Tagesarchiv für 27. November 2008

RT im Kino

East/West – Sex & Politics

Donnerstag, den 27. November 2008

Die Bilder aus Moskau schockierten: Volker Beck, der für die Grünen im Deutschen Bundestag sitzt, wurde bei den Gay Prides 2006 und 2007 von Demonstranten und Polizisten angegriffen. Viele Teilnehmer der Demonstration wurden festgenommen und abgeführt.
Nein, in Moskau ist es nicht möglich, einen friedlichen CSD zu feiern, wie man ihn aus den USA oder aus Köln oder Berlin kennt. In Russland stehen die Schwulen und Lesben unter Beschuss. Demos werden verboten, Polizisten prügeln, orthodoxe Opas und Omas argumentieren schreiend mit ihrem Gott.
Der deutsche Dokumentarfilmer Jochen Hick zeigt in seiner Dokumentation “East/West – Sex & Politics” das Verhältnis der Bürger und Politiker von Moskau mit seiner schwul/lesbischen Bevölkerung. Und da regiert der blanke Hass.
Nicht nur an diesem Beispiel wird verdeutlicht, wie schlecht es um die Demokratie in Russland steht. Und immer wieder ist es verwunderlich – und ärgerlich – dass der Welt der Rest dabei zusieht, wie dort die Meinungs- und Pressefreiheit mit Füßen getreten wird.
Hick stellt in der Doku junge Leute vor, die etwas bewegen wollen. Zeigt aber auch, dass die meisten das Ganze lieber von der Disco oder vom Strand aus verfolgen. Sei es aus Angst oder Desinteresse.
Eine interessante, spannende und teilweise niederschmetternde Dokumentation.

8/10

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RTelenovela

In Oranienburg knallt’s mal wieder

Donnerstag, den 27. November 2008
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Oranienburg sitzt auf dem Pulverfass, schrieb die “Bild” gestern. Irgendwie stimmt das auch, irgendwie aber auch nicht.
Morgen knallt’s mal wieder. Eine Bombe wird gesprengt. 11000 Leute müssen die Innenstadt von Oranienburg verlassen, weil auf einem Grundstück, auf dem ein Parkplatz gebaut werden soll, eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde.
Der Fundort liegt vielleicht 500 Meter von meinem Haus entfernt, es wird ordentlich rummsen.
Trotzdem lebt es sich in Oranienburg ganz gut. Wir leben ja schließlich seit Ewigkeiten damit. Allein seit 1990 wurden weit mehr als 100 Bomben entschärft, einige gesprengt. Nur zweimal gingen Bomben von alleine hoch.
Jeden Tag fahre ich rund 80 Meter vom aktuellen Fundort vorbei, da macht man sich eigentlich keine Gedanken mehr drüber.
Aber man sollte es. Denn der Munitionsbergungsdienst warnt eindringlich, denn die Zünder der alten Bomben werden brüchiger, die ganze Aktion wird immer gefährlicher.
Morgen früh werden wir den Sperrkreis verlassen und abwarten, bis gegen 11 Uhr der große Knall zu hörenund die Erschütterung zu spüren ist. Dann geht das Leben weiter. Und das Warten auf den nächsten Bombenfund.
Wir sind Oranienburger. Wir sind das gewohnt.

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RT im Kino

New York für Anfänger

Donnerstag, den 27. November 2008

So sind sie, die Promi-Reporter. Treiben sich auf unzähligen Partys rum, plaudern mit den Leuten, schleimen sich ein oder machen Gut-Wetter.
Genau dahin will Sidney Young (Simon Pegg). Von einem kleinen englischen Blättchen steigt er zum großen New Yorker Hochglanzblatt “Sharps” auf. Seine unkonventionellen Methoden (und seine rotzige Kleidung) kommen allerdings erst einmal nicht so gut an bei seinen neuen Kollegen und dem neuen Chef. Nur seine Kollegin Alison (Kirsten Dunst) kommt einigermaßen mit ihm klar.
Sidney kommt zunächst nicht weit. Keine einzige Zeile darf er für das Blatt treiben. Doch als er sich dann doch anpasst, geht es für ihn bergauf.
Der Film “New York für Anfänger” beruht auf den Geschichten von Toby Young, der tatsächlich bei einem US-Blättchen arbeitete – bei der Vanity Fair. Insofern sind die Storys und Umgangsformen, die der Zuschauer hier zu sehen bekommt, ganz sicher nicht allzu weit hergeholt. Großes Gag-Potenzial also. Doch leider schöpft das Autorenteam rund um Regisseur Robert B. Weide es nicht aus. Stattdessen bekommen wir oftmals billige Witzchen, plumpe Kalauer und unangenehme Fremdschämaugenblicke serviert. Über weite Strecken will der Humor einfach nicht zünden. Da nützt es auch nichts, dass der britische Starkomiker Simon Pegg (bekannt aus “Shaun of the Dead”) engagiert wurde, um dem Film seine Note zu geben. Erst zum Ende hin treffen einige der Witze so ziemlich ins Schwarze, gibt es ein paar Lacher. Aber für einen richtig guten Film ist das zu wenig. Aber er bleibt – schon allein wegen der Insiderinfos – recht interessant.

6/10

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