Tagesarchiv für 6. November 2008

RT im Kino

James Bond 007: Ein Quantum Trost

Donnerstag, den 6. November 2008
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Der berühmteste Geheimagent der Welt ist zurück. 2008 kommt das 22. James-Bond-Abenteuer in die Kinos. Und man kann nicht gerade behaupten, dass er langweilig geworden ist, überholt, rückständig. Ganz im Gegenteil: Mit Daniel Craig wurde James Bond zu einer realistischeren Figur, verletzlich und hart.
“Ein Quantum Trost” schließt (zum ersten Mal in der Bond-Filmgeschichte) direkt an den Vorgänger “Casino Royale” an: Nachdem Vesper, die Frau, die er geliebt hat, getötet wurde, kämpft 007 auch gegen sich selbst: Dass er seine nächste Mission zu einer persönlichen Angelegenheit macht. Er jagt die Organisation “Quantum”, die Vesper erpresst hatte und trifft auf Dominic Greene (Mathieu Mamlric), einem rücksichtslosen Geschäftsmann und angeblichen Wohltäter. Der schmiedet ein Komplott, das Bond rund um die Welt führt.
Unter der Regie von Marc Forster entstand ein weiterer rasanter 007-Thriller. Zwar kommt er diesmal mit ein bisschen zu wenigen selbstironischen Elementen aus, hält aber die ganze Zeit über (103 Minuten, sehr kurz für einen Bond-Film) konstant eine Spannung. Einige Actionszenen am Anfang sind so rasant im Halbsekundentakt geschnitten, dass es für den Zuschauer fast schon zu anstregend ist, dem zu folgen.
Die interessanteste Kulisse bietet dem Film übrigens die Bregenzer Seebühne in Österreich, die in Deutschland zur Fußball-EM während für die ZDF-Übertragungen genutzt wurde. “Tosca”-Klänge zu üblen Schlägereien.
“Ein Quantum Trost” gehört gewiss nicht zu den Filmen, die uns ewig in Erinnerung bleiben, ist aber trotzdem gute Unterhaltung auf hohem filmischem Niveau.
Eine einzige wirkliche Enttäuschung ist jedoch der grauenvolle Bondsong von Jack White und Alicia Keys – ein ohrenbetäubendes Gejaule mit undefinierbarer Melodie. Furchtbar und schade zugleich.

8/10

Hits: 125

RT im Kino

Gerdas Schweigen

Donnerstag, den 6. November 2008

Als in der DDR lebendes Kind war es natürlich großartig, eine Tante in New York zu haben. Eines Tages reiste sie dann tatsächlich über den Checkpoint Charlie nach Ostberlin ein.
Tante Gerda umrankte immer ein Geheimnis. Sie hatte wohl schon mal eine Tochter, die aber starb. Niemand wollte darüber reden. Gerda am wenigsten. Doch der kleine Knut fragte nach, brach somit das Tabu und schockte den Rest der Familie.
Der Beginn einer spannenden Geschichte. “Gerdas Schweigen” erzählt davon, wie besagte, inzwischen hochbetagte Frau erzählt, was sich dahinter verbirgt.
Erst traf sich Knut Elstermann, der heute beim rbb-Radiosender radioeins Kinokritiker ist, mit Tante Gerda, um ein Buch über ihre Erlebnisse zu schreiben. Er erfuhr, dass sie im KZ Auschwitz war. Dass sie dort ein Kind bekam. Dass es nicht leben durfte. Dass sie fliehen konnte. Und noch viel mehr.
Eine berührende Geschichte, die aber noch weiter geht. Denn dass Gerda ihr Lebensschicksal für sich behielt, führte zum Streit mit ihrem Sohn Steven. Er kommt mit der Enthüllung nicht klar.
Der Film von Britta Wauer zeigt die Geschichte, und was drumherum geschah. Interviews mit Gerda und der Familie. Erneut wird so der Wahnsinn des Nationalsozialismus aufgezeigt, und das anhand eines Schicksal, das sicherlich kein Einzelfall ist.
Eine interessante Doku, bei der eigentlich nur die etwas aufdringliche, mitunter kitschtriefige Musik stört, die ein wenig zu umfangreich eingesetzt wurde. Leider hatten die Filmemacher nicht immer den Mut, das gesprochene Wort ganz ohne Musiksoße für sich stehen zu lassen.

7/10

Hits: 99