Tagesarchiv für 16. November 2008

RTelenovela

Gangstertreffpunkt

Sonntag, den 16. November 2008
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Es ist Sonntagfrüh, etwa 5.15 Uhr. Geräusche von draußen machen mich aufmerksam. Eine Gruppe von jungen Männern stehen mitten auf der Schulstraße und unterhalten sich laut.
Und es war durchaus gespenstisch.
Gesprächsfetzen: Zwei gehen rauf. Dann wollen sie an der Tür klopfen. Wenn sie reingelassen werden, wollen sie die Person zur Seite schubsen und gleich ganz fertig machen. Dann wollen sie den Flachbildfernseher mitgehen lassen. Die anderen drei warten unten. Das wäre ja ein echtes Ding. Sowas hätten sie ja noch nie gemacht.
Das bereden die fünf Jungs direkt vor meinem Fenster. Einer von ihnen hat sich bereits mit einem schwarzweißen Tuch vermummt. Es ist unklar, wo sie das Ding durchziehen wollen. Ich hoffe, dass unsere Tür abgeschlossen ist. Dann ist von einer anderen Straßen die Rede, und dass sie sich an der Turnhalle in der Willy-Brandt-Straße wiedertreffen würden.
Es hört sich alles sehr gefährlich an, und ich habe auch schon das Telefon in der Hand, um bei der Polizeiwache anzurufen. Ich mache es dann doch nicht, vielleicht hätte ich mal. Aber die meinten das doch alles nicht ernst. Oder?

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RTZapper

Uri Geller – Ufos & Aliens: Das unglaubliche TV-Experiment

Sonntag, den 16. November 2008
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SA 15.11.2008 | 20.15 Uhr | ProSieben

Bei ProSieben hatte man sich das so schön gedacht: Eine Ufoshow am Sonnabendabendprogramm und ganz viele Außerirdische, die sich den Tag schon dick im Universalkalender eingetragen haben, um mal vorbeizuschauen und zu fragen, wie es uns geht.
Hält uns ProSieben eigentlich für völlig bescheuert? Dass Mentalist Uri Geller ein wunderlicher Typ ist, wissen wir ja nicht erst seit gestern. Dass er aber die gesamte ProSieben-Führungsetage mit seiner Schwachsinnigkeit angesteckt hat, ist äußerst bedenklich.
Ein unglaubliches TV-Experiment versprachen und Geller und Co. Und unglaublich war das ganze wirklich. Unglaublich krank.
Dieses Show-Konstrukt diente dazu, zu zeigen, dass es außerirdisches Leben gibt. Die Zuschauer konnten Botschaften ins All schicken oder Fotos und Videos zu ProSieben schicken.
Wie schon bei Kerner kündigte Phänomenepapst Erich von Däniken nochmal die Ankunft von Außerirdischen am 21. Dezember 2012 an. Was genau an dem Tag passiert, weiß er noch nicht. Und falls sie doch nicht kommen solltzen, na, dann habe man sich eben verrechnet. Ah ja.
“Galileo”-Moderator Daniel Aminati verspielte sein letztes Fünkchen Glaubwürdigkeit. Angeblich stand er in einem Studio in der Ukraine, was aber aussah wie ein schäbiges Büro in Unterföhring (und es auch war? Na, ProSieben, ruckt raus mit der Wahrheit!). Von dort aus wurden die Grüße ins All verschickt. Hatte wirklich jemand die Hoffnung, dass eine Antwort kommt? Die antworten sowieso nicht, nachdem sie mitbekommen haben, mit welchem Stuss sie missbraucht werden sollten. Das Radioteleskop in Evpatoria gibt es übrigens wirklich, aber ob ProSieben wirklich vor Ort war und die kleinen Bildprobleme nicht getürkt waren, darf stark angezweifelt werden. Und so einer moderiert ein angeblich renommiertes Wissenschaftsmagazin.
Aufgeschreckte Zuschauer schickten MMSen mit Fotos, auf denen Lichter zu sehen waren. Huuuuh, wie aufregend. Moderator Stefan Gödde und Uri Geller nahmen das jedoch ganz schrecklich ernst. Klar, die Ufos gruppieren sich schon für die Gruppenfotos, wenn ProSieben live sendet. Dass es sich um Windlichter handeln könnte, die auf Partys oft in die Luft steigen – kein Wort darüber. Wäre ja uncool gewesen.
93 Prozent der Anrufer (die Zahl der Anrufer wollte der Moderator nicht verraten) sagten am Ende der Show “ja” zu der Frage, ob sie an Außerirdische glauben. Uri war hocherfreut. Aber, lieber Herr Geller, ich glaube auch daran, dass es irgendwo noch Leben gibt. An den dummen, plumpen, hirnverbrannten, beklppten Stuss, der uns aber gestern vorgesetzt wurde – an den glaube ich nicht.
Dass am Ende des Showmülls kein Frank Elstner aus der Hintertür kam und sich für diesen “Verstehen Sie Spaß?”-Streich entschuldigte, ist das eigentlich Tragische an der Sache. Die haben das wirklich ernst gemeint!

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RTelenovela

Ritter der Sauna 2008

Sonntag, den 16. November 2008
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2007 -> 28.10.2007

Letzter Platz bei der Hennigsdorfer Saunameisterschaft 2007. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Heute war die Gelegenheit, diese Schmach auszuwetzen.
Waren wir 2007 zu fünft, wuchs die Teilnehmerzahl heute auf sagenhafte 9. Aber, wie schon letzte Jahr, nur eine Frau – dieselbe.
Am Anfang wieder die uns schon bekannten Hinweise. Sitzen auf der obersten Bank. Temperatur: 110 Grad. Aufgüsse alle 30 Sekunden. Hände auf die Oberschenkel. Schweiß wegwischen ist verboten. Um die wichtigen Teile zu schützen, müssen wir Badehosen anziehen.
Und dann: Alle rein in die Sauna. Tür zu und los geht’s.
Und es geht sehr schnell los. Vom Reinlaufen und dem hektischen Platzsuchen bin ich noch leicht außer Atem, als der erste Aufguss erfolgt.
Und es wird gleich heiß. Der Hitzeschwall bringt die Haut zum Glühen. Aber viel zeit zum Durchatmen bleibt nicht, denn kaum hat man sich erholt, kommt der nächste Aufguss.
Die Hitze wird stärker. Es gelingt mir nicht, die Sekunden mitzuzählen. Bin ich gerade mal bei 20 oder 25, kommt schon der nächste Aufguss.
Nummer drei. An den Schultern, hinten am Hals und an den Seiten wird es unangenehm. Meine Atemlosigkeit bekomme ich irgendwie nicht in den Griff. Ich muss mich konzentrieren, ich muss das in den Griff bekommen. Es gelingt mir nur schwerlich.
Ich weiß auch schon gar nicht mehr, der wievielte Aufguss gerade erfolgt. Geschweige denn, dass ich noch weiß, wie lange wir schon in der Sauna sitzen.
Aber es ist: heiß! Heiß! Verdammt heiß!! Ich weiß jetzt noch genauer, wo meine Fettpölsterchen sitzen. Denn genau dort, an den Seiten brennt meine Haut. Es piekt fürchterlich. Auch hinten am Hals.
Aber dann: der Erste geht! Ich bin nicht Letzter! Ich jubele. Innerlich.
Aber sehr viel länger halte ich den Schmerz nicht aus. Ich muss auch raus.
Ich erhebe mich. Jetzt kommt eigentlich erst das Schlimmste. Beim Laufen wird die Hitze unerträglich. Der Luftschwall. Einfach nur raus hier.
Und ich bin draußen.
3 Minuten 1 Sekunde.
Sehr schön! Nicht Letzter und 49 Sekunden länger als 2007.
Nach und nach kommen alle stöhnend raus. Der Gewinner schafft 5,03 Minuten, weit mehr als eine Minute mehr als 2007. Und wieder schlug er die einzige Frau knapp, die wieder Zweite wurde.
Danach hieß es: Wunden lecken. Meine Haut sah rotfleckig aus, wie eine Schuppenflechte, die anderen sahen nicht besser aus, so manche kleinen Blutflecken waren zu sehen.
Am Ende des Saunanachmittages wurden wir alle wieder zu “Rittern der Sauna” geschlagen. Nach meinem fünften und letzten Platz 2007 wurde ich also achter und vorletzter. Aber die sehr viel bessere Zeit zählt.
Und 2009?

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