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Nichts als Schnee

Wintermorgen in Meitze. Der Blick aus dem Fenster aus Feld – nichts als Schnee. Aber die Wege und straßen waren einigermaßen frei, so dass die Rückfahrt nicht problematisch zu werden schien. Als ich am Nachmittag losfuhr, war die Autobahn auch trocken.
Die Wettergrenze auf der Hinfahrt war an der Elbe. Auf der Rückfahrt – auch. Fast. Hinter Magdeburg setzte leichter Schneefall ein. Aus dem leichten schneefall wurde mehr und mehr ein heftiger Schneefall. Bei Burg wurde aus dem heftigen Schneefall wildes Schneetreiben. Die Scheinwerfer leuchteten nur noch in eine Schneewand. Ich sah in einen Flockenwirbel.
Was tut man? Eine Abfahrt zu benutzen und abseits der Autobahn eine Pause zu machen bringt jedenfalls nichts. Denn erstens habe ich nicht genau erkennen können, wo die Abfahrt beginnt und zweitens, wer weiß, ob ich den Verlauf der Straße hätte folgen können?
Also weiter. Immer den Leitplanken und den Rücklichtern des Vordermannes nach. Tempo 50. Die Autobahn 2 war nicht noch eine weiße Fläche. Nur ein paar Lkw-Fahrer vertrauten auf die Winterreifen und überholten.
Kurz hinter der Grenze zu Brandenburg wurde das Schneetreiben weniger, die Straße wieder erkennbar. Doch bis alle Fahrer wieder auf die Tube drückten, verging einige Zeit, denn von dieser Viertelstunde mussten sich sicherlich alle erstmal erholen.

Nicht überall lag Schnee. Im Verlauf der Autobahn war es wieder bunt am Straßenrand, von der weißen Pracht war nichts zu sehen. Erst auf der B5 bei Dallgow-Döberitz und in Spandau war es an den Rändern wieder winterlich, im Zentrum dann wieder kaum noch.
Das Konzert von Anne Clark im K17 in Friedrichshain war gegen Mitternacht zu Ende, ich tankte noch nix für 1,129 Euro und sah schon – wieder Schnee. Dicke Flocken, als ich an der Kniprodestraße von der Tanke losfuhr. Die Prenzlauer Promenade war bereits weiß, die Schneeschicht sicherlich zwei Zentimeter dick. Bei der Überfahrt auf die Autobahn zum Dreieck Pankow ging es wieder in eine Schneewand. Alles weiß, dicke Flocken, Sichtweite um die 20 Meter, Tempo 40. So schlich der Verkehr dahin, Fahrspuren gab es nicht mehr. Bei Mühlenbeck war das Schneespektakel aus dem Himmel zu Ende.
Tempo 60 war nun auf jeden Fall drin. Meistens ist es auch besser, direkt auf Schnee zu fahren, als schon auf ausgesfahrenen Spuren, denn da könnte sich Glätte bilden. Angst vor Glätte hatte auch der BMW-Fahrer, der vor Havelhausen mit Tempo 25 durch den Wald schlich. Blinker gesetzt und vorbei.
Auch Oranienburg ist jetzt übersät von dicker, winterlicher Pracht. Der Winter ist da, noch lange vor dem eigentlichen Winteranfang und dem Advent. Wenn ich nicht gerade beim Schneetreiben auf der Autobahn unterwegs bin, finde ich das auch ganz schön…

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