Tagesarchiv für 19. Oktober 2008

RTZapper

Ab durch die Wand

Sonntag, den 19. Oktober 2008
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SA 18.10.2008 | 21.25 Uhr | RTL

Die Inhaltsangabe las sich schon… na ja… sagen wir mal: Es klang nicht allzu spannend. Promis müssen sich durch eine verrückt (!) geformte (!!) Styroporwand (!!!) zwängen. Nett. Aber das kann ja noch lange nicht alles gewesen sein. Damit lassen sich schließlich nicht 130 Minuten Sendezeit füllen.
Ist auch nicht so. “Ab durch die Wand” war (mit Werbung) nur 95 Minuten lang, begann später und endete früher als geplant. Aber ansonsten gab das Konzept tatsächlich nicht mehr her als angekündigt.
Gut, die vielen Promis und das Moderatorenduo Zietlow/Bach haben sich im Studio ganz bestimmt köstlich amüsiert. Aber auch nur die.
Wie langweilig ist das denn, Leuten dabei zuzusehen, die sich durch lustig (also so richtig lustig… schenkelklopferlustig…) geformte Löcher in einer Wand zwängen mussten? Und das während der ganzen Show. da war ja in Raabs Turmspringenshow mehr los. So fix hat sich ein Showkonzept jedenfalls selten abgenutzt. Kindergeburtstag ist ja gut und schön, kann auch im Fernsehen ganz lustig sein, aber selbst auf solchen Veranstaltungen wird alle paar Minuten mal eine neue Spielvariante gestestet.
So ist es auch diesmal Sonja und Dirk nicht vergönnt, eine zweite wirklich gute Show von RTL geschenkt bekommen zu haben. Da müssen wir wohl auf das Dschungelcamp warten, wo die beiden wieder zu Hochform auflaufen können.
Zu diesem öden Showkonzept kann man eigentlich nur eines sagen: Ab in dem Müll!

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RTZapper

Das Musikhotel am Wolfgangsee

Sonntag, den 19. Oktober 2008
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SA 18.10.2008 | 20.15 Uhr | Das Erste

Selten war die Kritik im Vorfeld so eindeutig. Haareraufend haben die Schreiber der Medienseiten und Fernsehzeitschriften die “Schlagerette aus den Bergen” in der Luft zerrissen.
Die ARD hatte Großes vor: Den guten alten Musikfilm hat der Sender wieder aus der Mottenkiste rausgeholt. Früher gab es die ständig: Irgendwelche Promis wirkten in Filmen mit, in denen ständig und ohne Grund geträllert wurde. Einige der Streifen gelten heute noch als Kult. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ständig im Hintergrund die Melodie vom “Weißen Rössl am Wolfgangsee” dudelte. Warum sollte das also heute nicht mehr funktionieren?
Und… na ja, sagen wir mal so: Man muss den volkstümlichen Schlager schon mögen, um “Das Musikhotel am Wolfgangsee” einigermaßen zu ertragen. Schwerhörigkeit und eine gepflegte Kurzsichtigkeit waren sicherlich auch hilfreich.
Patrick Lindner spielt in der Schlagerette Patrick Lindner. Er wird von Mike Krüger, gespielt von Mike Krüger mit dem Motorrad vom Bus abgeholt. Patrick ist Hoteldirektor und will das Haus zum Musikhotel umfunktionieren. So weit, so gewöhnungsbedürftig.
Warum das Ganze aber so billig sein musste? Die Kulissen unterschieden sich nicht von denen einer preiswerten Dailysoap, oftmals wirkten die Außenmotive, als seien sie teilweise in einer Bluebox in einem Studio entstanden und ganz mies beleuchtet worden. Die Dialoge kamen aus dem Baukasten, gesprochen von Leuten, die das Schauspielern bisher eher aus der Ferne, vor dem Fernseher beobachtet haben. Und warum glotzen die Leute eigentlich plötzlich in die Kamera, wenn sie trällern? Im Film wird nicht in die Kamera gestarrt!! Damit das mal klar ist! Viele Songs wirkten deplatziert, wie die Abfolge von eingestreuten Videoclips ohne Sinn und Verstand.
Sascha Hehn, der in der Schlagerette mitwirkte, als ob er gleich schreiend davon rennen wollte, war das Ganze schon peinlich, bevor es überhaupt gesendet wurde. Auch wenn er nicht gerade für hochkulturelle Dramen bekannt ist, kann man es ihm nicht verdenken.
Eigentlich ist so eine Art Film nicht ganz falsch. Ein bisschen mehr Mühe könnte man sich aber schon geben.

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RTelenovela

Linumhorst

Sonntag, den 19. Oktober 2008
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Linumhorst ist so klein, es gibt nicht mal vernünftigen Angaben über den Ort im Internet.
Und damit herzlich Willkommen zu einer neuen Folge aus der Reihe “Angelegene Orte in Oberhavel”. Und Linumhorst ist verdammt abgelegen.
Wer von der B273 bei Orion Richtung Linum abbiegt, stößt an einer Kreuzung auf den Namen Linumhorst. Von dieser Kreuzung sind es nochmal 5 Kilometer.
Immherin gibt es ein Ortsschild, das aussagt, dass Linumhorst zu Kremmen gehört. Der Ort besteht aus einer schmalen Straße und einigen Häusern. Mehr nicht.
Der einzige Vorteil ist, dass man über Flatow und Staffelde oder über Linum und Fehrbellin in gut 15 bis 20 Minuten an der Autobahn ist. Bis zum nächsten Einkaufsmarkt ist es jedoch schon ein Stück. In Linumhorst gibt es nichts – außer einem Briefkasten.
Jetzt im Herbst fliegen die Kraniche über den Ort – das ist dann vielleicht auch mal ein Grund, dass sich der eine oder andere in der Linumhorster Sackgasse verirrt…

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