Monatsarchiv für September 2008

RTelenovela

Huch, noch ‘ne Gebühr!

Samstag, den 27. September 2008
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Das klang sehr preiswert. Ein Flug von Schönefeld nach Dublin für nur 19,99 Euro. Natürlich zuzüglich Steuern und so weiter. Das klingt erschwinglich, sehr erschwinglich sogar.
Bei Ryanair ist das möglich – soll es jedenfalls möglich sein.
Mit Steuern und Gebühren kommt man auf einen Preis für den Hinflug von 41,92 Euro. Auch das ist völlig okay. Mit Rückflug sind das dann 85,18 Euro Gesamtflugkosten. Also ab zur Buchung!
Doch schon im Kleingeschriebenen droht das Ungemach. Gepäck ist erlaubt – bis zu 15 Kilogramm. Aber, huch, kostet extra!
Wie war das nochmal mit den Gesamtflugkosten?
Möchten Sie als einer der ersten ins Flugzeug steigen? Ja, gern. Oh, kostet 10 Euro extra. Nun ja, muss ja nicht sein.
Die Reise- und Kartenversicherung kostet 12 Euro – und muss man extra wegklicken, wenn man die nicht will.
Und dann: die Abfertigung. Schon die Flughafenabfertigung kostet extra: 10 Euro. Der Koffer kostet extra: 30 Euro. 2 Koffer kosten noch sehr viel mehr extra: 70 Euro.
Lauter gebühren durchs Hintertürchen. Klar, wenn man komplett ohne Gepäck fliegt, bleibts preiswert. Aber wer reist schon ohne Gepäck.
Nein, seriös ist das nicht. Ryanair tut so, als seien sie billig. Aber wirklich billig ist die Firma nicht. Ärgerlich.
Der Flug mit Ryanair nach Dublin ist unsererseits erstmal abgeblasen.

RTZapper

Britt: Mann oder Frau – Wer weiß es genau?

Samstag, den 27. September 2008
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FR 26.09.2008 | 13.00 Uhr | Sat.1

Unterschichtenfernsehen? Was soll das sein? Vielleicht sind es Talkshows, die sich schon am Mittag mit schlüpfrigen Themen befassen? “Mann oder Frau – Wer weiß es genau?” fragte Britt Hagedorn heute in ihrer Sat.1-Talkshow.
Das ist doch mal das richtige Programm für die Mittagspause: Zwei Stripperinnen, die am Ende ihre besten Stücke zeigen – nur die Nippel sind abgeklebt. Aber Hauptsache, die Hupen selbst sind zu sehen. Männer und Frauen, bei denen man sich nicht genau sicher ist, ob sie denn ein Mann oder Frau sind. Dazu eine Jury, die durch anfassen der echten oder falschen Brüste genaues zu diesem Thema rausfinden wollte. Olivia Jones, die anzügliche Witze machte und Kader Loth, die wohl mal wieder Geld brauchte.
Ganz klar: “Britt” gehört zum täglichen Abschaum des deutschen Privatfernsehens. Lügendetektoren sorgen für Ehezoff, Vaterschaftstests klären, wer denn nun der eigentliche Besamer war und eben die Mann-oder-Frau-Sause, die Gelegenheit gibt, irgendwelche Freaks ins Studio zu holen. Nein, Halt: Freaks sind die Menschen fast alle, die sich zu Britt auf die Bühne setzen. Schreien sich an, machen sich nieder, langweilen mit ihren Pseudoproblemen.
Dabei kommt Sex natürlich immer gut: Gerade sucht Britt nach Frauen, mit Senioren als Partner, die sich ständig Pornos reinziehen und ständig Sex wollen. Ah ja. Gutes Thema für die Mittagsstunde.
Ekelshow, Pseudo-Psychotalks, Pseudo-Gerichtsverhandlungen, Pseudo-Dokus – der Tag bei Sat.1. Das pure Grauen.

RTelenovela

Beim Fahrschultest sind die Zirkusleute durchgefallen!

Freitag, den 26. September 2008
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Der Zirkus ist in der Stadt! War das ein Spektakel! Nein, nicht die Zirkusvorstellung, sondern die, die heute Mittag auf der André-Pican-Straße zu erleben war.
Ein Trecker zog einen der Zirkuswagen die Straße entlang. Direkt am Weg, der zum TURM-Eingang führt, wollte er wenden, um über den Fußweg aufs Gelände zu kommen.
Ein enges Wendemanöver. Und jeder, der daneben stand, hat gesehen, dass das Vorhaben scheitern musste. Ein Baum stand im Weg. Doch die Zirkusleute glaubten weiter an den Wendeerfolg.
Doch der blieb – klar – aus. Nun standen also Trecker und Zirkuswagen, samt Zebras drin, quer auf der Picanstraße. Der Verkehr staute sich schon etwas fünf Minuten lang.
Und nun? Der Trecker setzte zurück, doch leider stand der Wagen schon so ungünstig, dass auch das Zurücksetzen ein Problem war. Holzbalken begrenzen die Straße auf beiden Seiten.
In einem sehr gewagten Manöver zog der Treckerfahrer seinen Einsatz fort, riss dabei aber drei der Balken mit großen Getöse um.
So was Dillettantisches habe ich echt noch nicht gesehen! Bin ja mal gespannt, ob der Zirkus Probst den Schaden bezahlt. Und ihren Fahrern mal ein paar Fahrstunden schenkt.

ORA aktuell

Die alte Schlossbrücke ist Geschichte

Donnerstag, den 25. September 2008
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Gestern um 21.15 Uhr war die alte Schlossbrücke in Oranienburgs Zentrum Geschichte. 180 Tonnen Stahl wurden von den Widerlagern genommen. Ingesamt drei Kräne waren für die Arbeiten nötig. Die Brückenteile werden verschrottet. Sie stammen aus dem Jahr 1934. Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Bauwerk gesprengt. Die Teile wurden aus der Havel gehievt, das Provisorium hielt von 1947 bis gestern. Südlich davon rollt der Verkehr bereits über die neue Schlossbrücke.

aRTikel

Frisches Blut für die Altherren-Runde

Donnerstag, den 25. September 2008
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Jungpolitiker: Max Koziolek (18) und Leah Kunz (19) treten in Falkensee zur Kommunalwahl an

MAZ Falkensee, 25.9.2008

Zur Kommunalwahl am Sonntag stellen sich auch junge Leute dem Votum der Wähler im Havelland. In Falkensee treten unter anderen Max Koziolek (18) und Leah Kunz (19) an.

FALKENSEE
Er hängt Plakate auf, verteilt Flyer und will mit den Menschen ins Gespräch kommen. Sie stand schon mit fünf Jahren mit ihren Eltern am Parteistand: Max Koziolek und Leah Kunz gehören zu den Jugendlichen, die sich am Sonntag zur Wahl stellen. Ihr Ziel ist der Einzug in die Falkenseer Stadtverordnetenversammlung (SVV).
Max Koziolek ist seit Herbst 2007 Mitglied der JuLis, der Jungen Liberalen. Der 18-jährige Lise-Meitner-Gymnasiast tritt für die FDP an. „Ich will ganz bewusst auf Jugendliche zugehen und ihnen vermitteln, dass auch sie sich stärker politisch und ehrenamtlich engagieren sollten.“ Er sei davon überzeugt, dass jeder etwas verändern könne, aber „das Interesse wird zu wenig geweckt. Die Jugend ist nicht politikverdrossen, sie braucht nur einen Schubs.“
Seine Steckenpferde sind die Jugend-, Sozial- und Sportpolitik. „Ich finde, es gibt viel zu viel Bürokratie“, sagt er. „Das müssen wir vereinfachen und generalisieren, dadurch könnten wir auch das Engagement der Jugendlichen erhöhen.“ Als Beispiel führt er das Jugendparlament an, das nur über viele bürokratische Umwege die Durchführung des Freiluftkinos in Falkensee ermöglichen konnte. Die allgemeine Situation für Jugendliche in Falkensee könnte laut Max Koziolek auch besser sein: „In der Stadt ist am Abend sehr wenig los, da könnte viel mehr geschehen.“ Viele junge Leute seien darüber unzufrieden.
Auf der FDP-Vorschlagsliste belegt Max Koziolek Platz zwei. „Das ist ein echter Vertrauensbeweis und ein Bekenntnis für die Jugend. In der SVV fehlt jedenfalls bisher der jugendliche Schwung, das ist fast eine Altherren-Runde.“ Ein festes politisches Karriereziel hat Max Koziolek nicht. Nach der Schule steht wohl der Zivildienst auf dem Plan. Wenn er tatsächlich den Sprung in die SVV schafft, „dann kommt ein schönes Stück Arbeit auf mich zu. Das ist eine gute Herausforderung für mich.“
Leah Kunz war 16, als sie den Jusos, den Jungen Sozialisten, beitrat. „Alles andere wäre für mich undenkbar gewesen. Ich bin familiär vorbelastet, und die Erziehung spielt ja immer eine Rolle. Leahs Vater Norbert ist stellvertretender Vorsitzender der SPD in Falkensee. „Als ich fünf Jahre alt war, habe ich gesagt, dass ich die erste Kanzlerin werden möchte“, erzählt sie. „Das hat sich ja nun Gott sei Dank erledigt.“ Im Sommer legte die 19-Jährige ihr Abitur am Lise-Meitner-Gymnasium ab, demnächst beginnt sie ihr Philosophie- und Geschichtsstudium an der Universität Potsdam. Vor der Wahl diskutiert sie oft mit Freunden und anderen Jugendlichen. „Das Interesse an Bundestagswahlen ist immer größer, obwohl die kommunalen Themen sehr viel näher dran sind“, sagt sie. Auch ihr Ziel ist es, „frisches Blut ins Parlament zu bringen. Da fehlt der Pep.“ Große Probleme sieht Leah Kunz in Falkensee in den fehlenden Anlaufstellen, wo sich junge Leute treffen können. „Es gibt trotz Mikado und Baracke zu wenig Treffpunkte.“
Dass sich wieder mehr Jugendliche in der Politik engagieren, ist auch eines der großen Ziele von Leah Kunz: „Jeder kann in den Jugendorganisationen der Parteien mitmachen. Wir haben noch das Privileg, Fehler machen zu dürfen. Den Älteren wird das dann immer vorgeworfen, aber als junger Mensch darf man noch den Störenfried spielen.“
Sonntag entscheidet sich, ob Max Koziolek, Leah Kunz und weitere Jungpolitiker in Falkensee mitreden dürfen.

ORA aktuell

Oranienburg ist Ort der Vielfalt

Donnerstag, den 25. September 2008

Für ihr weltoffenes Klima und das demokratische Engagement zeichnete das Bundesfamilienministerium die Stadt Oranienburg als “Ort der Vielfalt” aus. 66 Kommunen aus ganz Deutschland wurden in Berlin ausgezeichnet. Bürgermeister Laesicke bekam die Urkunde überreicht: “Toleranz war und ist das Leitbild unserer Stadt.”

RT im Kino

Der Baader Meinhof Komplex

Donnerstag, den 25. September 2008

2. Juni 1967. Der persische Schah kommt mit seiner Frau nach Berlin. Auf dem Kaiserdamm warten bereits viele Schaulustige darauf, dass der hohe Besuch eintrifft. Unter ihnen viele junge Leute, Studenten. Plötzlich tauchen schwarz gekleidete persische Demontranten auf, die Pro-Schah-Plakate hochhalten. Als er dann endlich ankommt, kippt die Situation: Die Schaulustigen buhen, holen Protest-Plakate heraus. Mehlbeutel fliegen auf die Straße. Als daraufhin plötzlich die persischen Begleiter auf die Deutschen am Straßenrand losgehen, bleibt die Polizei regungslos. Als sie sich doch regt, prügeln sie brutal auf die Studenten ein. Ohne Gnade. Mit voller Wucht. Der Student Benno Ohnesorg stirbt. Erschossen von einem Polizisten.
Eine Szene, die schockiert, die einen fassungslos im Kinosessel erstarren lässt.
Das ist “Der Baader Meinhof Komplex”.
150 Minuten lang erzählt Regisseur Uli Edel die Geschichte der Roten Armeefraktion (RAF).
Ende der 60er-Jahre herrschte Aufruhr in Deutschland. Die Studenten revoltierten, stellten sich gegen die BRD, die unter der Kontrolle der Aliierten stand. Kämpften gegen den Krieg in Vietnam. Gegen den Kapitalismus. “Ho-Ho-HoTschi-Minh” rufen die Studenten der FU, als Rudi Dutschke (Sebastian Blomberg) zu ihnen spricht. Als wenig später ein Mordanschlag auf ihn verübt wird, beginnt die Lage zu eskalieren. Gewalttätige Proteste richten sich insbesondere auf den Axel-Springer-Verlag und die “Bild”, die voller Hetze über die Studentenproteste berichtet.
Journalistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) trifft auf Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), die gemeinsam mit ihrem Freund Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) aus Protest gegen den Vietnamkrieg ein Kaufhaus in Brand steckte – und die weitere Aktionen vor haben.
Es gibt viel zu erzählen über den “Baader Meinhof Komplex”. Der Film zeigt die Geschichte von 1967 bis 1977: vom Schah-Besuch bis zur Schleier-Entführung. Er stützt sich dabei auf die Recherchen von Stefan Aust in dem Sachbuch, dessen Name auch der Film trägt.
Der Film zeigt die Härte, die Brutalität auf beiden Seiten. Die revoltierenden Studenten und RAF-Anhänger und die Ohnmacht des Staates, der Polizei. Zu sehen ist aber auch, wie sich die Qualität der Anschläge ändert, wie mit mehr und mehr Härte vorgegangen wird, wie viel skrupelloser die nachfolgenden RAF-Generationen wurden. Unfassbar die Kaltschnäuzigkeit, mit der die Begleiter von Hanns-Martin Schleyer abgeknallt werden.
Der Zuschauer bekommt ein wichtiges Stück Zeitgeschichte in ihrer modernsten Filmform präsentiert, und das nahezu ohne Wertung. Die sollte der Zuschauer danach selbst vornehmen können, für die Einordnung, die so mancher Feuilleton-Schreiber vom Film fordert, ist der zuschauer selbst zuständig. Und er sollte dazu auch in der Lage sein.
Obwohl zweieinhalb Stunden lang nie langweilig, immer fesselnd, faszinierend, auch abstoßend. Aber, und das scheint irgendwie bedenklich: Zumindest einige der Thesen von Baader und Meinhof kommen einen auch und gerade heute noch aktuell vor.
Für diesen Film wurden teilweise bis in die Nebenrollen hochkarätige Schauspieler engagiert. Und alle sehen sie ihren “Vorbildern” teilweise sehr ähnlich: großartig Moritz Bleibtreu als Andreas Baader. Eindringlich: Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin. Daneben: Nadja Uhl, Jan Josef Liefers, Stipe Erceg, Alexandra Maria Lara, Hannah Herzsprung, Tom Schilling, Heino Ferch, Bruno Ganz – die Liste ist noch sehr viel länger.
Nur einen Minuspunkt erhält dieser ansonsten großartige Film: Viele Personen tauchen nur kurz auf, ständig wechseln die Akteure. der Einfachheit wegen, hätten hier beim ersten Auftritt vielleicht kurz die Namen eingeblendet werden können.
Dennoch: unbedingt ansehen!

9/10