Tagesarchiv für 13. Oktober 2008

aRTikel

Mischung aus Rökk und Küblböck

Montag, den 13. Oktober 2008
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Konzert: Schauspieler Walter Plathe sang in Oranienburg Lieder des deutschen Komikers Otto Reutter

MAZ Oranienburg, 13.10.2008

ORANIENBURG
Für zwei Dinge entschuldigte sich Schauspieler Walter Plathe beim Oranienburger Publikum gleich vorweg. In der Provinz müsse das schon mal angemerkt werden, aber „es lässt sich leider das Wort Berlin nicht vermeiden“. Und: „Es hat mich erwischt. Ich bin heute ein bisschen wacklig.“ Trotz eines Magen-Darm-Problems sagte Plathe den Abend nicht ab.
Die Gäste in der ausverkauften Orangerie erlebten am Sonnabend eine Zeitreise: Jahreswechsel 1899/1900. Das neue Jahrhundert beginnt, 880 000 Berliner feiern. 1900 trat die erste Ausgabe des Bürgerlichen Gesetzbuches in Kraft. Es war auch das Gründungsjahr des Deutschen Fußballbundes (DFB), aber auch die Zeit, in der der deutsche Komiker Otto Reutter erste Lieder schrieb. Rund um das Berliner Original drehte sich der Abend. Walter Plathe plauderte aus der Geschichte, zog aber auch Parallelen zum heutigen Leben und zum aktuellen Geschehen. Am Klavier begleitet wurde er von Horst Maria Merz.
Plathe machte das auf eine sehr lockere, humorvolle Art, so, wie wahrscheinlich auch Otto Reutter diesen Abend gestaltet hätte. Er witzelte mit dem Publikum, leistete sich aber auch mit seinem Pianisten kleine, aber feine Wortgefechte oder mimische Sticheleien. Die Zuschauer amüsierten sich rund 90 Minuten lang köstlich. „Reutter war der erste deutsche Entertainer“, erzählte Walter Plathe. „30 Jahre lang hatte er erfolgreiche Engagements im Berliner Wintergarten.“ Er sei eine Mischung gewesen aus Udo Jürgens und Gregor Gysi, aus Merkel und Lafontaine, aus Marika Rökk und Küblböck.
„Frauen gehn immer modern wegen de Leut’“, sang Plathe eines von Reutters Liedern, die bei den Gästen in Oranienburg durchweg sehr gut ankamen. Ein weiteres Stück nahmen die Zuschauer mit Gelächter auf: „Heute sagte mir mein Schneider, Sie sind zu korpulent.“ Plathe wusste, warum gelacht wurde: seine eigene … nun ja. „Ich dachte eigentlich, dass das hier ein netter Abend wird.“ Dass der Schauspieler so gut mit Selbstironie umgeht, kann nur für ihn sprechen. Aber auch mit den Tücken der Orangerie musste sich Walter Plathe herumschlagen: Gemeinsam mit seinem Pianisten probierte er eine quietschende Bühnentreppenstufe wieder und wieder aus. Sein Fazit: „Liegt also nicht an meinem Gewicht.“
Plathe brachte mit Otto Reutters Liedern ein Stück Berlin der 1920er-Jahre nach Oranienburg: „Onkel Fritz aus Neuruppin ging spazieren in Berlin.“ Oder die Geschichte vom Überzieher: „Kennen Sie die?“, fragt Plathe. „Ja? Dann können wir ja früher wieder gehen.“ Zwischendurch beschwert sich der 57-Jährige über die schlechten Architekten Berlins, die für mehr und mehr hässliche Bauten verantwortlich seien und beschäftigt sich mit der Gretchenfrage des Abends: „Nehm Se’n Alten?“ Das ist eines der bekanntesten Lieder von Otto Reutter. Viele, viele Lieder und Programme schrieb der Komiker, der 1931 in Düsseldorf starb. Mit dem Programm von Walter Plathe und Horst Maria Merz lebt das Urgestein auf der Bühne jedoch weiter.

Walter Plathe kehrt am Sonnabend, 24. Januar, in die Orangerie zurück mit dem Theaterabend „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“. Infos: 03301/6 00 81 11

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RTZapper

Fun(k)haus

Montag, den 13. Oktober 2008
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SO 12.10.2008 | 23.45 Uhr | WDR

Es war einmal eine kleine, aber feine Comedyshow im WDR. Sie trug den Namen “NightWash” und wurde in einem Kölner Waschsalon aufgezeichnet. In diesem ungewöhnlichen Rahmen zeigten junge Comedykünstler ihr Können und unterhielten ihr Publikum.
Jahrelang funktionierte das gut. Doch dann wanderte die Show zum neuen Privatsender Comedy Central. Es verging nicht viel Zeit, da verließ “NightWash” den Waschsalon. Jetzt wird in einem Studio gewaschen. Ganz toll.
Der WDR verlor also diese Comedysendung. Aber in Köln überlegte man nicht lange. Der Humor fand ein neues Zuhause – im Funkhaus des Senders. Und wieder hatte man beim WDR eine kleine, aber feine Humorschmiede geschaffen: das “Fun(k)haus”. Erinnert stark an die frühere Sendung, wieder ein kleiner, ungewöhnlicher Rahmen, das Foyer des WDR-Hauses, die Bühne vor der großen Glastür, das Publikum drängt sich und lauscht den jungen Humortalenten.
Irgendwie geklaut. Aber warum auch nicht?
So lachten die WDR-Verantwortlichen und die Zuschauer bis ans selige Ende der Show. Und wenn sie nicht abgesetzt wird, dann lachen sie noch lange.

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RTelenovela

Potsdam sucht die Supervolos

Montag, den 13. Oktober 2008
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… heute, ab 9.30 Uhr!

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