unterbringt. Nach einer gemeinsamen Nacht verschwindet er jedoch wieder.
Pang trifft auf Jiang Wu-Yang (Takeshi Kaneshiro), der ihn zum Kampf auffordert. Bei einem Überfall jedoch rettet Pang Jiangs Leben und tötet den Anführer des Konvois. Es kommt zur Blutsbrüderschaft, doch der Kampf ist noch lange nicht vorbei.
Das Kriegsepos “The Warlords” besteht aus unzähligen extrem brutalen und blutigen Kriegs- und Kampfszenen. Unmengen von Menschen werden erstochen, alle möglichen Körperteile werden durch- und abgeschnitten. Abgesehen davon, dass man irgendwann nicht mehr hingucken will, kann das Epos auch in der Gänze nicht überzeugen. Furchtbar aufgesetzte Dialoge machen das Filmgucken zur Qual, die vielen Komparsen sollte man lieber nicht genauer beobachten, denn sie wirken hölzern und oftmals unkoordiniert. Das Kamera zeigt viel zu oft ganz platt auf total grimmige Gesichter, was alles andere als einfallsreich ist. Die Musik wirkt wie eine Soße, die überall hinschwappt, wo sie hinschwappen kann.
Man muss wahrscheinlich ein großer Fan chinesischer Kampffilmkunst sein, um “The Warlords” etwas abgewinnen zu können.

2/10

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